Seniorensitzung: „Ob Konst oder Schrott, mer joh net kapott“

Von: jam
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Sie alle verließen die Markthalle als Gewinner: Die Monschauer Senioren strapazierten auf der Sitzung ihre Lachmuskeln und sorgten dafür, dass dieser kein verlorener Tag wurde. Foto: Jürgen Ammann

Monschau. Während in den Monschauer Straßen eher eine beschauliche Ruhe wahrzunehmen war, ertönten aus der Markthalle wohl bekannte karnevalistische Stimmungslieder. Die Markthalle, mit über 70 „jecken“ Senioren gut gefüllt, war das närrische Zentrum am Dienstagnachmittag in Monschaus Altstadt.

Georg Kaulen freute sich über die große Resonanz der Seniorinnen und Senioren an der Karnevalssitzung der Arbeitsgemeinschaft „Alt Monschau“, und führte als professioneller Sitzungspräsident, mit sonoriger und etwas heißerer Stimme, durch ein sehr abwechslungsreiches, nahezu dreieinhalbstündiges Programm mit vielen Sketchen und Darbietungen.

„Ich bin jedes Jahr hier bei dieser Sitzung und genieße mit Freunden und Bekannten diese närrischen Stunden. Wir haben unseren Spaß, lachen viel und erfreuen uns an den Auftritten“ sagte Josef Hermanns, 80-jähriger gebürtiger und waschechter Monschauer stellvertretend für alle Anwesenden.

Geschichten aus dem wahren Leben und Szenen aus dem Alltag, die jeder kennt, waren zumeist die Inhalte der Sketche. „Im Badezimmer“, aufgeführt von Bettina Fricke und Heike Böhmer, ermöglichte einen närrischen Einblick in das morgendliche Miteinander eines Ehepaares im Bad.

Charlotte Freifrau von Ried stand als Angeklagte in der „Gerichtsverhandlung“ im Monschauer Amtsgericht im Mittelpunkt. Erregung öffentlichen Ärgernisses und ungeklärte Vaterschaft wurde ihr vorgeworfen. Die Frage des Richters „Wer sind die Väter Ihrer Kinder?“ beantwortete sie mit den Worten „Wenn Sie mit Ihrem Allerwertesten im Dornenstrauch gesessen sind, können Sie auch nicht sagen welche Dorne Sie gestochen hat“ und brachte den Saal zum Lachen und in Stimmung.

Sehr gut angenommen und mit viel Beifall honoriert wurden die Darbietungen der drei Tura-Tanzgruppen. 25 junge Tänzerinnen der „Turanos“, der „Lilliputs“ und der “Rainbow Kids“ begeisterten mit ihrem Können. „Bewegung ist für jedes Alter gut, und Alter schützt vor Schunkeln nicht“ war die Prämisse des Nachmittags, immer dann, wenn über Grenzen hinaus bekannte, vorwiegend aus der Kölner Region stammende karnevalistische Ohrwürmer und Schunkellieder zu vernehmen waren.

„Spaß an der Freud‘ haben, meine Lachmuskeln bewegen, denn jeder Tag ohne Freude und Lachen ist ein verlorener Tag“ so umschrieb Marga Hartleb, 76 Jahre, ihre Motivation erneut an dieser traditionellen und beliebten Monschauer Karnevalssitzung teilzunehmen.

„Die Wunderbox“ hieß der Sketch, der die Praxis einer Monschauer oder einer Eifler Arztpraxis beleuchtete; eine Wunder-Heilmaschine und die Verbindung mit herkömmlichem Alkohol (zum Trinken) zeugten von professioneller Behandlung auf technisch höchstem Niveau.

Heinz Mertens, der letzte Monschauer Büttenredner (so Georg Kaulen) stieg in seine Bütt und redete über das „Smartphone“. Für sein intelligentes Telefon hatte er seine ganz eigene App, mit der er lustig und kritisch über viele Themen und Bereiche aus Monschau, aus der Region und aus der weiten Welt informierte.

Der Sketch „Der gewisse Unterschied“ spielte in einem Gartenrestaurant und zeigte in deutlichster Form den gravierenden Unterschied zwischen einer „gemütlichen Männerrunde“ und einer „Gesellschaft feiner Damen“ auf. Zu feuchten Augen der Anwesenden kam es als die beiden Frauen „Pospichil & Hawlischek“ (Bettina Fricke und Michaela Kaulen) ihren intimen Tratsch zu ihren Männern zum Besten gaben. Gelernt haben alle, dass Komplimente wie „Du hast Zähne wie Sterne, gelb und weit auseinander“ bei Frauen ebenso wenig gut ankommen wie Muskelmänner mit kurzer Zündschnur...

Die Frau auf der Bank, Die Hoddelmeyer, hatte die neuesten Informationen aus Monschau mitgebracht, zum Lachwesen der Monschauer Seniorinnen und Senioren. Drei weitere Sketche „Gut pariert“, „Krokodile“ und „Diätplan“ komplettierten das lustige Programm bevor die Tanzaufführungen „Mexikanischer Tanz“ und „Die Trashis“ die Sitzung beendeten.

Alle sind Gewinner

Sitzungspräsident Kaulen dankte dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Karneval, Alexander Lenders, für seine Anwesenheit und allen helfenden Händen hinter den Kulissen. Maria Kluvert und Birgit Förster zeichneten für die diesjährige Organisation verantwortlich und erhielten gemeinsam mit vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern und Mitwirkenden den Orden der Session 2014.

Für Kaulen war es als Offizier a.D. ein Heimspiel, viele Karnevals-Raketen mit hoher närrischer Intensität zu zünden, die nach Aussagen von närrischen Beobachtern auch allesamt den Monschauer „Fastelovends-Himmel“ erreichten. Und letztendlich bleibt festzuhalten, „Wenn ein Tag ohne Freude und Lachen ein verlorener Tag ist“, dann waren an diesem Dienstag alle in der Monschauer Markthalle anwesenden Seniorinnen und Senioren Gewinner. Monschau Alaaf.

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