St. Brigida: Das Wort von der Unredlichkeit macht die Runde

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Simmerath. Zur aktuellen Entwicklung am Malteser-Krankenhaus St. Brigida in Simmerath und zur überraschenden Entlassung des Geschäftsführers Wolfgang Brauers hat das Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus” dem Vorsitzender der Malteser-Geschäftsführung, Karl Prinz zu Löwenstein, einen „offenen Brief” zukommen lassen.

Darin werden vor allem einige Umgangsformen der Malteser kritisiert, die für das Komitee mit dem von den Maltesern selbst eingeforderten „Vertrauen” nichts zu tun haben. Der „offene Brief” im Wortlaut:

Als im Frühjahr 2008 der Fortbestand unseres Simmerather Krankenhauses stark gefährdet war, gründeten einige engagierte Bürger spontan das Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus”. Wir suchten das Gespräch mit Politikern aller Ebenen, sogar ein Landesminister sagte seine Unterstützung zu, und bei einer Großdemonstration auf dem hiesigen Rathausplatz bekundeten alle Redner ihre Zuversicht, dass dem Krankenhaus geholfen werden könne.

Diese Hilfe trägt inzwischen ihre Früchte, und die positive Entwicklung kann mit vorsichtigem Optimismus betrachtet werden: Die Geburtenstation, anfangs das größte Sorgenkind, erfreut sich, trotz der Einschränkungen durch den Umbau der Station, auch in diesem Jahr stabiler Geburtenzahlen. Die gestiegene Vorjahreszahl konnte nahezu gehalten werden, was nicht zuletzt auch auf die engagierte Arbeit der Hebammen, die hervorragende Betreuung durch die Belegschaft der Station und die Babyfotoaktion eines Eifeler Anzeigenblattes zurückzuführen ist.

Der Umbau und die Modernisierung der Abteilungen schreiten zügig voran.

Vieles ist bereits fertig, ein Teil steht vor der Fertigstellung. Auch die Außendarstellung des Krankenhauses wurde verbessert. Regelmäßig unterstützt die Presse das Krankenhaus bei Veröffentlichungen über Ausstattung, Behandlungsmöglichkeiten und Angebote. Das alles schafft Vertrauen bei der Bevölkerung.

Diese positive Stimmung wurde bestätigt, als Sie, Herr zu Löwenstein, zu einer Konferenz am 9. Juli in das Krankenhaus luden. Daran nahmen Repräsentanten der Kommunen Simmerath, Monschau, Roetgen und Hürtgenwald sowie Kreisdirektor Etschenberg, MdL Axel Wirtz, der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Dr. Schneiders, und Mitglieder des Komitees teil.

Dabei schilderten auch Sie die Lage voller Zuversicht und baten die anwesenden Politiker, sich für die Auszahlung des Sicherstellungszuschlages, eines gesetzlich geregelten Landeszuschusses, einzusetzen. Alle Anwesenden erklärten sofort ihre Bereitschaft zur Mitarbeit und wiesen darauf hin, dass die Basis einer gedeihlichen Entwicklung nach wie vor Vertrauen sei, dass zwischen allen Beteiligten herrschen müsse.

In der Sitzung stellten die Anwesenden mit Erstaunen fest, dass der Geschäftsführer, Herr Brauers, der doch jetzt ganz für das Haus in Simmerath zur Verfügung stand, nicht anwesend war. Dieser sei anderweitig verhindert, so die Antwort. Kein Wort von der bevorstehenden Trennung, die bereits einen Tag später den Mitarbeitern und kurz danach der Presse in äußerst knappen Worten mitgeteilt wurde.

Ist dies Ihre Auffassung von vertrauensvoller Zusammenarbeit? Wie müssen sich die Unterstützer angesichts dieses unredlichen Verhaltens vorkommen? Wie schlägt sich so ein Desinformationsverhalten bei den Mitarbeitern, verschreibenden Ärzten, Patienten und Bewohnern Ihres Einzugsgebietes nieder? Ein solches Verhalten konterkariert alle bisherigen Bemühungen zur Schaffung der dringend erforderlichen Vertrauensbasis, und wir vom Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus” verurteilen eine derartige Desinformationspolitik auf das Schärfste.

Jetzt sind besondere Anstrengungen nötig, Herr zu Löwenstein, um das bisher mühsam erarbeitete Vertrauen nicht weiter zu beschädigen, sondern es wieder „ins rechte Lot” zu bringen. Dazu bedarf es endlich einer klaren Offenlegung Ihrer Zukunftsvorstellungen für die Entwicklung des Krankenhauses, um einen Weg aufzuzeigen, wie die vorhandenen Abteilungen einschließlich der Geburtshilfe künftig aufgestellt sein werden.

Es ist an Ihnen, Herr zu Löwenstein, durch offene Kommunikation klar zu machen, dass das Krankenhaus in Zukunft auch ohne finanzielle Unterstützung der Kommunen und des Kreises wieder auf eigenen Beinen stehen kann und sein volles Leistungsspektrum für die Menschen in dieser Region anbieten wird. Wenn Sie diese schon längst fälligen, klaren Aussagen treffen, kann dies nur positive Auswirkungen haben.

Das Krankenhaus hat das Potenzial, die Bevölkerung der Anliegerkommunen und auch die Touristen des Nationalparks optimal zu versorgen. Die hervorragende Ausstattung, das freundliche, kompetente Personal und vor allem die Menschen aus unserer Region, die, wie sie bereits schon einmal eindrucksvoll demonstriert haben, hinter dem Krankenhaus stehen, stellen ein solides Fundament dar, auf das schrittweise immer weiter aufgebaut werden kann und muss. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weiter verfolgen, dann ist irgendwann das Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus” nicht mehr notwendig.

An dieser Stelle gilt unser ausdrücklicher Dank dem überraschend ausgeschiedenen Geschäftsführer, Herrn Wolfgang Brauers, der dem Komitee regelmäßig in konstruktiven Gesprächen zur Verfügung stand. Wir hoffen, dass der Nachfolger zu der gleichen, respektvollen Zusammenarbeit bereit ist.
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