Eifel - SPD-Politiker Frank Martin will nicht mehr

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SPD-Politiker Frank Martin will nicht mehr

Von: Günther Sander
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Hat sein Mandat für den Roetgener Gemeinderat wieder zurückgegeben: der SPD-Politiker Frank Martin.

Eifel. Roetgen. Die Enttäuschung steht dem frisch gewählten SPD-Gemeinderatsvertreter Frank Martin ins Gesicht geschrieben. Der Stachel sitzt so tief, dass er dieser Tage sein Ratsmandat zurückgegeben hat. Von diesem nicht leichten Schritt hat Frank Martin am Mittwoch alle Fraktionsvorsitzenden informiert.

„Ich bedauere sehr, in den kommenden sechs Jahren die Gemeindepolitik nicht als Ratsvertreter mitgestalten zu können“, schreibt Martin. Andererseits aber sei er der Meinung, dass Vernunft, Sachverstand und politische Kreativität „nicht vor der Fraktionszimmertüre haltmachen sollten“. Eine weitere Begründung für seinen Entschluss lautet: „Da ich ein Freund von konzertierten und abgestimmten Vorgehensweisen bin, war ich auch immer der Meinung, dass die besondere Fähigkeit einer Fraktionsführung darin liegt, die Pluralität der Meinungen in einer Fraktion zu einem Strauss zu bündeln. Damit kann man dann gestärkt eine gemeindewohl- und gemeinwesenorientierte Politik betreiben.“ Sachlösungen hätten da nach seiner Ansicht Vorrang vor parteistrategischen Erwägungen. Diese Haltung aber könne er derzeit in der sozialdemokratischen Fraktionsspitze „nicht erkennen“.

Was hat den SPD-Politiker auf die Palme gebracht? „Es war schlicht und einfach ein von mir verfasster Leserbrief“, sagt er auf Anfrage. Der habe einige Leute zu der Auffassung bewegt, Martin müsse mehr Parteiräson walten lassen. „Ich habe mich immer sehr für eine behutsame und regionaltypische Dorfentwicklung starkgemacht“, lässt er wissen und fügt hinzu, was in Roetgen derzeit passiere, entspreche nicht dieser Sichtweite und sei aus seinem Blickwinkel „der Extrakt von Entscheidungen weniger Menschen, teilweise am Ausschuss und auch am Rat vorbei“. Erschreckend sei aus seiner Sicht, dass die Gemeinde Roetgen und auch die Politik sich angesichts des Abrisses des Schmiddem-Hauses) einerseits passiv, andererseits gleichgültig verhalte. „Das Haus könnte noch stehen (was es jetzt noch teilweise tut), wenn das gewollt gewesen wäre“, bedauert Frank Martin. Er könne die Beschwerden des Heimat- und Geschichtsvereins gut verstehen. Seine Kommentar dazu: „Irgendwie wird tatsächlich die Seele des Ortes verkauft!“ Lediglich das habe er konkretisiert, da lasse er sich auch „keinen Maulkorb verpassen“. Sozialdemokratie gehe anders, meint er verärgert und enttäuscht.

Entscheidend sei, dass man in der Politik Mehrheiten finden müsse, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch. Sollte das nicht möglich sein, gebe es drei Möglichkeiten: die Gegebenheiten akzeptieren, weiter kämpfen oder resignieren. „Frank Martin hat sich für die dritte Möglichkeit entschieden. Das muss man akzeptieren und respektieren“, sagt Onasch. Es sei Martins freie Entscheidung und sicher bedauerlich. Martin sei ein wichtiger Mann gewesen, der auch gute Ideen eingebracht habe. „Ich habe mich für ihn eingesetzt, damit er einen guten Listenplatz bekommen hat“, sagt Onasch. Zu den Vorwürfen in Richtung Fraktionsspitze verweist er auf sein einstimmiges Wahlergebnis. „Wenn an den Vorwürfen etwas dran wäre, hätten sich unsere Mitglieder sicherlich für einen anderen Fraktionsvorsitzenden entschieden“, sagt Onasch. Für Frank Martin rücke nun Petra Knur nach.

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