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Schulen schon auf dem Weg in die Zukunft

Von: hes
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Einst erfolgte die Entscheidung, welches Kind wo zur Grundschule geht, „nach Alphabet oder danach, wer am nächsten zu Imgenbroich wohnte”, erinnerte sich Konzens Ortsvorsteher Matthias Steffens an seine Schulzeit. Wenn die benachbarten Schulen nun wieder zusammengelegt werden, sollen darüber pädagogische Maßstäbe grundlegend sein, informierten Schule und Verwaltung am Donnerstag beim vierten Infoabend zur Schulentwicklungsplan. Auch in Konzen stieß die Diskussionsveranstaltung auf reges Interesse in der Foto: H. Schepp

Konzen. Nach vier von fünf Infoabenden zur Entwicklung der Grundschulen in der Stadt Monschau macht es den Anschein, als seien die Zukunftsplanungen in Imgenbroich und Konzen bereits am weitesten gediehen.

Dafür spricht nicht nur die geographische Nähe der beiden Orte, sondern auch ein bereits in der Schublade liegendes pädagogisches Konzept für die künftige Zusammenarbeit der beiden Primarschulen. Und auch im Umfeld der beiden Einrichtungen hat man die Zeichen der Zeit erkannt: Nächste Woche bereits findet ein Treffen statt, das den Zusammenschluss der beiden Schul-Fördervereine vorbereitet und Angebot sowie Preise der Offenen Ganztagsschulen in Konzen und Imgenbroich angleichen soll.

Dies kündigte Matthias Steffens, Ortsvorsteher von Konzen und Vorsitzender des Fördervereins der Schule, am Donnerstag bei der Informationsveranstaltung im Konzener Saal an.

Wie in Imgenbroich und Mützenich war auch dieser vierte Diskussionsabend der Stadt Monschau gut besucht und ließ die Verwaltung die ein oder andere Anregung mit auf den Heimweg nehmen. Und wie bei den bisherigen Veranstaltungen tauchte auch in Konzen die Frage auf, ob denn nicht doch die komplette Schließung eines oder zweier Standorte die logischere und vor allem für die Stadt kostengünstigere Variante wäre. „Eine Komplettschließung könnte angesichts der Zahlen in den nächsten Jahren ja dann beispielsweise auch die Grundschule Konzen betreffen. Würden Sie das dann auch noch wollen?” hielt Bürgermeisterin Margareta Ritter den Eltern entgegen, die bei der Schließung wohl eher an Kalterherberg oder Imgenbroich gedacht hatten.

„Das Verhindern der Aufgabe eines Standortes hat für uns bei allen Überlegungen Priorität”, erinnerte Ritter an die vom Schulausschuss festgelegte Marschroute. Und Micha Kreitz, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Stadtrat Monschau, verwies auf den sozialen Auftrag, den eine Schule im Dorfleben erfülle, beispielsweise bei Dorf- und kirchlichen Festen.

Das Gros der Wortbeiträge aber befasste sich damit, wie die praktische Umsetzung der zukünftigen Grundschule Konzen/Imgenbroich aussehen könnte. Das pädagogische Konzept, verriet Konzens kommissarische Schulleiterin Marion Wernerus, sehe vor, dass jeweils das erste und zweite Schuljahr am einen, und das dritte und vierte Schuljahr am anderen Schulstandort unterrichtet werden sollen. „Das ist aber letztlich Entscheidung der neuen Schulleitung”, verwies Wernerus auf die im März beginnende Ausschreibung der leitenden Stelle, über die dann noch vor den Sommerferien entschieden werden wird.

„Wir werden es unterstützen, wenn aus ihrer kommissarischen eine ordentliche Schulleitung wird”, ermunterte Micha Kreitz die derzeit Verantwortliche zur Bewerbung, und der Beifall zeigte, dass auch viele Eltern Marion Wernerus die gewiss nicht einfache Aufgabe zutrauen.

Bus ab Grundschule?

Neben dem pädagogischen Konzept ist vielen Eltern eine gut geregelte Beförderung der Kinder zur Nachbarschule wichtig. Szenarien, wo die Grundschulkinder an der Bundesstraße auf ihren Bus warten oder sich mit in die überfüllten Busse der weiterführenden Schulen pferchen müssen, wird es aber wohl nicht geben, wie die Verwaltung beruhigen konnte. Zum einen fahren die Grundschulkinder später zur Schule, zum anderen ist auch eine Abfahrt an der jeweiligen Schule denkbar, nahm die Verwaltung eine Anregung aus der Elternschaft auf. Allerdings ist dann an der Schule die Aufsichtsfrage zu klären.

Sinnvoll wäre es auch, so einige Eltern, Schülerlotsen zur Sicherung der „Busanfänger” zu gewinnen, doch werden sich darum die Eltern kümmern müssen, „denn die Stadt ist als Schulträger zunächst nur zuständig für den Transport; nicht für das, was vorher und nachher geschieht, verwies die Bürgermeisterin auf die Rechtslage.

Neu ist die Situation, dass Konzener Kinder zur Schule nach Imgenbroich fahren (oder umgekehrt) übrigens beileibe nicht. „Schon zu meiner Schulzeit haben Konzener und Imgenbroicher Grundschulkinder gemeinsam die Schule besucht und mussten Bus fahren. Und geschadet hat es keinem”, meinte Ortsvorsteher Matthias Steffens augenzwinkernd.

Natürlich sei es nicht von Vorteil, wenn der Übergangsjahrgang dann in vier Jahren Grundschule zweimal das Gebäude wechseln müsse, räumte die Bürgermeisterin ein. „Aber solche Härten sind leider nicht zu vermeiden”, so Ritter. Da helfe es auch nicht, wenn die geplante Zusammenlegung bereits im kommenden Schuljahr greife; nur betreffe es dann andere Kinder.

Deshalb hält man - und das ist die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Infoveranstaltungen - wohl daran fest, das „Andocken” der Schulen in Kalterherberg und Imgenbroich erst zum Schuljahr 2011/12 zu vollziehen, da für 2010/11 an allen fünf Standorten noch die Mindestklassenstärke von 18 Kindern erreicht wird.

Danach aber wird es „eng” - auch in Konzen, wo nach Stand heute bis 2016 in keinem Jahr mehr eine eigene Eingangsklasse gebildet werden kann und ab 2014 die Einschulungszahlen sogar einstellig sind.

Deshalb, so der abschließende Appell der Bürgermeisterin, „lassen Sie uns diesen neuen Weg gemeinsam gehen”, meinte Margareta Ritter und lud alle Interessierten für den 23. Februar ins Rathaus ein, wenn der Schulausschuss „eine große Entscheidung trifft, die mindestens fünf oder sechs Jahre wirkt”.
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