Selbstbewusste Streiterin für Beteiligung und Solidarität

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Dank für gute gemeinsame Jahre: Generalvikar Manfred von Holtum ließ es sich nicht nehmen, Renate Müller persönlich zu verabschieden. Foto: Thomas Hohenschue

Strauch. Eine erfahrene Strategin, eine selbstbewusste, streitbare Ratgeberin, konstruktiv kritisch, sozial engagiert, fest verankert in der frohen Botschaft des Evangeliums und der Lebensfreude des Rheinlandes: Der Attribute gibt es viele für Renate Müller aus Strauch.

 Am 1. Oktober wurde sie nach acht Jahren Amtszeit als Vorsitzende des Aachener Diözesanrats der Katholiken verabschiedet.

Das Soziokulturelle Zentrum Klösterchen in Herzogenrath gab den gastlichen Rahmen. Zu den vielen Wegbegleitern, welche Renate Müller persönlich Danke sagten für zwei Legislaturperioden guter und produktiver Zusammenarbeit, gehörte auch Generalvikar Manfred von Holtum. Er hat in vielen Fragen und Gremien Müllers fachkundige und engagierte Unterstützung gesucht und geschätzt.

Der Generalvikar rief in Erinnerung, dass es schwierige Jahre für die Kirche im Bistum Aachen waren, die es gemeinsam in den Jahren zu gestalten galt. Bei Müllers Amtsantritt 2006 war die Finanzkrise der Diözese noch längst nicht bewältigt und bei der Wiederwahl 2010 steckte das Bistum mitten in den Umbrüchen, welche die Kirche am Ort durch eine Umstrukturierung durchlebte.

Renate Müllers entschiedene, aber stets konstruktive Haltung habe zu einer guten Gesprächskultur im Bistum Aachen beigetragen, würdigte der Generalvikar. Und schloss damit an einen schriftlichen Dank seitens Bischof Heinrich Mussinghoff an. Dieser unterstrich, er habe Müller und mit ihr den Diözesanrat der Katholiken immer als fairer und loyaler Gesprächspartner erlebt.

Renate Müller habe dem Einsatz tausender Frauen und Männer in den Laiengremien des Bistums Aachen ein Gesicht gegeben. Sie sei unermüdlich eingetreten für die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit dieses Engagements. Und habe zugleich unmissverständlich Flagge gezeigt dafür, dass sich Kirche der Welt zuwendet, sozialpolitisch Flagge zeigt, diakonisch tätig wird.

Ruhiger aber nicht ruhig

Die Verabschiedete selbst blieb sich treu, machte nicht viele Worte um all das. Seit 1967 hat sie sich im deutschen Verbands- und Rätekatholizismus auf allen Ebenen engagiert, zunächst in der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), dann in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), schließlich im Diözesanrat der Katholiken und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Jetzt wird es ruhiger, aber nicht ruhig um Renate Müller. Sie gibt diese Gremienämter auf, aber legt nicht ihr solidarisches Engagement ab. Der Auftrag des Evangeliums, sich für die Menschen am Rande der Gesellschaft einzusetzen, lässt sie nicht los. Als Sozialrichterin lernt sie die Schattenseiten unserer Systeme kennen. Und auch ganz persönlich arbeitet sie mit Menschen, die Ausgrenzung erfahren.

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