Silber für Einruhr: „Engagement ist nicht mit Geld zu bezahlen”

Von: Vera Junker
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Einruhr/Waldfeucht. Sie ist quadratisch, nicht ganz leicht und sorgt für jede Menge gute Laune. Wovon mag da wohl die Rede sein? Von einer Plakette - einer silbernen, um genau zu sein. Solch ein Exemplar erhielt das Eifeldorf Einruhr am Samstag im Rahmen des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft” aus den Händen des nordrhein-westfälischen Umweltministers Eckhard Uhlenberg.

Dieser stellte ebenfalls schnell und richtig fest: „Das Klima hier ist wunderbar.” Wieso sollte es auch anders sein? Im Waldfeuchter Bürgertreff versammelten sich schließlich Vertreter der 26 Dörfer, die sich erfolgreich für den Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” qualifiziert hatten. Für alle gab es entweder eine bronzene, silberne oder goldenen Plakette, als Anerkennung für dörfliches Engagement und übernommene Eigenverantwortung.

Dörfer lebenswert gestalten

„Es ist in der Tat fantastisch mit welch unverändert großem Engagement die Dörfer den ländlichen Raum lebenswert machen, ihn gestalten und weiter entwickeln. Das ist mit Geld nicht zu bezahlen”, bekräftigte Uhlenberg noch einmal anlässlich der Feier im westlichsten Zipfel des Kreises Heinsberg. Der Dorfwettbewerb weist mittlerweile eine 50-jährige Geschichte auf und hat an seiner Attraktivität bis heute nichts verloren.

„Es ist schon ein schöner Titel mit dem man den Dorfnamen nun schmücken darf”, erklärte Einruhrs Ortsvorsteher Christoph Poschen. Die etwa 15-köpfige Delegation vom Obersee, die sich auf den Weg in den Selfkant gemacht hatte, wurde zusätzlich unterstützt vom stellvertretenden Städteregionsrates Hans-Josef Hilsenbeck und dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Bernd Goffart.

Ein Punkt, den das 700 Seelen-Dorf Einruhr ausmacht, ist die gelebte Dorfgemeinschaft, der Zusammenhalt bei vielen Veranstaltungen und im Alltag. „Oftmals gerät der ländliche Raum im Vergleich zu Ballungszentren ins Hintertreffen. Doch das was das Leben in Dörfern auszeichnet, wie Nachbarschaftsverhältnisse und Gemeinschaft, finden sie in Städten nicht”, spricht auch Eckhard Uhlenberg die Vorzüge des Lebens auf dem Lande an, das er selbst kennt.

Allerdings gab es von Seiten des Ministers auch einige kritische Worte. „Nicht alles ist eitel Sonnenschein. Man kann nicht leugnen, dass viele Dörfer kämpfen und unter einem hohen Funktionsverlust leiden. In solchen Fällen müssen wir uns fragen, wo gibt es Alternativen?”

Und die Alternative sieht der Minister definitiv nicht in der „allabendlichen Flimmerkiste”, sondern viel eher in der regelmäßigen Kommunikation, dem Gedanken- und Meinungsaustausch.

An Gesprächen und vor allen Dingen Gesprächsstoff mangelte es den anwesenden Dorfvertretern in Waldfeucht jedenfalls nicht. Vom Wetter bis hin zu den unterschiedlichsten Dorfkonzepten wurde allerlei diskutiert.

Auch ein Sonderpreis

Thema war unter anderem auch das in Eigeninitiative geplante und umgesetzte Projekt des Naturschwimmbades Einruhr. Für dieses erhielt die Dorfgemeinschaft einen Sonderpreis vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Form eines Baumes (Salix alba), der zur Eingrünung des Schwimmbades beitragen soll. „Der wird mit Sicherheit einen schönen Platz finden”, erklärte Bernhard Pauls vom Schwimmbadverein.

Nach Abschluss des Programms, das von dem diesjährigen Golddorf Waldfeucht auch musikalisch auf vielfältige Weise untermalt wurde, waren alle Mitgereisten zufrieden: „Es war ein schöner Tag. Jetzt brauchen wir nur noch einen angemessenen Platz für unsere Silberplakette”, sagte Christoph Poschen und fuhr fort: „Wenn es in die nächste Entscheidung auf Kreisebene geht, da sind wir voraussichtlich wieder dabei.”
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