Nordeifel - „So ist zahnärztlicher Notdienst eigentlich nicht vorgesehen”

„So ist zahnärztlicher Notdienst eigentlich nicht vorgesehen”

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Nordeifel. Selten Grund zur Klage gibt es über den zahnärztlichen Notdienst in Nordeifel, doch in einem Fall am zurückliegenden 2. Weihnachtstag, funktionierte das System nur bedingt, wie jetzt eine Mutter aus Huppenbroich berichtete.

Gabi Werden, deren 11-jähriger Sohn plötzlich zahnärztlicher Hilfe bedurfte, konnte erst mit Verzögerung behandelt werden. Abends gegen 19.30 Uhr hatte sich plötzlich die fest im Mund verlötete Gaumenspange (Kieferregulierung) des Kindes einseitig gelöst.

Die gesamte Konstruktion mit all ihren scharfen Drahtenden baumelte lose im empfindlichen Gaumenbereich herum. „Mein Kind konnte weder essen noch trinken, geschweige denn damit zu Bett gehen und schlafen,” war für Gabi Werden klar, dass fachliche Hilfe erforderlich war.

Vergebens auf Rückruf gewartet

Die zahnärztliche Notdienstansage nannte ihr drei diensthabende Zahnärzte; zwei in der Stadt Aachen und eine Praxis in Simmerath. Gabi Werden: „Ich rief die genannte Telefonnummer in Simmerath an. Dort lief ein Anrufbeantworter, der mir eine Handynummer nannte. Ich rief dann diese Nummer an. Eine Box-Stimme forderte mich auf, meinen Namen und Telefonnummer zu hinterlassen, ich würde dann umgehend zurückgerufen.”

Nach 10 Minuten Wartezeit sei aber kein Rückruf erfolgt. „Mein Mann rief von seinem Handy aus nochmals an und hinterließ nochmals die Bitte um Rückruf.

Nach weiteren 10 Minuten war immer noch kein Rückruf erfolgt,” schildert die Mutter den weiteren Verlauf. „Zum Glück bewahrte mein Kind die Ruhe und bekam keine Panik. Ich rief dann nochmal den zahnärztlichen Notdienst an und schrieb mir die Telefonnummern der beiden genannten Zahnärzte in Aachen auf. Der Arzt in Burtscheid war uns am nächsten. Als ich seine Handynummer anrief, meldete er sich sofort. Er bestellte uns für 21 Uhr in seine Aachener Praxis und konnte meinem Kind innerhalb von 10 Minuten mit seinem Spezialwerkzeug helfen. Ich wäre dem Mann am liebsten um den Hals gefallen und bin ihm äußerst dankbar,” schildert Gabi Werden ihre Erleichterung.

Am nächsten Tag gegen 10.30 Uhr habe sich dann die Simmerather Zahnarztpraxis gemeldet und und auf dem Anrufbeantworter folgende Nachricht hinterlassen: „Ich war leider krank und habe mich ins Bett gelegt. Daher habe ich wohl das Telefon nicht gehört. Sorry. Ich hoffe, heute morgen hat Ihnen jemand helfen können.”

Aus der Sicht von Gabi Werden hätte die Simmerather Notdienst-Praxis für eine Vertretung sorgen müssen. So sei wertvolle Zeit verstrichen. Während der Behandlung in Aachen seien auch noch Patienten aus Kalterherberg eingetroffen. Gabi Werden: „Man muss sich die Fahrstrecke einmal vorstellen! Gott sei Dank gab es an diesem Abend kein Schneetreiben.”

Regelung hat sich bewährt

Bei der Zahnärztekammer in Aachen ist man auch wenig glücklich über diese Geschichte. „So ist der Notdienst eigentlich nicht vorgesehen”, sagt Ernst Goffart, der Verwaltungsstellenleiter der Zahnärztekammer. Der Zahnarzt aus Roetgen weist aber darauf hin, dass es aus der Eifel „so gut wie nie” ein Beschwerde gebe. „Der Eifel-Notdienst macht uns überhaupt keinen Ärger”. Seit 14 Jahren inzwischen habe sich das System bewährt, zwischen Oktober und März an Feiertagen und in den Ferien eine eigene Notdienst-Einteilung in der Eifel zu praktizieren, um den Patienten in den Wintermonaten weite und beschwerliche Fahrten zu ersparen. Im Winter werde immer ein Kollege aus der Eifel zusätzlich zum zahnärztlichen Notdienst eingeteilt, womit man gegenüber den Kollegen aus Aachen überproportional mehr Notdienst leiste, betont Ernst Goffart.
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