Simmerath - Simmerath will Bürger nicht mit dem Grünschnitt alleine lassen

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Simmerath will Bürger nicht mit dem Grünschnitt alleine lassen

Von: P. St.
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Gerne nutzen die Simmerather Bürger das Angebot der Abgabe von Grünschnitt im Gewerbegebiet Simmerath, der sich hier bequem anliefern lässt. Über 3000 Annahmen gab es im vorigen Jahr.

Simmerath. Die Entsorgung des Grünschnittes ist in der Eifel immer ein großes Thema. Es wird sich im Sommer zuspitzen, wenn im Gewerbegebiet Imgenbroich ein Entsorgungs- und Logistikzentrum (ELC) für den Südkreis durch den Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) in Betrieb genommen werden soll. Beim ELC handelt es sich um einen Containerhof, wo Abfall aller Art in Kleinmengen abgegeben werden kann - auch Grünabfall.

Nun verfügt die Gemeinde Simmerath aber bereits seit 2010 über ein gut funktionierendes System der Grünabfall-Entsorgung für ihre Bürger, nachdem im Gewerbegebiet Rollesbroich bei der Firma Simmerather Recycling GmbH durch die Regioentsorgung eine Annahmestelle für Grünabfälle eingerichtet wurde.

Wenn nun in Imgenbroich das ELC seinen Betrieb aufnimmt, stellt sich die Frage, wie die Gemeinde mit der Annahmestelle in Rollesbroich verfahren soll. Die Frage, ob bei einem neuen Angebot der Service in Rollesbroich noch weiter aufrecht erhalten kann, wurde jetzt auch intensiv im Simmerather Umweltschutzausschuss diskutiert.

„Wir haben in Rollesbroich eine sehr gute Lösung gefunden, wissen aber noch nicht, was uns in Imgenbroich erwartet“, formulierte Sascha Schlepütz (CDU) seine Bedenken, dass für die Bürger unter dem Strich eine Service-Verschlechterung herauskommen könnte. Erst wenn man Klarheit über die Konzeption des ELC in Imgenbroich erhalten habe, könne ein Beschluss gefasst werden, ob Rollesbroich als Grünschnitt-Annahmestelle aufgegeben werde. Dieser Auffassung schloss sich auch der Ausschuss einstimmig an, In Kürze wird eine Projektgruppe bei der ZEW ihre Arbeit aufnehmen, um die konkrete Abwicklung und Organisation in Imgenbroich festzulegen.

Außerdem, hieß es weiter im Beschluss, solle die Verwaltung darauf hinwirken, dass die Organisation des ELC in Imgenbroich den „eifeltypischen Gegebenheiten“ entspricht. Als Maßstab sollte dabei der bisherige Service-Standard in Rollesbroich gelten.

„Der Bürger-Service darf nicht schlechter werden“, hatte zuvor auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns als wesentliche Forderung herausgestellt.

Die Auffassung von Ulrich Reuter von der Regioentsorgung, dass Simmerath auch die Kosten tragen möge, „wenn es der Gemeinde wert ist, ein Zusatzangebot in Rollesbroich aufrecht zu erhalten“, konnte Karl-Heinz Hermanns nicht teilen. Dass man die Annahmestelle in Rollesbroich mit rund 50000 Euro jährlich subventioniere, sei auch als konkrete Maßnahme gegen wilden Müll zu sehen. Zudem gelte es, „die Besonderheiten der Eifel“ beim Grünschnitt zu berücksichtigen. Hermanns verwies darauf, dass man gar keine andere Möglichkeit habe, als ein Angebot für größere Menge Grünschnitt bereitzustellen.

In der Tat sei der Grünschnitt der Knackpunkt, räumte auch Karl Rambadt von der ZEW ein. Angestrebt sei eine Kooperation mit dem Unternehmen in Rollesbroich, da das ELC Imgenbroich auf Abfall-Kleinmengen (von Leuchtstoffröhren bis Alt-Batterien) aus privaten Haushalten ausgerichtet sei, nicht aber für gewerbliche Anlieferungen. Dennoch müsse es das Ziel sein, dass alle Bürger ihre Grünabfallmengen, auch in größerem Umfang, in Imgenbroich künftig abgeben könnten.

Eine Anlieferung von Grünschnitt auf Kofferraummengen zu begrenzen, sei „absolut praxisfremd“, warnte auch Klaus Stockschlaeder (Grüne) davor, ein gut funktionierendes System wie in Rollesbroich ohne Alternativangebot einzustellen.

„Hier wird mit großen Äpfeln geworfen“, warb Siegfried Lauscher (SPD) um eine realistische Betrachtung, da wirklich große Mengen Abfall auch in Simmerath die Ausnahme seien. In Imgenbroich müsse aber garantiert sein, dass auch größere Abfallmengen angeliefert werden könnten, denn es sei nicht einzusehen, „dass wir zusätzlich für Rollesbroich bezahlen.“

Ulrich Reuter, der einmal mehr erkannt hatte, „dass die Eifel zu Recht wie üblich ein wenig anders ist“, versprach, die Gemeinde Simmerath mit dem Problem Grünschnitt nicht allein zu lassen. Er werde die Anregungen in die Projektgruppe hineintragen, um ein „Maximum an Bürger-Service zu vertretbaren Kosten“ zu erreichen.

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