SPD: Allein das Bürgervotum zum Norma soll zählen

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Das richtige Maß finden für den Dorfplatz Lammersdorf: Die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Simmerath befürwortet die kleinere Ausführung (800 Quadratmeter) eines Norma-Marktes. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die Diskussion um die mögliche Ansiedlung eines Norma-Marktes auf dem Dorfplatz Lammersdorf hat mächtig Fahrt aufgenommen und ist jetzt auch auf der kommunalpolitischen Ebene angekommen.

Die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Simmerath hat sich jetzt erneut mit den vorliegenden Plänen und Rückmeldungen zur Gestaltung und Nutzung des Dorfplatzes in Lammersdorf beschäftigt und eine Stellungnahme verfasst.

Bürgerinformation zu spät

Darin übt die SPD deutliche Kritik an der bisherigen Informationspolitik des Bürgermeisters. Insbesondere „das lange Hinausschieben der Bürgerinformation für die Lammersdorfer auf den 20. September durch den Bürgermeister trägt nicht dazu bei, die bestehenden Informationsdefizite auszugleichen bzw. die vielen offenen Fragen kurzfristig klarzustellen“, schreibt Fraktionsvorsitzender Gregor Harzheim.

Wichtig sei es, klarzustellen, dass die in Meinungsäußerungen der Bürger hergestellten Zusammenhänge zwischen Neubaugebiet „Hasselfuhr“, Kreisverkehr an der Kreuzung „Im Pohl“ und Erschließungsstraße für das Neubaugebiet einerseits und Nutzung des Dorfplatzes andererseits falsch seien. Harzheim: „Zu allen anderen Überlegungen und Vorschlägen sind noch viele Fragen offen und können auch noch nicht endgültig beantwortet werden.“

Harzheim formuliert die aktuelle Faktenlage so: „Das Neubaugebiet ist eine nach allen Regeln der Beteiligung und nach intensiver Beratung vom Rat der Gemeinde Simmerath einstimmig beschlossene Tatsache. Der Kreisverkehr ist ebenfalls beschlossen und wird gebaut werden. Genaue Lage und Einzelheiten sind noch zu planen. Der Otto-Junker-Platz wird zum einen als Standplatz für das Zelt insbesondere für die Karnevalsveranstaltungen genutzt, und zu anderen Zeiten auch als inoffizieller Parkplatz.“

Mittelfristig sei aufgrund der Erfahrungen in vielen anderen Orten damit zu rechnen, „dass Festveranstaltungen im Zelt in der Ortsmitte möglicherweise aufgrund der damit einhergehenden Emissionen (Lärm) keine Genehmigung mehr bekommen können“.

Daher begrüße es die SPD, dass dem Karnevalsverein eine Alternative neben der alten Junkerkantine geboten werde; hierzu müssten sich die Karnevalsfreunde Lammersdorf äußern. Andere Dorfaktivitäten (Mainacht, Weihnachtsfeier und anderes) müssten auch nach einer Umgestaltung weiterhin auf dem Otto-Junker-Platz stattfinden können.

„Ein zeitlich unbegrenztes öffentliches Parken wird nach einer möglichen Umgestaltung vermutlich nicht mehr möglich sein, was insbesondere die Pendler mit Umstieg auf den Bus oder als Mitfahrer hart treffen würde“, hält die SPD in ihrer Stellungnahme weiterhin fest. Daher fordere die SPD hier eine alternative Parkmöglichkeit, die den Anforderungen der Pendler und (Rad-)Wanderer gerecht werde.

Die SPD werde entsprechende Vorschläge einbringen. Der Platz solle aber weiterhin in großen Teilen auch als öffentliche Parkfläche genutzt werden können, was den Eltern und Lehrern, aber auch anderen Bewohnern, Besuchern und Geschäftskunden zugute komme. Das öffentliche Parken müsse dann neu geregelt werden und durch ein entsprechendes Leitsystem transparent gemacht werden. Die Grünfläche werde zwar kleiner, „aber der leere Zeltplatz ist bisher auch kein ästhetisches Highlight“, schreibt Harzheim.

Brunnen, Kapellchen und die Grünfläche mit Bänken wolle die SPD auf jeden Fall erhalten. Die Buswartehalle und die angeschlossene Toilette könnten dagegen gerne erneuert werden.

Bestehende Geschäfte stärken

Auderdem halten die Sozialdemokraten fest, dass die bestehenden Geschäfte in Lammersdorf (Metzgerei, Bäckerei, Obst und Gemüse, Blumen) in ihrem Bestand gestärkt werden sollten. Gregor Harzheim: „Lammersdorf als zweitgrößter Ort in der Gemeinde muss in seiner Infrastruktur jetzt zukunftsfest gemacht werden.“

Ein Laden, ein Discounter oder die Zweigniederlassung einer Ladenkette könnten Kundschaft in Lammersdorf binden und somit den bestehenden Geschäften neue Kundschaft zuführen, es kann aber auch zu neuer Konkurrenz führen.

Dem Grunde nach sei die Notwendigkeit für ein Geschäft mit einem Angebot zum alltäglichen Grundbedarf gegeben. Dabei solle man vor allem auch an die weniger mobilen Bürgerinnen und Bürger denken. Das Interesse, in Lammersdorf eine verbesserte Einkaufsmöglichkeit anzubieten, sei bisher bei den bekannten Märkten gleich Null gewesen.

Nur Norma habe sich jetzt - auch im Zuge seiner Neuausrichtung und Qualitätssteigerung - an die Gemeinde mit einer Anfrage gewandt, stellt die SPD fest. Norma könne möglicherweise die Lücke im bestehenden Angebot füllen. Die SPD wolle das vorurteilsfrei und intensiv geprüft wissen.

Abschließend schreibt der Fraktionsvorsitzende: „Selbstverständlich hat die SPD sich mit der Frage des Standortes intensiv auseinandergesetzt und ist zum Ergebnis gekommen, dass Alternativen zum Otto-Junker-Platz (etwa im Industriegebiet Jägerhausstraße oder im geplanten Neubaugebiet oder auf der rechten Seite der Kirchstraße) aus unterschiedlichen Gründen nicht sinnvoll oder nicht realisierbar sind.

Auch für Norma ist der Otto-Junker-Platz die einzige Option. Allerdings ist die SPD der Meinung, dass die kleine Variante des Norma (800 Quadratmeter) zum Zuge kommen sollte, „allein auch deshalb, um einen Konflikt mit den Nachbarkommunen zu vermeiden“. Diese müssten ab 1000 Quadratmeter auch ihr Einvernehmen geben.

Die SPD befürwortet schließlich eine Meinungsabfrage im Anschluss an die Bürgerinformation. Dennoch positioniere sie sich bereits jetzt und werde den in Gang gesetzten Prozess aktiv mitgestalten. Harzheim: „Die Lammersdorfer Bürgerinnen und Bürger sind jetzt gefragt, sie müssen entscheiden, ob sie einen Norma an dieser Stelle wollen oder nicht – die SPD wird auf sie hören und das Bürgervotum zur Grundlage ihrer Entscheidung machen.“

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