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Schulen können externe Berater buchen

Von: Jutta Geese
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Alternative Unterrichtsformen: Schulen müssen - und wollen - sich weiterentwickeln. Dabei erhalten sie, wenn sie wollen, bald Unterstützung von externen Beratern. Foto: imago/Momentphoto/Robert Michael

Aachen. „In zehn bis 15 Jahren wird Schule komplett anders aussehen”, sagt Alfons Döhler. „Sie entwickelt sich immer mehr zum Lern- und Lebensort.” Den steigenden Anteil an Ganztagsschulen nennt der Geschäftsführer des Bildungswerks Aachen als einen Grund.

Hinzu kommen weitere Herausforderungen, auf die Schulen reagieren müssen, sagt Gabriele Roentgen vom Bildungsbüro der Städteregion. Als Beispiele nennt sie den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern oder die Einführung neuer Unterrichtsmodelle vor dem Hintergrund steigender Qualitätsanforderungen mit Blick auf internationale Leistungsvergleiche, aber auch die Zusammenlegung oder gar Schließung von Schulen aufgrund sinkender Schülerzahlen.

„Für all das gibt es gute Ansätze, aber im Schulalltag zu wenig Ressourcen, diese aufzugreifen und für die jeweilige Situation vor Ort weiterzuentwickeln”, sagt sie. Doch bald erhalten die rund 200 Schulen in der Städteregion dabei Unterstützung. Denn das Bildungsbüro hat das Bildungswerk beauftragt, ab Ende Februar sogenannte Schulentwicklungsbegleiter auszubilden, die Schulen - sofern diese es wünschen - als externe Berater zur Seite stehen. Und das über einen längeren Zeitraum.

„In Köln begleiten wir beispielsweise die Fusion zweier Förderschulen, dafür haben wir ein Jahr Zeit”, erläutert Alfons Döhler. Das laufe aber nicht nach dem Motto: Macht es so oder so. „Wir sind nicht die Experten für Lösungen, sondern Experten dafür, Lösungen umzusetzen.” Denn im Grunde wissen die Betroffenen schon zu Beginn eines Entwicklungsprozesses, wie die Lösung aussehen muss, sagt Michaela Wiese vom Schulpsychologischen Dienst der Stadt Aachen.

„Sie wissen aber nicht, wie sie dahin kommen können.” Und da setzen externe Schulentwicklungsbegleiter an. Bei Schulfusionen - wie sie derzeit etwa in Alsdorf und Monschau im Grundschulbereich anstehen oder in Eschweiler, wo die beiden Hauptschulen zusammengelegt werden sollen - müsse darauf geachtet werden, dass nicht eine Seite das Gefühl bekommt, sie geht unter, sagt Gabriele Roentgen. Verletzungen müssten vermieden, ein gemeinsames Schulprofil erarbeitet werden. Am Ende sollten alle das Gefühl haben: „Ja, wir sind gut aufgestellt”.

Das gelinge ohne externe Begleitung häufig nicht, weiß Schulrat Norbert Greuel aus Erfahrung: „Es gibt Schulen, die sind seit zehn oder 15 Jahren fusioniert und im Lehrerzimmer heißt es immer noch âihrÔ und âwirÔ.” Ängste und Widerstände gibt es jedoch nicht nur bei Fusionen, sondern auch, wenn es um die Einführung neuer Unterrichtsmethoden wie jahrgangsübergreifendes Lernen oder die konsequente Umsetzung schülerorientierten Lernens gehe, sagt Gabriele Roentgen. Da reiche es nicht, wenn nur ein Teil des Kollegiums mitziehe, „die ganze Schule muss sich auf den Weg machen”.

Und wenn einzelne Kollegen sich sperren oder andere Vorstellungen haben, sei das nicht so einfach zu realisieren. Externe Begleiter könnten da moderierend wirken und eine „wertschätzende Kommunikation” in Gang setzen, meint Roentgen. Dabei sei von Vorteil, dass alle 14 Frauen und Männer, die jetzt geschult werden, selbst aus der Schule kommen oder seit vielen Jahren mit Schulen zusammenarbeiten.

Sie und ihre Kollegen sind gespannt, wie das neue Angebot ab dem Frühjahr bei den Schulen ankommt. Und nicht nur sie: Bildungsbüros aus ganz NRW sind an den Ergebnissen interessiert. Schließlich ist das ein einzigartiges Modell, das in der Städteregion an den Start geht.
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