Schwimmbad: Regierungspräsident mahnt zur Kooperation

Von: P.St./hes
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Monschau/Simmerath. Die Chancen, dass auch die unausweichlich notwendige Sanierung des Simmerather Schwimmbades vom Land bezuschusst wird, stehen offenbar nicht gut.

Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar sagte, dass es nur „mit viel Mühe und großem Wohlwollen” gelungen sei, zwei Millionen Euro Zuschuss vom Land für die Sanierung des Monschauer Vennbades auf die Beine zu stellen. Eine vergleichbare Förderung für die Nachbarkommune sei daher nicht realistisch. Unter den heutigen finanziellen Gesichtspunkten könnten man benachbarten Kommunen nicht mehr dazu raten, zwei Schwimmbäder zu unterhalten.

Die Diskussion um die Schwimmbadsanierung in Monschau und Simmerath könne zudem nicht nicht losgelöst von der zukünftigen Konzeption der Hauptschulen in Simmerath und Monschau betrachten werden.

Grundsätzlich vertrat Lindlar die Auffassung, dass die interkommunale Zusammenarbeit eine „unabdingbare Notwendigkeit” für die Zukunft sei.

Dass der Regierungspräsident mit dieser Aussage der Gemeinde Simmerath praktisch eine Absage für eine Bezuschussung einer Schwimmbad-Sanierung oder eines Neubaus erteilt, nimmt Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns „etwas verwundert” zur Kenntnis. Er habe in den zurückliegenden Wochen mit dem RP nicht über das Thema Schwimmbad gesprochen. Offenbar aber gebe es Gesprächsbedarf, so dass er beabsichtige, kurzfristig das Gespräch mit Lindlar zu suchen. Bei dieser Gelegenheit solle der Regierungspräsident dann auch über die inhaltliche gleiche Auffassung des Bürgermeisters und aller fünf Fraktionsvorsitzenden zum Thema Schwimmbadsanierung unterrichtet werden.

In dieser Woche war das Bad geschlossen, da Betonkernbohrungen stattfanden, um die Gebäudesubstanz zu analysieren. Aufgrund dieser Untersuchung wird sich entscheiden, ob die Betriebserlaubnis verlängert und der Schwimmbetrieb in Simmerath fortgesetzt werden kann. Das Ergebnis der Untersuchung soll der Verwaltung heute vorliegen.

Auch im Monschauer Stadtrat löste das Thema „gemeinsame Schwimmhalle” am Dienstagabend erneut eine kontroverse Debatte aus. Die SPD sah „die Möglichkeiten einer gemeinsamen Schwimmhalle bislang unzureichend geprüft”, so ihr Sprecher Gregor Mathar. Fraktionsgenosse Erwin Jansen sprach von einem „äußerst pragmatischen Vorschlag, die Kosten für die Stadt zu senken” und wehrte sich gegen den Vorwurf, das Ansinnen seiner Fraktion sei verantwortungslos. Unterstützung kam von der Vertreterin der Linken: Erika Krebs hält den Vorschlag einer gemeinsamen Schwimmhalle „für um so nachdenkenswerter”, da Simmerath nun in der gleichen misslichen Lage sei.

„Wir stehen kurz vor der Übernahme des Projekts durch den Generalübernehmer”, verwies CDU-Sprecher Micha Kreitz auf das Ausschreibungsende für die Baumaßnahme am 10. Mai, und auch Werner Krickel stellte fest: „Wir können das Verfahren jetzt nicht ernsthaft stoppen.”

Bürgermeisterin Margareta Ritter sah „überhaupt keine Lösung”, bezüglich Schwimmhalle ein gemeinsames Projekt zu verwirklichen. Eindringlich verwies sie auf die Aussagen des Regierungspräsidenten zu Beginn dieser Woche und hält schon aufgrund der vorhandenen Infrastruktur „alleine den jetzigen Standort in Monschau für geboten”. Auch einem Bad mit höherem „Spaßfaktor” erteilte Ritter eine klare Absage: „Hier geht es ausschließlich um Schul- und Vereinsschwimmen. Die Attraktivität eines touristischen Bades mag ich nicht verantworten”, verwies sie auf das defizitäre Freizeitbad in Würselen.

Der SPD-Antrag, die Realisierungsmöglichkeiten einer gemeinsamen Schwimmhalle zumindest einmal zu prüfen, wurde bei sieben Gegenstimmen abgelehnt. Verabschiedet wurde jedoch - diesmal gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, ein so genanntes „Meinungsbild”. Dieses besagt gemäß der Vorgabe des Regierungspräsidenten, dass die Stadt Monschau nach Fertigstellung ihres „neuen” Vennbades dort den Nachbarkommunen Schul- und Vereinssportkapazitäten anbieten wird.
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