Simmerath beschließt neue Wege in der Schulpolitik

Von: P. St.
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Simmerath. Die Gemeinde Simmerath möchte mit der Gemeinde Hürtgenwald künftig in Fragen der Schulpolitik kooperieren. Nachdem der Schulausschuss bereits die Weichen für eine Zusammenarbeit mit der Nachbarkommune im Kreis Düren gestellt hatte, folgte nun auch der Gemeinderat einstimmig dem Ausschuss.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sieht in dieser Einstimmigkeit eine gute Verhandlungsbasis: „Damit hat der Rat bewiesen, dass er in Kernfragen über parteipolitische Grenzen hinweg zusammensteht.”

Die Beschlüsse zur Errichtung einer Gemeinschaftsschule mit Monschau und Roetgen wurden aufgehoben. Stattdessen wird eine „partnerschaftliche Kooperation” mit der Gemeinde Hürtgenwald angestrebt, die die beiden Bürgermeister „zielführend” fortsetzen sollen. Eingebunden in das Modell ist auch das Franziskus-Gymnasium Vossenack.

In der kurzen Ratsdebatte überwog die Freude darüber, dass nun auf Landesebene zwischen den politischen Kräften endlich der Schulfrieden im Lande hergestellt wurde.

CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer begrüßte diesen Konsens und sah ein „zukunftsfähiges Modell” mit Hürtgenwald. Man sollte die Vergangenheit jetzt ruhen lassen”, empfahl Franz-Josef Hammelstein (SPD). Es sei „eine Tür nach Hürtgenwald” geöffnet worden. „Dort sitzt ein freundlicher Nachbar.” Das neue Schulmodell, betonte der Simmerather Schulausschuss-Vorsitzende, müsse „attraktiv und qualifiziert” sein. Klaus Stockschlaeder (Grüne) hoffte auf eine „tragfähige Lösung” mit Hürtgenwald, während Hermann-Josef Bongard (FDP) ebenfalls die Chance sah, dass „jedes Ende auch ein Neubeginn ist.” Stefan Weber (UWG) zeigte sich „felsenfest überzeugt” davon, „dass es sich lohnt, mit Hürtgenwald zu verhandeln”, während Gregor Harzheim (SPD) noch einmal an den Ausgangspunkt zurückkehrte und daran erinnerte, dass es von Beginn das Ziel der Gemeinde Simmerath gewesen sei, ein weiterführendes Schulangebot zu erhalten.

Aus der Gemeinschaftsschule wird eine Sekundarschule

Der Schulfrieden in NRW wurde möglich, weil die CDU auf die von ihr geplante Verbundschule verzichtet. Zudem ist man bereit, die Garantie der Hauptschule aus der NRW-Verfassung zu streichen. Rot-Grün wird die Gemeinschaftsschule nicht wie geplant umsetzen.

Beide Seiten vereinbarten, dass das gegliederte Schulsystem dann bis 2023 nicht mehr angetastet werden soll. Die neue Sekundarschule ermöglicht ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler in den Klassen 5 und 6. Dabei sollen auch gymnasiale Standards im Unterricht gelehrt werden. Ab Klasse 7 ist integriertes Lernen weiter möglich.

Im Unterschied zur Gemeinschaftsschule wird die Sekundarschule keine Oberstufe haben. Die neue Schulform soll jedoch mit Gymnasien oder Gesamtschulen kooperieren.

Die Sekundarschule soll mindestens dreizügig geführt werden, Teilstandorte der Schule und Zusammenschlüsse mit anderen Kommunen sind möglich (für diesen Fall ist auch eine Zweizügigkeit ausreichend).

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