Seelsorger nimmt drei Monate Auszeit

Von: P. St.
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Verlässt zum 4. Januar 2014 die GdG Monschau: Pfarrer Karl-Heinz Stoffels nimmt eine Auszeit, um über seine weitere Zukunft als Seelsorger Klarheit zu erhalten. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Mit dieser Botschaft hatten die Kirchenbesucher, die am zweiten Adventswochende guten Glaubens die katholischen Gottesdienste der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) in Monschau besuchten, nicht gerechnet: Pastor Karl-Heinz Stoffels, Leiter der GdG Monschau, kündigte völlig überraschend seinen Abschied aus Monschau an.

Am Samstagvormittag hatte er die Pfarrgremien über seinen Entschluss informiert, die Gläubigen wurden dann in den Gottesdiensten mit der Information konfrontiert, „die für viele schwer zu verstehen und anzunehmen sein wird“, so der Seelsorger in seiner Mitteilung. Der 47-Jährige wird die GdG Monschau am 4. Januar 2014 verlassen. Der Bischof sei seiner Bitte nachgekommen, ihn von seinen seelsorgerischen Aufgaben zu entpflichten.

Karl-Heinz Stoffels, der vor 20 Jahren die Priesterweihe empfing, war im September 2007 als Priester für die Pfarren, Monschau, Mützenich und Imgenbroich eingeführt worden. Als sich dann die Personalsituation verschärfte und Pastor Stoffels ab 2009 auch die seelsorgerische Verantwortung für die vier weiteren Pfarren (Konzen, Kalterherberg, Höfen und Rohren) übertragen wurde, spürte er bereits die große Last des Amtes, die sich in den Folgejahren auftürmte.

Während und nach der Visitation der GdG durch Weihbischof Karl Borsch im Herbst dieses Jahres habe er manche Gespräche mit ihm und mit den für die Seelsorge im Bistum Aachen Verantwortlichen geführt, „die letztendlich dazu geführt haben, dass ich die Gemeinschaft der Gemeinden Monschau verlassen und mein Amt als Pfarrer der sieben Gemeinden der GdG Monschau aufgeben werde. Es ist ein Schritt, der mir nicht leicht fällt, den ich aber doch nach reiflicher Überlegung gehen werde“, sagte Stoffels am Wochenende.

Neben vielen guten Wegen, die in der Gemeinschaft der Gemeinden beschritten worden seien, „habe ich gespürt, dass ich selbst an meine Grenzen gekommen bin und nicht mehr uneingeschränkt meiner Aufgabe als Seelsorger, der für die Menschen vor Ort da ist und ihnen zur Seite steht, nachkommen kann“. Nicht immer sei das Äußere ein Spiegel dessen, „was sich im Inneren bewegt“, ergänzte der Seelsorger.

„Ich bin Priester geworden, um mit den Menschen das Leben zu teilen und ihnen die Liebe Gottes zu verkünden und diese mit ihnen zu leben“, betont Karl-Heinz Stoffels. In einer sich verändernden Kirche aber habe er immer deutlicher gespürt „dass viele andere Aufgaben im Vordergrund stehen, die ich als Leiter einer Gemeinschaft der Gemeinden zu erfüllen habe, die sich aber unterscheiden von dem Anliegen, das mich seinerzeit bewogen hat, Priester zu werden“. Diesem doppelten Anspruch, so seine Erkenntnis, „kann ich nicht gerecht werden“.

Da er aber auch in den nächsten etwa 25 Jahren noch im aktiven priesterlichen Dienst stehen möchte, sei nun der Zeitpunkt gekommen, um „Konsequenzen ziehen“.

Seine weitere Zukunft als Seelsorger sei noch offen, erläuterte Stoffels weiter. Der Bischof habe ihm ermöglicht, nach fast 20 Jahren priesterlichen Dienstes eine dreimonatige Auszeit zu nehmen. Diese werde er im Recollectio-Haus der Benediktinerabtei Münsterschwarzach in der Nähe von Würzburg in Anspruch nehmen, um hier eine Orientierung für seine weitere Zukunft zu finden. Der Seelsorger vertraut darauf, „dass sich in dieser Zeit sicherlich eine neue Perspektive für mein weiteres priesterliches Wirken eröffnen. Ich möchte wieder mehr Seelsorger sein.“

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