Höfen - Spirituelle Bilder mit eigener Handschrift

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Spirituelle Bilder mit eigener Handschrift

Von: js
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Gerhard Mevissen im Bild-Gespräch mit seinen Gästen: Der Maler weiß nicht im Voraus, was im kreativen Prozess entsteht. Seine Bilder entstehen nicht aus einer Konstruktion oder einem Entwurf. Foto: Josef Schreier

Höfen. Beinahe im Verborgenen wirkt in Höfen der Maler Gerhard Mevissen. Eine Veranstaltung der ökumenischen Bildungsarbeit Monschau gab nun Gelegenheit, sein Werk kennenzulernen und mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen.

Tatsächlich war es manchem Besucher fast so etwas wie eine Entdeckung, ganz in der Nähe einen profilierten Künstler zu treffen, der eine ganz eigene Handschrift in die künstlerische Szene einbringt. Dass es sich bei seinen Werken um - wie Mevissen sagt - „spirituelle” Malerei handelt, ist die Besonderheit, die eigentlich heute besonders ansprechen müsste.

Das „Spirituelle” bei Mevissen ist freilich nicht das, was man gängigerweise darunter versteht. Denn es sind zunächst nicht die Inhalte, die dieses Spirituelle ausmachen. Ein Kennzeichen ist vielmehr, dass ein Bild nicht aus einer Konstruktion oder aus einem Entwurf entsteht. Es bedarf des Wachsens und des Wartens auf den entscheidenden Zeitpunkt, aus dem heraus das Bild zum Vorschein kommt.

Der Künstler weiß nicht im Voraus, was aus dem kreativen Prozess herauskommt. Mevissen spricht sogar von dem „ekstatischen Moment”, aus dem das Bild dann letztlich entspringt. Dass solche Momente oft von „religiösen” Inhalten oder Texten ausgelöst werden, kommt dann dem, was gemeinhin „spirituell” heißt, wieder entgegen.

So begann das Gespräch denn auch vor einem Bild, das von einem Text einer mittelalterlichen Mystikerin, der heiligen Gertrud von Helfta, inspiriert wurde. Ein solches Bild ist freilich nicht irgendeine Illustration des vorliegenden Textes, sondern ist Dokument einer inneren Bewegung, die der des Textes gleichsam parallel geht. Und der Betrachter ist eingeladen, in diese Bewegung mit einzutreten.

Gerhard Mevissen, der aus Heinsberg stammt, hatte sein Atelier mehrere Jahre lang im Tuchschererhaus in Monschau, neben der evangelischen Kirche. Wie er sagte, hat er es sich zur Regel gemacht, alle paar Jahre seinen Arbeitsort zu wechseln, weil die Veränderung der Umwelt auch neue innere Prozesse hervorruft. So ist sein Atelier jetzt nach Höfen umgezogen.

Der Besuch des Monschauer Bildungskreises war der erste öffentliche Anlass, seine Werke dort zu präsentieren. Mevissen sprach dabei eingehend auch über seine gegenwärtigen Pläne und Projekte. So wird die nächste Ausgabe des angesehenen ostbelgischen Literaturmagazins „Krautgarten” im Kunstteil Reproduktionen von etwa 20 Werken von Mevissen enthalten.

Im Selfkant, in der Nähe von Höngen, entsteht zur Zeit ein „Stillefeld” - ein Skulpturenpark mit Betonplastiken, durch die Mevissen die Besucher in einen Bereich der meditativen Ruhe hineinziehen möchte. Die Eröffnung dieses Parks ist im September.

Das Gespräch mit den Monschauer Gästen endete mit der Überlegung, in welcher Weise Mevissens Werk demnächst auch in Monschauer Kirchen präsent sein könnte. Der starke Eindruck, den die Besucher an diesem Abend mit nach Hause nahmen, wird hoffentlich in nächster Zeit zu konkreten Projekten führen.
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