Schweinegrippe: „Wir stehen erst am Anfang”

Von: P. St./ess
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Nordeifel. Auch wenn die Schweinegrippe den pünktlichen Schulstart nach den Sommerferien nicht stoppen konnte, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. „Wir stehen erst am Anfang,” sagt der Monschauer Arzt Dr. Hans-Dieter Hege, der nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub gleich mit dem Thema Schweinegrippe konfrontiert wurde.

Ein massives Auftreten von Verdachts- und Krankheitsfällen in der Region, wie gerüchteweise in dieser Woche zu hören war, konnte der in Konzen praktizierende Mediziner jedoch nicht bestätigen.

Hege spricht von in seiner Praxis von einem bisher bestätigten Fall und zwei weiteren Verdachtsfällen, die sich aber vermutlich ebenfalls noch bestätigen würden. Die Ansteckung sei nach bisherigen Erkenntnissen im Umfeld der Patienten, nicht etwa im Urlaub, erfolgt.

Der Schweinegrippe-Schnelltest für die Feststellung einer Diagnose, ist nach den Erfahrungen von Hans-Dieter Hege „eher unzuverlässig”, erst recht wenn der Patient mehr als zwei Tagen nach Auftreten von Beschwerden verstreichen lässt. Eine spürbar stärkere Ausbreitung der Schweinegrippe erwartet der Mediziner mit dem Schulbeginn in der nächsten Wochen: „Dann dreht sich das Karussell.”

Das Schweinegrippe-Virus gilt als hoch ansteckend. „Wenn das jemand in die Familie trägt, macht es die Runde.” Bei einer herkömmlichen Influenza sei das nicht der Fall. Da komme es nur in Einzelfällen vor, dass andere Familienmitglieder angesteckt würden. Auch wenn der Krankheitsverlauf bei der Schweinegrippe vergleichsweise harmlos sei, müsse jeder Verdachtsfall an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Massenansteckungen bei Großveranstaltungen sind laut Dr. Hege denkbar, aber nur dann, wenn sie in geschlossene Räumen stattfinden. Bei Freiluftveranstaltungen sei eine Ansteckungswelle praktisch ausgeschlossen.

Wesentlich kritischer sei da beispielsweise die Situation in einem überfüllten Schulbus. Daher werde der Schulbeginn auch eine „Schlüsselposition” bei der weitere Entwicklung der Schweinegrippe einnehmen.

Symptome für die Schweinegrippe sind hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen. Wer diese Anzeichen erkenne, solle umgehend mit seinem Hausarzt Kontakt aufnehmen, so Dr. Hege. Sinnvoll sei es, sich vorher zu melden und nicht ein gefülltes Wartezimmer zu betreten. „Wir wollen die Patienten trennen.”

Auch in Roetgen und Monschau

Das Gesundheitsamt des Kreises Aachen meldet unterdessen den ersten bestätigten Fall der Influenza A/H1N1 aus der Gemeinde Roetgen. In der Gemeinde Simmerath ist die Anzahl der bestätigten Fälle von fünf auf neun gestiegen. Und auch Monschau hat seit Mittwoch zwei Kranke.
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