Monschau - Sonntagsmatinee in Monschau: Kunst, Kultur und vieles mehr

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Sonntagsmatinee in Monschau: Kunst, Kultur und vieles mehr

Von: V. Monterey
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Die Themen Musik, Kunst und Kabarett sowie „Sport und Politik“ lockten Besucher von Nah und Fern in die ehemalige Turnhalle im Rosenthal, in die Estrade, einen neuen Veranstaltungsort für Monschau, mit einem ganz besonderen Ambiente. Foto: V. Monterey

Monschau. Unter dem Titel „Was ist denn hier los?!“ bot die Estrade im Monschauer Rosenthal am vergangenen Sonntag ein interessantes Programm aus Kunst, Musik, Literatur, Comedy und Live-Interviews mit Künstlern und Autoren. Damit hat Richard Vernout, Besitzer der Estrade und Organisator dieser für Monschau ausgefallenen Veranstaltung eine Idee realisiert, „die ich schon lange in mir trage“.

Nämlich eben jene verschiedenen Bereiche von Kunst und Kultur miteinander zu verbinden. Nach einer musikalischen Einleitung begann die Matinee vor rund 40 Gästen mit Hubert vom Venn und einer treffenden Comedy über die Eifeler und deren reges Vereinsleben. „Die spinnen, die Eifeler“ hatte vom Venn das Ganze treffend überschrieben. Es folgte das Interview mit dem bekannten Kabarettisten, während im Hintergrund zwei Frauen der Caritas Imgenbroich malerisch vier alte Schulstühle zu Kunstwerken umgestalteten.

Die junge Songwriterin und Sängerin Carina Hilgers aus Menzerath, kurz vor dem Abitur stehend, trat anschließend in der Begleitung ihrer Band auf und stand Vernout, an diesem Nachmittag Moderator, Rede und Antwort.

Ein You-Tube-Video von „Headplosive“, Themen am Rande von Stef & Wally (Stefan Eichler und Dirk Wallitzek, auch zuständig für Licht und Technik an diesem Nachmittag) sorgte anschließend mit Themen, die eher selten in den Nachrichten erwähnt werden, für Stimmung in dem gemütlichen Ambiente der umgebauten ehemaligen Turnhalle, die nun gerade mit der „Idee des Unperfekten“ besticht, so Dr. Stefan Kaußen, Buchautor und Sportmoderator des Radiosenders WDR 2.

Die Balustrade, ein altes Baugerüst, haben Vernout und seine Frau Juanita stehen gelassen, der einstige Schwebebalken ist nun Fuß des runden Tisches, an dem an diesem Abend die Interviews stattfanden. Der Bock steht da, wie eh und je, und die gefürchteten Kästen, die wohl viele an schweißtreibende 45 Minuten Zirkeltraining in der Schule erinnern, sind umgebaut zu Sitzmöbeln und geben dem Gebäude das gewisse Etwas.

Sowohl Margareta Ritter als auch Helmut Lanio waren begeistert von der „tollen Initiative“ und der schönen Atmosphäre der Lokalität wie der Veranstaltung.

Als letzter Gast wurde Dr. Stefan Kaußen zu seinen neuen Publikationen interviewt, zwei Bücher zum Thema Südafrika. Der gebürtige Aachener Politik- und Medienwissenschaftler hielt sich insgesamt eineinhalb Jahre in Südafrika auf und verfolgte den gesamten Transformationsprozess vom autoritären System bis zu der neuen jungen Demokratie, aber auch den offiziellen WM-Report als Rückblick auf die Weltmeisterschaft am Kap. Unter dem Titel „Zwanzig Jahre Freiheit: Mandelas Südafrika – Vision oder Wirklichkeit?“ ist das Buch pünktlich zu den Neuwahlen in Südafrika erschienen.

Ein halbes Jahr davor erschien „Denkanstöße aus einer anderen Perspektive“, ein Skizzenbuch aus Malerei und Essays zum Zustand unserer Zeit, dies in Zusammenarbeit mit dem Künstler Ralf Metzenmacher, letzterer eher ein „Pinselphilosoph als Maler“. „In ihm“, dem Artisten, sei „die Leichtigkeit, seine Bilder aber schwer und tiefsinnig“.

Kaußen, der seit 2010 eine Professur für Journalistik an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) in Köln, Schwerpunkt Politik, Interkulturelle Kommunikation und Sport inne hat, bestätigte, wie ungewöhnlich „die Kombination, Politik- und Medienwissenschaftler sowie Sportmoderator“ anmute. Angefangen habe er als Journalist bei der Aachener Zeitung, dann folgte eine Zeit bei verschiedenen Radiosendern bis er zum Kommentator der Bundesliga aufstieg. „Durch die WM kam ich nach Afrika, so trafen die Schwerpunkte Politik und Sport aufeinander“.

Gern „aus der Vogelperspektive“ oder wie von außen durch eine Glasglocke beobachtete er das Land, in dem die Schere zwischen Reich und Arm maßlos auseinander geht. Er erzähle aber auch „schöne Geschichten“, versuche aber, „knallhart die politischen Verhältnisse zu kritisieren“ und zitierte treffend Mandela: „Echte Freiheit gibt es in echter Armut nicht“.

Nach der eigentlichen Matinee klang bei einem feinen Imbiss von der Senfmühle Monschau und einem Glas Sekt für die anwesenden Mütter, untermalt von einer Jamsession einiger Monschauer Musiker der Nachmittag aus.

„Mir hat es gut gefallen, einen ganzen Nachmittag mal mit etwas ganz anderem zu verbringen, mit etwas, was man sonst nicht findet“, meinte Eric Schommer aus Nidrum zu dem gelungenen Event in der Estrade.

Neben Kunstausstellungen, Workshops, Seminaren, Konzerten und Lesungen wird die Estrade auch zu „Nachts im Museum“ am 20. Juni ihre Pforten öffnen. Man darf gespannt sein.

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