Rurberg - Sozialkompetenz in der Natur erwerben

Sozialkompetenz in der Natur erwerben

Von: P. St.
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Rurberg. Der Kletterwald an der Jugendherberge Rurberg ist die Attraktion schlechthin. Den Abenteuerspielpark in den Baumwipfeln im Wald zwischen Kesternich und Rurberg möchten die Kinder am liebsten gleich erorbern, wenn sie an der einsam gelegenen Jugendherberge eintreffen.

Dass hier aber alles in geordneten Bahnen verläuft, ist zum großen Teil der gGmbh „Natur bewegt Dich - Wenn draußen lernen Schule macht“ zu verdanken. Jährlich rund 500 Gruppen und etwa 15.000 Teilnehmer werden von der in Köln ansässigen Organisation betreut. Ein wichtiger Kooperationspartner ist dabei auch die Jugendherberge Rurberg, wo „Natur bewegt Dich“ auch ein eigenes Büro unterhält. Drei Teilzeitkräfte und und ein großer Referenten-Pool stehen zur Verfügung, um die Gruppen zu betreuen und ihnen erlebnispädagogische Klassenfahrtsprogramme und Ferienfreizeiten zu bieten wie es das Leitbild der im Jahre 2010 gegründeten Organisation aussagt. Hervorvergangen ist „Natur bewegt Dich“ aus einem im Jahr 2000 gebildeten Vorgängerverein.

Als Programmpartner des Deutschen Jugendherbergsverbandes kümmert sich der Verein vor Ort darum, dass die einzelnen Gruppen ein auf ihre Wünsche und Erwartungen zugeschnittenes Erlebnis-Programm vorfinden. Abenteuer, Spaß und Freude dürfen beim Eifel-Aufenthalt einen Steinwurf vom Rursee entfernt nicht fehlen, aber für „Natur bewegt Dich“ ist der Aufenthalt erst dann eine runde Sache, wenn die Teilnehmer in den Bereichen Selbsterfahrung und Sozialkompetenz ebenfalls neue Erfahrungen genmacht haben. „In einer angenehmen Atmosphäre möchte wir Spaß und Lernen miteinander verbinden“, erläutert Barbara Gargagli, die Programmkoordinatorin für „Natur bewegt Dich“ vor Ort.

Sechs bis sieben Schulklassen mieten sich derzeit pro Woche in der Jugendherberge Rurberg ein. Im Moment werden 88 Einzelanmelder in zwei Gruppen betreut. Jeden Tag werden Aktionen angeboten. Das Programm reicht von Hochseilgarten, Kanufahren bis zum Floßbau am Rursee. Die Übernachtung im Wald an der Grillhütte Kesternich ist für die meisten Teilnehmer ein ebenso nachhaltiges Erlebnis wie auch der Orientierungslauf. Die Stammkundschaft lernt selbstverständlich im Lauf der Zeit das gesamte Programm kennen, das auch originelle Nuancen bietet wie Schmuggler-Spiele im Wald mit Austricksen von Zöllnern oder „Survival light“ mit der Aufgabe aus der Wildnis wieder heil in die Jugendherberge zurückzufinden.

Rund die Hälfte ihrer Gäste, weiß Jugendherbergsleiterin Ilka Gutzeit, greife gerne auf die angebotenen Programm zurück. Dies bedeute für die Gruppenbetreuer nicht nur eine deutliche Entlastung, es ermögliche den Pädagogen auch, „einmal von außen einen Blick auf ihre Gruppe zu werfen.“ Dieser Blickwinkel eröffne oft „ganze neue Perspektiven.“

Auch Barbara Gargagli hat schon häufig erfahren wie sich die Gruppendynamik angesichts bisher nicht gekannter Erfahrungen in der Natur verändert hat. „Oft brechen festgefahrene Strukturen auf, und ein Kind, das bisher immer als Störenfried galt, wird plötzlich zum kreativen Kopf in der Gruppe.“

In der Nachbetrachtung, so berichtet die Programm-Koordinatorin, seien es oft die Kooperationsspiele, die als besonders gelungenen bezeichnet würden. Interessant seien aber auch immer wieder die Reaktionen auf die Außen-Übernachtungen oder die Herausforderungen im Kletterwald: „Das sind oft ganz große Momente für die Kinder, wenn sie feststellen, dass sie viel mehr schaffen als sie vorher geglaubt haben.“

Schulklassen aus ganz Deutschland finden sich an der Jugendherberg Rurberg ein, vorwiegend aber aus NRW und Rheinland-Pfalz. Die etwas abgelegene Lage des Hauses, erzählt Ilka Gutzeit, werde nicht nur von den Lehrern sondern auch von den Schüler zumindest in der Nachbetrachtung als Vorteil empfunden. Besonders die Schüler stellten fest, „dass es gar nicht so langweilig ist.“

Doch so oft fühlt man sich überhaupt nicht einsam, denn die Jugendherberge direkt an der Landstraße 149, liegt an einem der beliebtesten Streckenabschnitte für Motorradfahrer. Zwar herrscht Tempo 50 im Zufahrtsbereich der Jugendherberge, aber in der Praxis, wissen die Mitarbeiter im Haus aus langjähriger Erfahrung, hält sich kaum jemand an das Tempolimit. Man wünscht intensivere Kontrolle, bevor etwas passiert, denn das Risiko mit einer größeren Gruppe vor der Jugendherberge die Straße zu überqueren, sei nicht zu unterschützen.

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