Nordeifel - Sonntagsspiele: Nordeifelclubs sind sauer auf die DFL

Sonntagsspiele: Nordeifelclubs sind sauer auf die DFL

Von: Kurt Kaiser
Letzte Aktualisierung:

Nordeifel. Bisher war der Sonntagnachmittag traditionell für die Amateurvereine reserviert. Das ist aber mit Beginn der neuen Saison nicht mehr so, denn dann bekommen die Amateurkicker Konkurrenz aus der Bundesliga.

Aus Vermarktungsgründen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) durchgesetzt, dass sie ab der kommenden Spielzeit sonntags ein Spiel um 15.30 Uhr und ein Spiel um 17.30 Uhr ansetzen kann. Vorher, ab 13.30 Uhr, gehen noch drei Zweitligaspiele über die Bühne.

Damit habe die DFL den Amateurvereinen ganz klar gezeigt, dass sie nur für talentierten Nachwuchs zu sorgen, ansonsten aber in Fußball Deutschland keinen großen Stellenwert hätten, so Kritiker der neuen Regelung.

Schon seit Bekanntgabe der neuen Termine im vergangenen Jahr macht sich Unmut und Frust bei den Amateuren breit, denn sie befürchten mit Recht, dass ihnen nun sonntagnachmittags die Zuschauer ausbleiben, die lieber im Fernsehen die Bundesliga verfolgen.

Um jeden Zuschauer kämpfen

„Wir in Roetgen und auch unsere Nachbarorte müssen schon seit Jahren um jeden einzelnen Zuschauer kämpfen, da waren sonntagnachmittags regelmäßig Lokalkämpfe auf den Sportplätzen, Alemannia- Heimspiele oder Formel I-Übertragungen live im Fernsehen. Wenn nun zukünftig sonntags von 13.30 bis 19 Uhr nonstop Bundesligafußball im Fernsehen geboten wird, kommt so mancher Fußballfan gar nicht mehr vom Sofa runter. Das wird nochmals weitere Zuschauer vom Sportplatzbesuch abhalten und den benötigten Umsatz in den Vereinsheimen noch weiter nach unten drücken”, befürchtet FC Roetgens Vorsitzender Friedrich Keßel größere finanzielle Einbussen.

Mit dem Sonntagstermin kann sich auch Germania Eicherscheids Obmann Detlef Bouge nicht anfreunden: „Seitdem wir in der Kreisliga A spielen, haben wir sowieso schon einen starken Zuschauerschwund zu beklagen. Für uns wäre es besser, wenn es den Termin um 15.30 Uhr nicht geben würde, denn der wird uns noch zusätzliche Zuschauer kosten.”

Noch drastischer sieht Günter Offermann, Obmann des TV Konzen, die neuen Anstoßzeiten. „Vor einigen Jahren hat die Formel 1 mit Michael Schuhmacher uns schon Zuschauer gekostet, meistens kamen aber dann noch die Leute, wenn das Rennen zu Ende war. Ich befürchte aber, was jetzt auf uns zukommt, ist eine Katas- trophe für die Amateurvereine. Wenn irgendwelche Topspiele sind bleiben die Leute vor dem Fernseher sitzen. Leider sind diese Entscheidungen aber von Leuten getroffen worden, die Gelder für die Bundesliga akquirieren müssen. Da hat keiner Rücksicht auf die Amateurvereine genommen”, ist auch der Konzener Obmann zu recht verärgert über die Verantwortlichen bei der DFL.

Genug Ärger mit Alemannia

„Wir in Höfen haben eh nicht viele Zuschauer, aber dafür haben wir Spieler und Betreuer, die Dauerkarten für den FC Köln, Borussia Mönchengladbach oder Alemannia Aachen haben. Die werden zukünftig dann zu den Spielen fahren und fallen bei uns aus. Mit den Heimspielen der Alemannia haben wir ja schon länger unseren Ärger”, klagt TV Höfens Obmann Albert Prümmer. Auch beim SV Rott, dem höchstspielenden Nordeifelteam, ist Geschäftsführer Rudi Hüten total verärgert.

„Man kann schon den Eindruck gewinnen, dass die DFL mit den neuen Anstoßzeiten die kleinen Vereine kaputt machen will. Auf den Samstag auszuweichen, hat durch das zusätzliche Spiel um 18.30 Uhr auch kaum Zweck”, rechnet man trotz des Aufstiegs auch beim Landesliganeuling mit weniger Zuschauern.

Ausweichtermine bleiben für die Amateure wirklich kaum noch übrig, denn am Freitag rollt der Ball in der 2. Bundesliga in drei Spielen ab 18 Uhr und in der 1. Bundesliga in einem Spiel um 20.30 Uhr.

Samstags startete die 2. Liga mit zwei Spielen um 13 Uhr, ehe die Bundesliga sich mit fünf Spielen um 15.30 Uhr und mit einem Spiel um 18.30 Uhr meldet.
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