Nordeifel - Skilift Rohren läuft keinen Tag

Skilift Rohren läuft keinen Tag

Von: P. St./kjl
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Die Natur in der Nordeifel ist ihrer Zeit um drei Wochen voraus. Schneeglöckchen (wie hier Am Gericht) und Krokusse gehörten Ende Februar bereits zum Alltagsbild. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Primeln statt Pulverschnee, Grillen statt Schneeschaufeln: Das bevorstehende Wochenende dürfte erneut für neue Temperaturrekorde gut sein, und damit die Gesamt-Tendenz des Winters 2013/14 fortsetzen.

Die Wetteraufzeichnungen verzeichnen nach einem unglaublichen milden Februar in der Eifel den viertwärmsten Winter seit 1889. (Messungen des Schneifelforsthausews seit 1889) .

Es gab allerdings auch in der Vergangenheit bereits außergewöhnliche milde Winter: So meldete die Station Strauch mit 3,80 Grad Durchschnittstemperatur 1974/75 den bisher wärmsten Winter. Es gab 28 Frostnächte und maximal eine Schneedecke von 12 cm. 3,73 Grad betrug im Winter 2006/07 der Durchschnittswert bei 24 Frostnächten und maximal fünf cm Schnee.

3,48 Grad waren es im Winter 1989/90 bei 39 Frostnächten und maximal sechs cm Schnee. 3,47 Grad waren im Schnitt im Winter 2013/14 bei nur 20 Frostnächten 20 und einer maximalen Schneedecke von drei cm. Vor 1974 waren die Winter deutlich kälter bis zurück ins Jahr 1889.

Im vergangenen Winter lagen in Kalterherberg nur am 1. und 2. Februar sieben bis acht cm Schnee. Karnevalssonntag blühten die ersten Forsythien und Anfang März dreht der Frühling erst richtig auf; andauernder Hochdruck wird weitgehend sonnige und warme Tage bescheren.

Auch bei den Zugvögeln hatte sich der Einzug milder Temperaturen rundgesprochen, sie kehrten besonders früh zurück.

In Simmerath erreichte die Mitteltemperatur im Februar 2014 satte 3,5 Grad und in Mützenich 2,7 Grad. Damit lag die Eifel gut 3,5 Grad über den Langzeitwerten. Der bisher wärmste Februar erreichte 1990 sogar 5,3 Grad in Simmerath. Abgesehen von einigen warmen Tagen mit bis zu 14,3 Grad im Raum Aachen (24. Februar) gab es nur selten Nachtfrost (Aachen und Roetgen eine Frostnacht, Strauch drei und in Höfen 13 Frostnächte). Seit Beginn der Messungen in Simmerath (1975) gab es keinen Februar mit so wenig Frost.

Die logische Folge war ein Totalausfall beim Wintersport in Eifel und Sauerland, sogar die Karnevalsflüchtlinge erlebten in den Alpen mildes Regenwetter. Der Skilift Rohren lief an keinem einzigen Tag; Die Anlage wird in den kommenden Tagen wieder zur Sommerbobbahn umgerüstet.

Einzig die Sonnenscheindauer war – wie schon in den Vormonaten – ein Highlight des Hochwinters. Gut 20 Prozent lagen die gezählten Sonnenstunden über den Normwerten. Hier eine kleine Auswahl aus der Nordeifel: Kalterherberg: 51 Stunden, Schöneseiffen-Windpark: 55, Monschau-Schulzentrum: 80 und Aachen: 92.

Der Februar 2014 war trocken und hatte zahlreiche Sturmtage, vor allem in der ersten Monatshälfte. In Kalterherberg wurden 15 Tage mit Windstärke 8 und mehr notiert. Im Bördenraum zwischen Aachen, Düren und Zülpich war es zudem der zweittrockenste Winter seit 1900.

Wie das Wetter nach einem solch warmen und trockenen Winter nun weitergeht, ist nach wie vor unklar. Nach dem extremen Winter 1974/75 folgte ein sehr heißer Sommer und nach dem warmen Winter 2006/07 folgte ein extrem sonniges und warmes Frühjahr. Massenhaftes Auftreten von Insekten, Schädlingen und Zecken werden wir wohl oder übel ertragen müssen.

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