Roetgen - Schulwegsicherung gefällt nicht allen

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Schulwegsicherung gefällt nicht allen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Eine Sperrbarke mit Verbotsschild wird jetzt vier mal am Tag in der Zufahrtsstraße zur Grundschule, Turnhalle und Rathaus aufgebaut, damit die I-Dötzchen wie Romie, Maya, Silke und Niklas sicher zur Schule kommen. Aber nicht bei allen Eltern kommt diese Absperrung gut an. Foto: Sarah Maria Berners

Roetgen. Vor allem seit die Baumaßnahmen zur Schulerweiterung der Roetgener Grundschule in vollem Gange sind, wird es in der kleinen Zufahrtsstraße, die auch zur Turnhalle führt,eng. Alle Kinder können die Schule nur noch über diese Straße erreichen.

Am frühen Morgen und nach Schulende wimmelt es dort vor i-Dötzchen und den älteren Grundschulkindern. Auch die Kinder. Die einen rennen hier, die anderen dort, manchmal auch ohne auf den Verkehr zu achten. „Bis jetzt ist zum Glück noch nichts passiert”, sagt Dirk Recker von der Gemeindeverwaltung. Aber schon seit Jahren setzen sich Eltern dafür ein, dass diese Stichstraße nicht mehr befahren werden darf. Bisher vergebens.

Doch die Gefahren, die durch die Baumaßnahmen jetzt zusätzlich entstanden sind, riefen die Eltern erneut auf den Plan. „In der letzten Woche haben sich viele Eltern beim Ordnungsamt gemeldet”, erzählt Dirk Recker.

Am vergangenen Freitag trafen sich daher Eltern mit einem Verkehrssicherheitsexperte der Polizei, einem Verkehrsingenieur des Kreises Aachen und einem Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung zum Ortstermin, um sich die Situation genauer anzusehen. Und es wurden einige Gefahren erkannt.

„Vor allem Eltern, die ihre Kinder erst kurz vor knapp in die Schule bringen, fahren nicht immer Schrittgeschwindigkeit” hält Recker fest. Ruth Andres, Mitglied der Schulpflegschaft, nennt eine weiteres Problem: „Durch die Baustelle ist es nicht mehr möglich, zu wenden. Die Autofahrer müssen zurücksetzen und das ist eine enorme Gefahrenquelle.” Vor allem die kleinen i-Dötzchen können schnell übersehen werden. Schlließlich laufen Kinder auch schonmal kreuz und quer.

Weiterer Gefahrenpunkt: „Morgens blendet die Sonne die Autofahrer, Kinder könnten dann leicht übersehen werden”, befürchte Anja Förster.

In enger Absprache zwischen Schulleitung, Lehrern, Elternpflegschaft und den zuständigen Behörden wurde kurzfristig eine Straßensperre eingerichtet. Während der Bring- und Abholzeiten sperrt der Lotse die Straße ab. Eine Sperrbarke mit einem Verbotsschild macht deutlich: Bis hier und nicht weiter.

„Die meisten Eltern aber haben die neue Regelung gut aufgenommen”, gibt Recker seine Erfahrungen vom frühen morgen wieder. Die meisten, aber eben nicht alle. Es gab aber auch kritische Stimmen. Anette Hahnengreß war alles andere als begeistert, als sie ihre Tochter am Dienstagmorgen nichtsahnend zur Schule brachte.

Vor allem die Parksituation regt sie gewaltig auf. „Jetzt ist es nur noch möglich ordnungswiedrig vor den Geschäften zu parken”, so die aufgebrachte Mutter weiter. Dem Kritikpunkt, dass es nun für Eltern keine legale Parkmöglichkeit gibt, hält Recker entgegen, dass Eltern auf dem öffentlchen Teil des Parkplatzes neben der Sparkasse oder auf dem Markt ohne weiteres parken können. Tatsächlich waren freie Parkplätze am Dienstagmittag Mangelware, weil auf dem Markt Verkaufsstände aufgebaut waren. „Es war zwar heute etwas schwieriger mit dem Parken, aber dann muss man halt ein paar Schritte gehen” nimmt Mutter Nicole Prinz die Situation elassen. Ein Schülerlotse hilft den Kindern vor der Schule sicher über die Straße.

Anette Hahnengress findet die Sperrung dennoch unnötig. „In der Straße gilt doch jetzt schon Schrittgeschwindigkeit. Ich finde, dass Kinder lernen müssen, mit dem Verkehr umzugehen”, so Hahnengreß. „Das ist mal wieder typisch für Roetgen. Man lässt die Leute einfach auflaufen”, ärgert sie sich. In den nächsten Tagen aber werden die Eltern aller Grundschüler durch einen Brief der Schulleiterin benachrichtigt. „In der Kürze der Zeit - die Sperrung wurde schließlich ganz unbürokratisch und spontan aufgebaut - war das früher nicht möglich”, erzählt Ruth Andres.

Viermal am Tag wird die kleine Straße für 20 Minuten gesperrt, um den Schulweg sicherer zu machen. Es handelt sich also lediglich um eine zeitweise Sperrung zur Sicherheit der Schulkinder. Allerdings zeugen Reifenspuren davon, dass es der ein oder andere trotzdem probiert hat. Und weil Eltern, Polzei und Verwaltung schon damit gerechnet hatten, dass sich einige - so Recker - renitente Autofahrer an dem Verbotsschild nicht weiter aufhalten werden, waren einige Mütter gekommen, um ehrenamtlich zu helfen, die neue Regelung durchzusetzen.

Eine Mutter soll am morgen zu den ehrenamtlichen Helfern, die auf die Sperrung aufmerksam machten gesagt haben, dass sie einen langen Atem brauchen werden, um sie vom einfahren in die Straße abzuhalten. Über solche Äußerungen können andere Mütter nur die Köpfe schütteln. „Es geht doch um die Sicherheit der Kinder”, macht Andres noch einmal deutlich.

Andere zeigten sich verständnisvoll. Sogar eine Mutter, die ihr Kind immer mal wieder erst kurz vor knapp in die Schule bringt, musste lachen, als sie das Schild sah und eingestehen: „Ihr habt ja Recht”.

„Ich finde die Sperrung sehr gut. Hier kann es sehr gefährlich sein, wenn die Eltern ihre Kinder auf den letzten Drücker bringen oder rückwärts aus den Parklücken fahren”, sagt Anja Förster.

Dirk Recker von der Gemeindeverwaltung sieht die Sperrung auch als Anreiz für Eltern, sich noch einmal Gedanken zu machen, ob die Kinder wirklich mit dem Auto zur Schule gebracht werden müssen, oder ob sie den Weg nicht zu Fuß bewältigen können.

Bis die Baumaßnahmen beendet sind, wird die Sperrung an der Straße jedenfalls trotz des Wiederstandes bestehen bleiben. Wie es danach weitergeht, wird sich zeigen. „Wir hoffen, dass wir alle Eltern in zwei Jahren so weit haben, dass sie freiwilig nicht mehr in die Staße einbiegen”, sagt Andres. Bisher hätten die vielen Bitten und die Appelle allerdings nicht gefruchtet.

Aber noch an einer anderen Stelle haben die Eltern Verbesserungsbedarf festgestellt. „Dort, wo die Lammerskreuzstraße in die Faulenbruchstaße einmündet, ist die Straße sehr unübersichtlich und die Autos fahren meist viel zu schnell. Es wäre toll, wenn dort auch ein Schülerlotse eingesetzt werde könnte”, sagt Nicole Prinz.
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