Schwanensee: Kreis-Umweltdezernent Zink nimmt zu Vorwürfen Stellung

Von: P. St.
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Sucht den Dialog trotz strenger Vorschriften: Uwe Zink, Umweltdezernent beim Kreis Aachen. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Kleine Dinge erzielen manchmal eine große Wirkung. Das zeigte sich auch jüngst, als die Stadt Monschau gegen den Kreis Aachen wetterte, weil die Aufsichtsbehörde gefordert hatte, den in die Perlenbachtalsperre führenden Überlauf des Schwanenweihers in Höfen so herzurichten, dass der Trinkwassersee von bakteriologischen Belastungen aus dem Teich freigehalten wird.

Die Aufregung in der Bevölkerung war groß, stellte sich doch die Frage, wie ein kleiner Schwanenweiher die Trinkwasserqualität gefährden soll. Das Verfahren läuft noch.

Zu Unrecht in der Schusslinie von Monschaus Bürgermeister Theo Steinröx sieht sich nicht nur in diesem Falle Uwe Zink, Umweltdezernent des Kreises Aachen und zuständig für den Trinkwasserschutz.

Zink erinnert daran, dass die nicht zulässige Situation am Schwanenteich in Höfen schon mehrfach angemahnt worden sei. Es handele sich hier um kein natürliches, sondern ein künstlich angelegtes Gewässer, das nach bestimmten Vorschriften zu bewirtschaften sei, selbst wenn der kleine Teich für das gesamte System der Trinkwasseraufbereitung letztlich unerheblich sei.

Uwe Zink mahnt jedoch an, dass bestimmte Werte eingehalten werden müssten, und in den Sommermonaten liege die bakteriologische Belastung des Gewässers über den Grenzwerten.

„Multi-Barrieren-System”

Zum Schutz des Trinkwassers sehe das Landeswassergesetz ein so genanntes „Multi-Barrieren-System” vor. Das System funktioniere nach dem Prinzip, „dass Belastungen bereits dort zurückgehalten würden, wo sie auch entstehen.”

Im Falle des Teiches in Höfen ließe sich die Belastung im übrigen mit überschaubaren Maßnahmen bremsen, sagt Zink, indem eine Schilfbarriere gepflanzt werde, an der sich Bakterien absetzen und anschließend abbauen könnten.

„Das ist sicherlich ein vertretbarer Aufwand”, meint der Umweltdezernent, dem es auch wichtig ist, seine Mitarbeiter aus der Schusslinie zu nehmen, „die lediglich geltendes Recht anwenden.” Das sei nichts anders, als würde der Kreis einen Bauherrn auffordern, seine mangelhaft funktionierende Kleinkläranlage zu sanieren.

Uwe Zink, der seit 15 Jahren in der Kreisverwaltung tätig ist, erinnert daran, dass es ausreichend Beispiele in der Vergangenheit gebe, wo man in der Eifel stets einen Konsens gefunden habe, wenn es um Lösungen für den Trinkwasserschutz gegangen sei. Damals habe die Allgemeinverfügung zum Trinkwasserschutz zu Kooperationsverträgen mit den Landwirten geführt. Damals habe auch der Kreis das Miteinander gesucht, „und heute gibt es keine erkennbaren Probleme mehr.” Gleiches gelte für die mit den Kommunen kooperativ erfolgte Umsetzung der Landschaftspläne. Auch hier sei er stets bestrebt gewesen, im Dialog Lösungen zu finden. Durch diese Maßnahmen, die dem Trinkwasserschutz dienten, sei auch die seinerzeit heiß diskutierte Olef-Umleitung heute kein Thema mehr. Seitens des Kreises habe man stets Wert darauf gelegt, eine „Kriminalisierung des Bürgers” zu vermeiden, um unter Einhaltung der Gesetze zu konstruktiven Lösungen zu kommen.

Die oft zu hörende allgemeine Kritik an langen Bearbeitungszeiten durch das Kreisbauamt, will Uwe Zink nicht gelten lassen. Im Vergleich zu anderen Kreisen stehe man sehr gut da. Problematisch sei allerdings, dass nahezu in 80 Prozent der Fälle die eingereichten Unterlagen nicht vollständig seien.

Sollten Probleme bei Baugenehmigungsverfahren auftreten, bietet Uwe Zink jedem Bürger ein persönliches Gespräch. „Sollten die Fälle sich häufen, komme ich auch gerne zu einer Sprechstunde in die Eifel.”
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