Situationskomik und Wortwitz

Von: M. S.
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Nach guter Tradition verwöhnt
Nach guter Tradition verwöhnte Mützenichs Theaterensemble „Wortspiel” sein Publikum am zweiten Weihnachtstag mit höchst bekömmlicher Komödienkost. Foto: Manfred Schmitz

Monschau/Mützenich. Wenn jemand plötzlich und früher als vermutet von einer Reise zurückkehrt, erwarten ihn daheim nicht selten unliebsame Überraschungen: So mancher Schwindel fliegt auf, manch arglistiger Schwerenöter wird auf frischer Tat ertappt.

Und so glaubten Heini und Evi Sandmann (Roland Kaspar, Hermine Schmitz) an böse Hausgeister, die in ihren heiligen vier Wänden geheimnisvolles Unwesen trieben, als das Perlenhochzeitspaar einen Flug früher als geplant buchte, um mit seinen Lieben in aller Ruhe Ehejubiläum zu feiern. Dabei wollte „die Familie” ihren Oberhäuptern nach deren Rückkehr aus dem Urlaub heimlich doch nur ein schönes Fest bereiten.

Das freilich entglitt rasch zum köstlichen Katz- und Maus-Spiel voll origineller Situationskomik, Turbulenz, schlagfertigem Witz, gewürzt mit einer kräftigen Prise Humor. Szenenapplaus und Lachtiraden im Saal, als auf den Brettern die Lage der Mimen immer verworrener wurde und ihr mit Gags gespicktes Versteckspiel förmlich ebenso nach einem Happyend lechzte wie nicht wenige strapazierte Besucher-Zwerchfelle.

Unbeschwerter hätte das Ensemble „Wortspiel” des Mützenicher Theatervereins „Concordia” das Weihnachtsfest nicht verabschieden können, als mit Rolf Bechtels Lustspiel „Perlenhochzeit”. In der mit rund 200 Zuschauern fast ausverkauften Aula des Monschauer St. Michael-Gymnasiums feierte das Publikum am Montagabend Auf der Haag nach Herzenslust Premiere mit der veranstaltenden Bühnengemeinschaft.

Seit September probte die Venndorf-Theatertruppe regelmäßig unter Leitung des routiniert-kreativen Regisseur-Gespanns Brigitte Palm und Ralf Steffens (beide auch in überzeugend gespielten Rollen zu erleben). Das insgesamt elfköpfige Ensemble agierte in seinen Parts der Erstinszenierung glaubhaft und harmonisch wie aus einem Guss. Den Protagonisten Heini und Evi allerdings gebührt ein Sonderlob; sie hätten aufgrund ihres „gymnastischen” Einsatzes und „Bodenübungen” in engen Wohnzimmerverstecken Schmerzensgeldgage redlich verdient.

Zum abgerundeten Aufführungsgenuss trugen ebenso wirksam und motiviert die eigentlich von Schwiegermama Evi wenig geliebte Schwiegertochter Rosemarie (Nadine Thomas) bei, nicht weniger die überkandidelte Chefin Maja (Karina Löhner) und Sohn Hans (Jürgen Strauß). Ein echter Freund und Heinis treuer Kumpel voller Ideen: Erich Frosch alias Wolfgang Schmitz. Zum abgerundeten Gelingen der Aufführung trugen auch Nachbarin Schnabel (Brigitte Palm) und ihre Nichte Tina (Susanne Saar) gehörig bei.

Doch was wären noch so reife schauspielerische Leistungen ohne die fleißigen Hände in der Technik und hinter den Kulissen, im gleißenden Scheinwerferlicht. „Alle Jahre wieder” bewährt und zuverlässig Lydia Grau und Petra Jollet (in der Requisite und im Souffleusekasten), das Technikerduo Michael Schmitz und Michael Strauß, die Maskenbildnerin Andrea Lenzen. Für den Bühnenbau war das Team um Wolfgang Schmitz verantwortlich, für perfekten Auftritt und Gestaltung sorgte „paintbox”-Werbung. Fazit: Bestnoten für diese kompakte Darbietung.

Und weil ein gut Ding gern Gesellschaft hat, der erste Vorhang sich stets nach dem letzten öffnet, folgen der Erstaufführung weitere Vorstellungen, und zwar am kommenden Freitag, 30. Dezember, sowie am Freitag, 6. Januar, und Samstag, 7. Januar, jeweils um 19.30 Uhr, im Gymnasium Auf der Haag.
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