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Spannende Projektwoche für junge Schüler: Wie leben die Kinder in Afrika?

Von: hes
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Von seiner letzten Reise nach Kabanga hat Martin Krings (hinten, Mitte) einen Gruß der afrikanischen Kinder, gemalt und geschrieben auf einem Tuch, mit nach Konzen gebracht. Im Rahmen der Projektwoche „Kinder in aller Welt“ erfuhr nun die nächste Generation Grundschulkinder, was es mit Kabanga auf sich hat. Foto: H. Schepp
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Unterricht in Kabanga: Die Kinder sitzen auf harten, engen Bänken im Mini-Klassenzimmer, als Tafel dient der Lehrerin die glatt gestrichene Wand (rechts). Foto: Förderverein

Konzen. Gemeinsam haben die beiden Schulen eigentlich nur den Anfangsbuchstaben ihres Ortes – Partnerschulen sind die Grundschule Konzen und die Primarschule in Kabanga aber dennoch schon seit Jahren und mit wachsender Begeisterung.

Und deshalb war die vom Konzener Missionar Bruder Theo Call gegründete Partnerschule in Tansania natürlich nun auch Thema der Projektwoche „Kinder in aller Welt“ an der GGS Imgenbroich-Konzen. Die etwas andere Unterrichtswoche fand mit dem Tag der offenen Tür am Samstag in Konzen ihren Abschluss.

Martin Krings, der 2008 mit seiner Frau Elke einen eigenen Förderverein für den in Afrika tätigen Missionar initiiert hat, und Vorstandsmitglied Dieter Johnen waren am Donnerstag im Rahmen der Projektwoche zu Gast in der Schule. Zunächst gab es im MuK eine afrikanische Begrüßung und einige Informationen für alle Kinder der Schule, ehe die Projektgruppe von Lehrerin Sandra Retzlaff dann Informationen aus erster hand von den beiden Gästen bekamen.

Die aufmerksamen Grundschüler erfuhren, dass die beiden Lernstätten für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren stolze 7600 Kilometer auseinander liegen und dass die Schule im afrikanischen Land von Bruder Theo Call, also einem Mann aus Konzen gebaut und gegründet wurde.

Von 2000 auf 12.000 Einwohner

Die Schule, vor allem aber das Krankenhaus, das Theo Call ebenfalls gebaut hat, haben die Einwohnerzahl des Bezirks Kabanga, 40 Kilometer von der Grenze zu Burundi entfernt, in 48 Jahren von 2000 auf 12.000 Einwohner anwachsen lassen. „Das liegt auch daran, dass manche Familien hier 12 bis 14 Kinder haben“, berichtet Martin Krings.

Damit die Kinder sich buchstäblich ein Bild davon machen können, wie es in Kabanga und in ihrer Partnerschule aussieht, hat Dieter Johnen eine Fotopräsentation vorbereitet, die die Kinder immer wieder staunen lässt. „Das sieht aber unordentlich aus“, entfährt es einem jungen Betrachter beim Anblick von Theo Calls Büro. Auch der 40 Jahre alte Jeep des Missionars, das winzige Klassenzimmer mit einer Wand als Tafel oder eine umwickelte Kokosnuss als Fußball für die Kinder beeindrucken die Kinder sichtlich.

Sie erfahren, dass dem 77-Jährigen, der am 4. Dezember 1967 in sein neues Leben nach Afrika aufbrach, besonders jene Kinder am Herzen liegen, die benachteiligt sind. An Albinismus erkrankte Kinder fallen wegen ihrer hellen Haare und Hautfarbe in Afrika auf und werden deshalb dort von vielen Menschen diskriminiert, ja regelrecht gejagt; Bruder Theo hat ihnen deshalb in seiner Blindenschule eine Heimat gegeben – ebenso wie vielen Kindern, die keine Mutter oder keine Eltern mehr haben.

Aufmerksam hören die Kinder zu und wissen nun, wie es in der Partnerschule in 7600 Kilometern Entfernung zugeht und wie die Kinder dort leben, „im afrikanischen Busch“, wo ein Mann aus Konzen so viel bewegt hat.

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