Schulweg-Detektive halten die Augen offen

Von: P. St.
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Die Schulweg-Detektive der Gemeinschaftsgrundschule Roetgen sind startklar, seitdem die Gemeinde Roetgen jetzt als 67. Mitglied in das Netzwerk „Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen“ aufgenommen wurde. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. In Roetgen muss man sich nicht wundern, wenn demnächst Grundschüler mit gelben Warnwesten, Maßband und Notizblock durch die Straßen gehen und einen geschärften Blick auf Gefahrenstellen oder Problempunkte entlang des Schulweges werfen.

Und Bürgermeister Manfred Eis muss sich nicht wundern, wenn er dann Post von den Schulkindern erhält und diese auflisten, wo sie der Schuh drückt. „So soll es sein. Wir werden uns darum kümmern“, sagt der Verwaltungschef und hofft, dass Roetgen auf diese Weise ein Zeichen in Sachen Verkehrssicherheit setzten kann.

Die Gemeinde Roetgen ist seit dem 30. Oktober 2014 das 67. Mitglied im Netzwerk „Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln“, das im Wesentlichen vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) getragen wird.

Die dazugehörige Urkunde hängt demnächst im Rathaus aus. Viel wichtiger als die Unterschriften der Beteiligten ist aber die praktische Umsetzung von aktiver Verkehrssicherheit auf kommunaler Ebene. Ein wichtiger Baustein dabei sind Multiplikatoren. Also lag für die Projektpartner nichts näher als zum Auftakt des Projektes in die Grundschule Roetgen zu gehen.

Mobilitätserziehung ist dort von Erfolg gekrönt, wo eine aktive Unterstützung der Schulen durch die Kommunen gegeben ist“, erläutern Dr. Norbert Reinkober für den VRS und Markus Vogten für den AVV. Daher werden den beteiligten Schulen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt, mit denen das Thema Mobiltäterzeihung im Unterricht griffig dargestellt werden kann.

So überreichten die Projektpartner in der Aula der Grundschule Schulleiterin Elisabeth Gerhards-Eckert sowie allen Klassensprechern eine Schulweg-Detektivkiste mit der dazugehörigen Ausstattung, damit Schüler und Lehrer demnächst den Schulweg auf seine Stärken und Schwächen hin unter die Lupe nehmen können. Die Verbesserungsvorschläge werden dann an die Verwaltung weitergegeben.

Klassensprecher werben

Nachdem alle Klassensprecher ihren Mitschülern das Projekt werbend vorgetragen haben, wird die Grundschule in dieser Woche die Klassen auswählen, die sich beteiligen, damit auch möglichst schnell Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Die Schulleiterin machte den Kindern Mut zur aktiven Mitwirkung an einer Verbesserung der Verkehrssicherheit in ihrer Gemeinde: „Ihr habt ein ganz tolles Projekt vor Euch.“

Auch Bürgermeister Manfred Eis freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit den Schulweg-Detektiven: „Das ist etwas ganz Besonders als Schulweg-Detektiv unterwegs zu sein.“„Oft sind es gar nicht die großen Dinge, die störend sind“, sagt Norbert Reinkober.

Mal hält ein Schulbus an einem ungeeigneten Ort, mal stehen regelmäßig Falschparker auf dem Schulweg, oder eine Straßenecke ist unübersichtlich, weil eine Hecke nicht geschnitten wurde. Solche kleinen Missstände können die Schulweg-Detektive demnächst in Gruppen ermitteln und weitergeben in der Gewissheit, dass ihre Anregungen und Vorschläge auf fruchtbaren Boden fallen werden.

Das Netzwerk „Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen“ geht allerdings weit über die Kooperation mit Schulen hinaus. Das zentrale Anliegen der Verkehrssicherheitsarbeit liegt darin, die Verkehrsunfallzahlen zu reduzieren und die eigenständige Mobilität aller Bevölkerungsgruppen zu fördern.

Seitdem die Netzwerk-Idee 2005 an den Start ging, ist sie mit jetzt 67 Kreisen und Kommunen im Verbund eine Erfolgsgeschichte. Norbert Reinkober: „Das Ziel lautet, alle Interessengruppen mitzunehmen. Daher sollen alle Akteure auf kommunaler Ebene vernetzt werden.“

Mit im Boot ist neben den Verkehrsverbünden und Kommunen auch die Polizei. Im interkommunalen Austausch von Erfahrungen und Ideen sollen zudem Synergieeffekte erzielt werden. Die zu diesem Zweck eingerichtete Koordinierungsstelle, die sich beim VRS in Köln befindet, unterstützt und berät die Mitgliedskommunen.

Denn oft sind die Probleme vor Ort gleich gelagert, egal ob es sich Verkehrsüberwachung, Wohnumfeldgestaltung, Aufklärung oder Mobilitätserziehung handelt. Der regelmäßige Erfahrungs- und Informationsaustausch ist somit auch ein wesentlicher Bestandteil des Netzwerkes.

Weitere Interessenten am Netzwerk sind jederzeit willkommen. Im Bereich der Nordeifel sind Roetgen, Simmerath und Hellenthal bereits in das Projekt integriert. Monschau, Schleiden, Heimbach, Nideggen und Hürtgenwald zum Beispiel stellen sich auf der Karte der Mitgliedskommunen bislang noch als weißen Flecken dar.

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