Schullandschaft vor großen Veränderungen

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
schule25-bild
Die neugeschaffenen Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung und die sanierte Turnhalle an der Elwin-Christoffel-Realschule besichtigte der Monschauer Schulausschuss am Dienstagabend, ehe es in die Diskussion um die Zukunft aller weiterführenden Schulen ging. ECR-Schulleiter Peter Groten (2.v .re.) hat bereits erhebliche Bedenken gegen mögliche Veränderungen in der Monschauer Schullandschaft angemeldet. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Der Blick auf die Statistik der Schulstadt Monschau zeigt: Hier ist die Welt noch in Ordnung - volle Klassen, Mehrzügigkeit in fast allen Schulformen und Jahrgangsstufen, gut ausgelastete und baulich intakte Schulgebäude. „Noch”, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Ritter nannte im Schulausschuss am Dienstag nur eine einzige Zahl, um auf die Bedrohlichkeit der künftigen Entwicklung dieser intakten Schullandschaft zu verweisen: „Im Jahr 2010 wurden in der Stadt Monschau bis Ende Oktober ganze 49 Kinder geboren.” Es bedarf keiner großen Phantasie vorherzusagen, was solche Geburtenzahlen selbst für nur noch drei Grundschul-Standorte, geschweige denn für vier weiterführende Schulen in Zukunft bedeuten.

Zusammenlegung nicht gewollt

„Das ist dramatisch”, meinte auch Bernd Händler (Grüne) beim Blick auf die aktuellen Zahlen der Schüler und ihrer Herkunftsorte. So kommen von aktuell 889 Mädchen und Jungen am städtischen St. Michael-Gymnasium alleine 542 Schüler oder 61 Prozent aus dem Stadtgebiet Monschau, an der Hauptschule liegt der Anteil sogar bei über 64 Prozent.

Dieser Anteil wird sinken. „Deshalb ist Handlungsbedarf schon alleine beim Blick auf die Monschauer Geburtenzahlen gegeben”, fasste die Bürgermeisterin zusammen.

Da die Schulstadt Monschau auch auf Schülerinnen und Schüler aus den Nachbargemeinden angewiesen ist, sind für die Schulentwicklungsplanung auch deren Zahlen unabdingbar. „Sie liegen aber offiziell noch nicht vor”, so die Bürgermeisterin, die deshalb anregte, „diese Zahlen vor einer weiteren Diskussion und Entscheidung noch abzuwarten”.

Die Bürgermeisterin zeigte auf, welchen Weg die Schulentwicklung nehmen könnte. Kritisch seien zum jetzigen Zeitpunkt nur die Anmeldezahlen der Gemeinschafts-Hauptschule Monschau-Roetgen, die in den Klassen fünf bis sieben nur noch einzügig ist, jedoch ab dem achten Schuljahr wieder über zwei Klassen verfügt.

Da die Entwicklung in Simmerath ähnlich ist, wurde schon vor geraumer Zeit das Gespräch mit der Nachbargemeinde gesucht - „mit dem Ziel einer Zusammenlegung der beiden Hauptschulen”, so Margareta Ritter. Mittlerweile aber sei deutlich, „dass eine Zusammenlegung der beiden Hauptschulen in Simmerath politisch nicht gewollt ist”, stellte die Bürgermeisterin klar.

Bei der anstehenden Diskussion um die Zukunft der weiterführenden Schullandschaft stelle sich daher nun die Frage, ob man sich am Modellvorhaben Gemeinschaftsschule des Landes NRW beteilige oder nach einer anderen Lösung (beispielsweise eine Verbundschule mit zwei Standorten) suche, erläuterte die Verwaltung.

„Aber dazu bedarf es der Zahlen”, regte Margareta Ritter an, sich Anfang kommenden Jahres erneut zusammenzusetzen und unter Bewertung der Schülerzahlen zu diskutieren.

„Alle Beteiligten mitnehmen”

Mit dieser Vorgehensweise konnten sich die Fraktionen im Schulausschuss anfreunden. „Wir sollten wie bei den Grundschulen auch hier in Ruhe das Zahlenmaterial abwarten, auswerten und dann bei der Diskussion und Entscheidung alle Beteiligten mitnehmen”, schlug auch CDU-Sprecher Micha Kreitz vor.

Für Brigitte Olschewski (SPD) sind drei Faktoren für die Zukunft der weiterführenden Schulen wichtig: „Die Erhaltung der ortsnahen Beschulung, die Chancengleichheit und die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen.” Bernd Händler (Grüne) regte an, bei Vorliegen der Zahlen „schnellstmöglich in die nichtöffentliche Diskussion mit allen Beteiligten” einzusteigen. Schon die vorliegenden Zahlen seien ein Alarmsignal.

Auch wenn im Schulausschuss kein Beschluss zu fällen war, schlossen sich alle Mandatsträger der Auffassung der Verwaltung an, die nun auf konkrete Zahlen zur Schulentwicklungsplanung der Nachbargemeinden wartet und dann - „insbesondere im Hinblick auf die Realisierbarkeit von zwei Schulstandorten und unter Einbeziehung der Nachbarkommunen” weiter beraten wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert