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Schulstunde im Bus: Tote Winkel, Vandalismus und Gefahren

Von: Robert Flader
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Keine Panik, nur eine Attrappe: Polizeihauptkommissar Bernd Goffart zeigt mithilfe einer Puppe, was bei falschem Stehen oder Sitzen bei einer Vollbremsung alles passieren kann. Bereits bei 20 km/h kann es zu schweren Verletzungen kommen. Foto: Robert Flader

Monschau. Das Problem mit den Bussen, sagt Klaus Hamacher, sei der tote Winkel. Unter anderem. „Beim Busfahren lauern viele Gefahren”, sagt der Verantwortliche für die Busschule der RVE (Regionalverkehr Euregio Mas-Rhein). Und der tote Winkel sei eben eine der größten Gefahren für Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule und wieder nach Hause.

Deshalb lässt Hamacher die etwa 40 neuen Fünftklässlerinnen der St. Ursula Mädchen-Realschule, die sich neben der Glashütte versammelt haben, während einer Trainingsstunde immer und immer wieder auf dem Sitz des Busfahrers Platz nehmen und durch die riesige Frontscheibe auf die Straße, in Richtung des Wendekreises, schauen.

Doch so groß die Scheibe auch ist, „man sieht nicht alles, vor allem keine kleinen Schulkinder direkt vor dem Bus”, erklärt Hamacher den staunenden Mädchen. „Der Busfahrer hat nämlich selbst eine eingeschränkte Sicht. Da kann beim unvorsichtigen Überqueren der Straße ganz schnell etwas passieren.” Unfälle mit Todesfolge.

Diese und weitere Gefahren sind aktuell Thema einer praktischen Schulung, bei der Polizei, RVE und Schulen in der Region das richtige Verhalten in und um Schulbusse trainieren wollen. „Wir wollen die Kinder auch für die Aufgaben eines Busfahrers sensibilisieren”, sagt Udo Scholten von der Polizei Aachen, während sich die zehnjährige Elena auf den „Chefsessel” setzt. „Wenn die Kinder sich richtig verhalten, erleichtert das auch die Aufgabe des Fahrers ungemein.”

Hinten im Test-Mobil der RVE steht Bernd Goffart und erklärt den neuen Real-Schülerinnen, wie man sich richtig festhält, vor allem bei einer Voll- beziehungsweise Gefahrenbremsung.

„Natürlich lauern auch im Bus selbst nicht zu unterschätzende Gefahren”, sagt der Polizeihauptkommissar. „Da können auch falsch abgestellte Schulranzen schnell zu richtigen Geschossen werden.” Auch auf den Fall „klemmende Eingangstüren” weisen Goffart, Scholten und Hamacher hin. „In solchen Fällen muss man einfach wissen, wie man sich richtig verhält, Hilfe holt und trotzdem ruhig bleibt”, sagt Goffart.

Doch auch zunehmender Vandalismus in Schulbussen berge neben jeder Menge Ärger und steigender Kosten Sicherheitsrisiken. „Wenn etwa Nothämmer verschwinden und die im Fall der Fälle dann nicht zur Verfügung stehen, wird es kritisch”, warnt Bernd Goffart vor Diebstahl, der unter Umständen auch lebensbedrohlich sein kann.

Denn: Heute sei es in zunehmendem Maße so, dass manche Kinder und Jugendliche aus dem Entwenden der roten Hämmer ein Hobby machten. Dann gehe es auch darum, als Beobachter Zivilcourage zu zeigen, dem Busfahrer oder den Klassenlehrern solche Vorfälle zu melden. „Traut euch, macht in solchen Fällen den Mund auf”, sagt Goffart. Die Mädchen nicken. Sie haben die Botschaft verstanden.
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