Simmerath - Sekundarschule: Simmerath will die „große Lösung”

Sekundarschule: Simmerath will die „große Lösung”

Von: hes
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Simmerath. „Die große Lösung”, also eine Sekundarschule mit vier Eifelkommunen an drei Standorten, wollen alle Fraktionen in Simmerath.

Dennoch benötigte der Generations-, Schul- und Sozialausschuss der Gemeinde Simmerath am Donnerstagabend nochmals über eine Stunde Diskussionszeit und sogar eine Sitzungsunterbrechung, ehe man die richtige Formulierung für den Beschlussvorschlag gefunden hatte. Schließlich sollte darin zum Ausdruck kommen, dass Simmerath lieber schon nächstes Jahr mit der Sekundarschule starten würde und man größten Wert auf einen Teilstandort Simmerath legt.

Klare Wort aus Köln

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns skizzierte noch einmal die Chronologie der bewegten Novembertage, die die große Wende im scheinbar festgefahrenen Schulstreit gebracht hatten. Entscheidend sei letztlich gewesen, dass die Bezirksregierung in aller Deutlichkeit Alleingängen ohne regionalen Konsens eine Absage erteilt habe.

„Weder Monschau und Roetgen noch Simmerath und Hürtgenwald hätten also alleine eine Sekundarschule genehmigt bekommen”, stellte Hermanns fest. Oder wie Hermann-Josef Bongard es formulierte: „Die positive Wendung war nicht der Einsicht der Beteiligten geschuldet, sondern der klaren Ansage der Bezirksregierung”.

Auch Ministerium stimmt zu

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns berichtete, dass zunächst die Bezirksregierung und wenige Tage später auch das Schulministerium in Düsseldorf „eine Zweizügigkeit an drei Standorten als genehmigungsfähig anerkannt” hätten. Damit sei der Weg frei für eine große Lösung, die es nun unter den vier Kommunen mit Leben zu füllen gelte.

Während Josef Mohren für die CDU einen „nach langer Diskussion in unserer Fraktion” erarbeiteten Beschlussentwurf vorlegte, starteten die Sozialdemokraten noch einmal den Versuch, Konkurrenzdenken zwischen den Nachbargemeinden zu schüren. Auf der Fotomontage mit den vier Bürgermeistern in der Tageszeitung von Mittwoch sei „ja deutlich zu sehen, wer am Steuer sitze”, interpretierte Sprecher Siggi Peeters, und sein Genosse Stefan Kaever warf Bürgermeister Hermanns gar vor, er habe sich beim Starttermin für die Sekundarschule „erneut von Frau Ritter unterbuttern lassen”.

Der Bürgermeister aber ließ diesen SPD-Angriff schmunzelnd als „politisches Scharmützel” an sich abperlen und verteidigte sogar die Kollegin: „Frau Ritter wäre auch lieber schon 2012 gestartet, musste sich aber letztlich den Fakten und dem Willen der Politik in ihrem Rat beugen”, so Hermanns. Nach einer Sitzungsunterbrechung räumte dann auch die SPD-Vertreter ein, „dass gut Ding Weile haben will”, und man den Start erst zum Schuljahr 13/14 mittrage, immer vorausgesetzt, dass die „große Lösung” kommt.

Immerhin wurde die SPD-Formulierung in den langen Beschlussvorschlag aufgenommen, dass der Ausschuss „die zeitliche Verzögerung des Projektes um ein Jahr bedauert, da dadurch einem weiteren Jahrgang die Chance auf gemeinsames Lernen verwehrt wird”.

Gisela Kampshoff-Enderle hätte für die Grünen auch gerne einen Start schon im August 2012 gesehen, aber letztlich habe die Verschiebung einige Vorteile: „Das Konzept kann so gründlich ausgearbeitet, Schulkonferenz-Beschlüsse können in Ruhe gefasst und den Eltern Zeit für ihre Entscheidung gegeben werden”, fasste die Grünen-Vertreterin zusammen. Kampshoff-Enderle erinnerte daran, „dass letztlich die Eltern die Standortfrage entscheiden”, es also zum jetzigen Zeitpunkt müßig sei, festzulegen, wo wie viele Züge untergebracht würden.

Das bekräftigte auch Uli Offermann (CDU): „Das können wir nicht bestimmen. Und wenn aufgrund der Elternentscheidung oder der demografischen Entwicklung Kinder felen, dann muss leider Gottes ein Stzandort aufgegeben werden”, so der Abgeordnete aus Kesternich. Offermann sieht es als „Gebot der politischen Fairness”, den späteren Start zuzustimmen, wenn eine Partnerkommune darum bitte, weil sie noch nicht so weit sei.

Dem pflichtete auch Hermann-Josef Bongard bei: „Es ist zwar schade, aber ein neues Verfahren braucht seine Zeit”. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns setzte den Deckel auf die termindebatte: „Lieber eine große Lösung 2013 als eine kleine nächstes Jahr”.

Mit dem mühsam erarbeiteten Beschlussvorschlag konnten sich schließlich alle Fraktionen anfreunden, auch UWG-Vertreter Stephan Weber, der sich als Vertragsjurist zunächst an der ein oder Formulierung in den Vorschlägen von CDU und SPD gestört hatte. Teil dieses einstimmig verabschiedeten Beschlusses ist neben der weiteren Verfahrensweise auch der Hinweis, wie mit den bisherigen Beschlüssen umzugehen ist: „Die Umsetzung des Ratsbeschlusses, wonach die Verwaltung zielführende Verhandlungen mit der Gemeinde Hürtgenwald über die Bildung einer Sekundarschule führen soll, wird bis auf weiteres umgesetzt”.

Positiver Impuls

Und schlussendlich gab Simmeraths Generationenausschuss mit seinem Beschluss der weiteren Entwicklung einen positiven Impuls mit auf den weg: „Der Ausschuss hofft, dass nun ein Weg gefunden ist, damit für die Kinder und Jugendlichen der vier Kommunen eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe, gemeinsame Sekundarschule angebeoten werden kann”.
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