Roetgen - Soforthilfe gegen Platznot in den Morgenbussen nach Aachen

Soforthilfe gegen Platznot in den Morgenbussen nach Aachen

Von: hes
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Roetgen. Ein ganzer Gemeinderat im Frühbus nach Aachen? Das würde sich Ingrid Karst-Feilen wünschen, „denn das wäre eine geniale Erfahrung und würde vielleicht die Meinung des ein oder anderen ändern“, sagte die Grünen-Vertreterin, als es in der letzten Ratssitzung des Jahres in Roetgen erneut um den Antrag ihrer Fraktion auf die Einrichtung zusätzlicher Busse nach Aachen in den Morgenstunden ging.

Der Hauptausschuss hatte das grüne Ansinnen auf eine Sofortabhilfe vor dem Hintergrund der ungeklärten Kostenfrage noch abgelehnt, hatte aber die Verwaltung beauftragt, mit dem Linienträger AVV ein Konzept zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs zu entwickeln. Christa Heners und Ingrid Karst-Feilen für die antragstellende Fraktion appellierten aber an den Rat, eine kurzfristige Lösung auf den Weg zu bringen – und erhielten Schützenhilfe durch die UWG. „Was da in den Bussen abgeht, ist hanebüchen – nicht nur morgens, sondern auch mittags“, riet Silvia Bourceau, zwar konzeptionell am Verbindungsplan zu arbeiten, aber auch kurzfristig etwas zu tun.

Gegenwind kam aus Reihen der SPD. „Sie machen es sich da zu einfach. Wir sind es, die die zusätzlichen Busse zahlen müssen. Und wir sind HSK-Gemeinde“, sagte Frank Knur, und sein Fraktionskollege Karsten Knoth sah mit dem Antrag auf zusätzliche Busse gar „einen Blanko-Scheck für den AVV“ ausgestellt: „Dann kaufen die zwei Busse, stellen zwei Fahrer ein und Roetgen bezahlt“, prognostizierte Knoth.

Diese Vorgehensweise aber konnte Christa Heners, Mitglied im AVV-Beirat der Städteregion, ebenso wenig bestätigen wie die Mutmaßung, eine Fahrplanänderung brauche immer mindestens 27 Monate bis zur Umsetzung. Es gebe auch beim Einsatz neuer Busse ein genau vorgegebenes Abrechnungsverfahren, und auch eine Umsetzungsdauer von über zwei Jahren sei ihr nicht bekannt, sagte Heners und verwies auf den nächsten AVV-Beirat am 17. Februar, dessen Beschlüsse dann im Juni umgesetzt würden.

„Diese Frist sollten wir nicht versäumen“, meinte die Grünen-Sprecherin, und sah auch die CDU auf ihrer Seite, deren Sprecher Michael Seidel meinte: „Wir sind für beides – eine Sofortlösung und ein Konzept.“ Auch die Kosten für zusätzliche Busse, die Gerd Pagnia (Grüne) auf „unter 10.000 Euro“ schätzte, sah er weniger dramatisch: „Das bezahlt die Gemeinde Roetgen ja nicht alleine, sondern wird über die ÖPNV-Umlage umgerechnet, so dass auch die Stadt Aachen mitbezahlt“, wusste Seidel.

Nach einer kurzen Auszeit enthielten sich die SPD-Vertreter dann bei der folgenden Abstimmung über den Grünen-Antrag auf sofortigen Einsatz neuer Busse auf der stark frequentierten Strecke bis auf eine Ausnahme, 15 Mitglieder des Rates stimmten zu. Einstimmig wurde anschließend noch die Verwaltung beauftragt, mit dem AVV über ein Verbesserungskonzept zu verhandeln.

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