Senioren können die Politik beeinflussen

Von: dm
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Sie gehören zum Vorstand der Senioren-Union im Gemeindeverband Simmerath (von links): Hermann Breuer, Arthur Johnen, Christel Braun, Josef Heinen, Ernst Westerburg, Josef Mohren und Manfred Offermann. Foto: dm

Simmerath. „Die Senioren-Union muss politisch werden,” forderte Josef Mohren, Vorsitzender der Senioren-Union in Simmerath, jetzt auf der Jahresversammlung: Die Senioren könnten Wahlen und damit auch die Politik beeinflussen.

Josef Mohren verwies beispielhaft an die nun akut gewordene Zuzahlung von acht Euro an die Krankenkassen. Die Zuzahlung sei wohl „nur ein Einstieg” in weitere Belastungen. Daher habe die Seniorenunion auch in ihr Wahlprogramm zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr festgeschrieben, dass die notwendige Sanierung der Staatsfinanzen „einseitig zu Lasten der Rentner und der Kranken erfolgt.”

Gut ein Dutzend Mitglieder der Senioren-Union im Gemeindeverband Simmerath war zur Jahresversammlung gekommen.

Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung waren die Wahlen zum Vorstand. Josef Mohren, der seit der Kommunalwahl auch dem Simmerather Gemeinderat angehört, wurde als Vorsitzender für die nächsten beiden Jahre bestätigt, er ist gleichzeitig auch Geschäftsführer der SU. Josef Heinen (Eicherscheid) und Christel Braun (Rollesbroich) gehören dem Vorstand als stellvertretende Vorsitzende an. Als Beisitzer wurden gewählt: Georg Jansen (Simmerath), Arthur Johnen (Strauch), Erich Westerburg (Eicherscheid), Hermann Jansen (Simmerath) und Manfred Offermann (Lammersdorf).

Die Senioren-Union hat die Kandidatur von Karl-Heinz Hermanns für das Bürgermeisteramt engagiert unterstützt und unter anderem über 4000 Briefe an die Senioren-Haushalte verschickt, wofür Hermanns sich auf der Versammlung herzlich bedankte. Josef Mohren: Die SU habe das Wahlergebnis für Karl-Heinz Hermanns zumindest „nicht verschlechtert”. Das Ergebnis für die CDU bei der Kommunalwahl 2009 sei insgesamt „nicht gut”, er selbst habe mit nur um 40 Prozent der Stimmen ein „ganz schlechtes Ergebnis” erzielt. Die Wahl habe deutlich gemacht, dass die CDU nicht mehr ohne weiteres über die 50 Prozent komme. Ein Problem der CDU sei, „dass wir die jungen Leute nicht mehr bekommen”, bedauerte Josef Mohren.

Die Senioren befassten sich auf ihrer Versammlung auch mit kommunalen Themen. Kurze Informationen dazu lieferte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der berichtete: Der Haushalt der Gemeinde weise ein Minus von 5,1 Millionen Euro auf. „Die Gemeinde selbst kann das Defizit nur ganz unwesentlich beeinflussen”, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde müsse mit geringeren Einnahmen bei der Gewerbesteuer (300.000 Euro), bei der Einkommenssteuer (700.000 Euro) und bei den Schlüsselzuweisungen (300.000 Euro) rechnen, dazu steige die Umlage an die Städteregion um 1,1 Millionen auf zusammen rund 9 Millionen Euro. Durch Sparmaßnahmen könne das Defizit nicht kompensiert werden.

Die Hauptschule in Simmerath muss saniert werden. Zu den 4,5 Millionen Fördermitteln muss die Gemeinde noch gut zwei Millionen dazugeben. Der Beschluss darüber, dass Simmerath eine Schule im Sekundarbereich 1 brauche, sei „ohne Gegenstimme” gefasst worden, darin sehe er „eine wichtige Botschaft”.

Mehr politischen Einfluss kann die Senioren-Union auch im neuen Generationenbeirat der Gemeinde nehmen, denn dem Beirat werden sechs Personen angehören, die 65 Jahre und älter sind. Das Interesse an der Mitarbeit in diesem Beirat sei bei den Senioren recht groß, freute sich Josef Mohren.
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