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Sollte Feuerwehrgerät für Einbruch genutzt werden?

Von: P. St.
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Für die Feuerwehren ein unverzichtbares Gerät bei der Menschenrettung: Die hydraulische Rettungsschere. Symbolfoto: imago/imagebroker

Rurberg. Die freiwilligen Helfer der Löschgruppe Rurberg sind fassungslos: In der Nacht von Freitag auf Samstag drangen bislang unbekannte Täter in das Feuerwehrgerätehaus an der Steinbüchelstraße in Rurberg ein, und entwendeten teures hydraulisches Rettungsgerät.

Noch am Freitagabend waren einige Feuerwehrleute zuletzt im Gerätehaus.

Gezielt hatten es die Täter auf eine Rettungsschere und einen sogenannten Spreizer abgesehen. Dieses technische Spezialgerät kommt in der Regel bei schweren Verkehrsunfällen zum Einsatz, um in Fahrzeugen eingeklemmte Personen zu befreien. Zum Rettungsgerät gehören auch noch ein Aggregat und Schlauchmaterial, das ebenfalls aus dem Gerätehaus entwendet wurde.

Der Wert der gestohlenen Ausrüstung beläuft sich auf rund 40.000 Euro. Wie Simmeraths Gemeindewehrführer Christian Förster sagte, bemühe man sich umgehend um eine Ersatzbeschaffung, was aber einige Zeit in Anspruch nehmen werde. „Viel dramatischer ist es aber, dass die Einsatzmöglichkeiten der Löschgruppe Rurberg nun massiv eingeschränkt sind.“ Zwar gebe es keine Verzögerungen beim Erreichen eines Unfallortes, aber wenn hydraulisches Rettungsgerät vor Ort benötigt werde, komme es zu Zeitverzögerung, ehe die an anderer Stelle befindliche Ausrüstung vor Ort sei.

Man sei jetzt gezwungen, „die Alarm- und Ausrückordnung der Feuerwehr Simmerath den neuen Gegebenheiten anzupassen“, denn beim Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät zähle jede Minute.

Der Simmerather Gemeindewehrführer geht davon aus, dass die Täter genauestens darüber informiert waren, dass im Rurberger Gerätehaus ein sogenanntes Hilfeleistungs-Löschfahrzeug seinen Standort gehabt habe, zu dessen Ausstattung das hydraulische Rettungsgerät gehöre.

Die Täter waren im Schutz der Dunkelheit an der rückwärtigen Seite des Gebäudes durch das Aufhebeln eines Fensters in das Gerätehaus gelangt. Dann öffneten sie das Rolltor zur Straße hin, um das Diebesgut in einem Fahrzeug abzutransportieren. Da das Gerät ein beträchtliches Gewicht hat, geht die Feuerwehr von mehreren Tätern aus.

Christian Förster kann sich nicht daran erinnern, dass zuvor schon einmal in ein Feuerwehrgerätehaus in der Gemeinde Simmerath eingebrochen worden sei. Allerdings berichtet er, dass es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Diebstählen aus Feuerwehrgerätehäusern in Autobahnnähe gekommen sei.

Auch in diesen Fällen hätten es die Täter gezielt auf hydraulisches Rettungsgerät abgesehen. Schere und Spreizer kämen dann bei Einbrüchen zum Einsatz, beispielsweise um massive Gitterstäbe zu durchtrennen. Den Tätern käme dabei entgegen, dass die hydraulischen Geräte sehr geräuscharm arbeiteten.

Der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen bestätigt, dass es in den zurückliegenden Wochen neben Rurberg zwei weitere Einbrüche bzw. Einbruchsversuche in Feuerwehrgerätehäuser in Alsdorf und Eilendorf gegeben habe. Auch kann sich Kemen daran erinnern, dass in den vergangenen Jahren bei Einbrüchen in Gerätehäusern dort entwendetes hydraulisches Rettungsgerät später bei Einbruchsdelikten zum Einsatz gekommen sei.

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