Sportzentrum für Simmerath und Kesternich derzeit nicht in Sicht

Von: Peter Stollenwerk
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TSV-Vorsitzender Ralf Stollen
TSV-Vorsitzender Ralf Stollenwerk setzt auf eine große, gemeinsame Lösung. In Kesternich haben die Vorarbeiten für den Bau des Sportzentrums bereits begonnen. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich/Simmerath. Noch verfügen beide Orte über einen eigenen Sportplatz: Der TSV Kesternich kickt in der Dorfmitte, die Hansa Simmerath auf der Josef Jansen-Sportstätte. Beide Rasenplätze werden aber bald Geschichte seien. Der TSV zieht auf die grüne Wiese, weit ab vom Dorf in Richtung Witzerkuhl.

Mit den Arbeiten für das neue Sportzentrum wurde schon begonnen.

Der Hansa Simmerath fehlt es derzeit noch an einer Perspektive. Das jetzige Sportplatzgelände wurde zugunsten des Neubaus der Schwimmhalle verkauft und soll bebaut werden; die Vermarktung läuft auf Hochtouren. Der Vorschlag der Hansa, auf einer Wiese neben der Leitstelle einen neuen Rasenplatz anzulegen, scheint bei der in Kürze anstehenden Entscheidung allerdings keine Mehrheit zu finden. Für Ralf Stollenwerk, den Vorsitzendes des TSV Kesternich wäre es daher ein „Aufbruchsignal in eine neue Zukunft”, wenn es beiden Vereinen gelingen würde, ein gemeinsames Sportzentrum für TSV und Hansa auf der bereits beplanten Fläche Auf der Höhe/Witzerkuhl zu realisieren. Doch die große Lösung bereitet auch große Probleme, denn eine Annäherung der beiden Vereine ist derzeit nicht in Sicht.

Dennoch wirbt der TSV-Vorsitzende weiterhin mit argumentativer Kraft für eine Zusammenarbeit der beiden Vereine, „auch wenn die Hansa bis heute eine Zusammenarbeit ablehnt”.

Wenn es beiden Vereinen gelinge, eine große Lösung umzusetzen, so die Überzeugung von Ralf Stollenwerk, wäre dies besonders für den Fußballsport „ein deutliches positives Signal”, das dem Fußball auch neuen Aufschwung verleihen könnte. Zwei „kleine Lösungen”, die nebeneinander realisiert würden, kosteten genauso viel Geld, „bringen aber keinen Verein voran”. Daher lautet sein dringender Appell und die eindringliche Mahnung: „Um den schleichenden Rückgang im Bereich Fußball zu stoppen, müssen die Vereine viel stärker zusammenarbeiten, ansonsten haben es die zahlreichen kleinen Fußballvereine in der Gemeinde Simmerath in den nächsten Jahren schwer zu überleben.”

Die Vorteil einer großen Lösung liegt für den selbst noch aktiven Fußballer auf der Hand: Das Sportzentrum Kesternich, dass bereits mit Investitionen von 120 000 Euro durch die Dorfgemeinschaftshaus GmbH Kesternich erschlossen worden sei, biete einen großen Kunstrasenplatz und ein Jugendspielfeld, das sich vor dem Hintergrund der bevorstehenden Gründung des neuen Jugendfußballvereins Simmerath zu einem auch geografisch ideal gelegenem Zentrum entwickeln könne. Eine Sporthalle (22 x 13 Meter), ein Volleyballfeld und die Möglichkeit, einen Rasen-Trainingsplatz in direkter Nachbarschaft anzupachten, böten weitere Möglichkeiten einer effektiven gemeinsamen Nutzung.

Doch selbst weitere Kompromissvorschläge an die Hansa Simmerath (wie Errichtung einer 100-Meter-Laufbahn, ein eigener Versammlungs- und Geräteraum und eine von der Gemeinde Simmerath befürwortete Straßenanbindung in Richtung Gewerbegebiet In den Bremen) konnten das Eis bei den Kooperationsgesprächen bislang nicht brechen.

Auch die räumliche Nähe zum Sportzentrum Kesternich (es wäre von der Dorfmitte Simmerath genau so schnell zu erreichen wie ein ebenfalls außerhalb gelegener Platz an der Leitstelle) konnte die Hansa nicht überzeugen.

Deren Vorsitzender Manfred Abel geht vollkommen konform mit den Wünschen der Fußballabteilung: „Die Forderung der Hansa Simmerath nach Schaffung eines vollwertigen neuen Sportplatzes wird solange aufrechterhalten, bis ein anderer Beschluss gefasst ist.”

Die Beschlussfassung wird in der nächsten Sitzung des Sport- und Kulturausschusses am 15. November fallen. Legt man die bisherige Beratung und Beschlusslage zugrunde, dann geht bei den Kommunalpolitikern auch mit Blick auf den Einsatz von Steuergeldern mehrheitlich die Tendenz zu einer gemeinsamen großen Lösung.

Einer Kooperation mit dem TSV Kesternich räumt der Hansa-Vorsitzende aber wenig Erfolgschancen ein. Manfred Abel: „Wenn Simmerath einen neuen Sportplatz bekommt, ist die Welt in Ordnung, wenn nicht, wird die Hansa den Betrieb der Fußballabteilung einstellen.” Eine Zusammenarbeit dem TSV werde daran scheitern, dass es das fundamentale Anliegen der Hansa sei, den Fußballsport im Zentralort aufrecht zu erhalten. Mit einer Kooperation sei dieses Ziel nicht mehr erreichbar.

Der Fußballsport sei die Keimzelle des 1921 gegründeten Vereins. Wenn im Dorf kein Fußball mehr gespielt werden könne, würden die einst Aktiven später als Betreuer auch nicht mehr zur Verfügung stehen. „Dann reißt die Kette.” Deshalb habe sich die Fußballabteilung auf den Standpunkt „ganz oder garnicht” gestellt.

Auch TSV-Vorsitzender Ralf Stollenwerk kann den Wunsch nach einem eigenen Sportplatz in Simmerath nachvollziehen, aber die gesamte Entwicklung deutet für ihn darauf hin, „dass der Platz in wenigen Jahren ungenutzt sein wird.”
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