Mützenich - Schulbus in Minuten ein Flammenmeer

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Schulbus in Minuten ein Flammenmeer

Von: Ernst Schneiders
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Auf der Reichensteiner Straße in Mützenich ist Donnerstagmorgen ein Schulbus in Brand geraten und vollkommen ausgebrannt. Foto: psm

Mützenich. Es ist wie jeden Morgen: Schüler besteigen in Kalterherberg den Schulbus, um über Mützenich nach Monschau zur Schule zu fahren. Es ist nicht wie jeden Morgen: Der Bus wird während der Fahrt von einem nachfolgenden Pkw angeblinkt, wird der Busfahrer später gegenüber der Polizei zu Protokoll geben.

Der Fahrer sieht im Rückspiegel, dass sich das Licht des anderen Fahrerzeugs im Scheinwerferkegel bricht und vermutet, dass irgendwoher Rauch kommen muss. An der Haltestelle Kleinbüchel an der Reichensteiner Straße in Mützenich hält er an, schaut nach und tut, wie Vertreter der Stadt Monschau und der Feuerwehr mittags auf einer Pressekonferenz sagen werden, das einzig Richtige. Ohne lange Vorrede ruft er nur „Alle raus aus dem Bus”. Bevor das Fahrzeug vollends in Brand gerät, sind alle 48 Kinder draußen und in Sicherheit.

An Kleinbüchel wollen die beiden Söhne von Sabine Funken zusteigen. Dazu kommt es nicht mehr. Sabine Funken, das berichtet sie gegenüber unserer Zeitung, ist sehr erstaunt, als ihre Jungs wieder im Türrahmen stehen, mit der dürren Bemerkung auf den Lippen: „Der Bus brennt!” Sabine Funken zögert keinen Augenblick, greift zum Telefon und alarmiert die Feuerwehr. Es ist 7.23 Uhr.

Als die Feuerwehr acht Minuten später, um 7.31 Uhr, am Ort des Geschehens eintrifft, steht der Schulbus lichterloh in Flammen und brennt binnen kurzer Zeit völlig aus, berichtet Heiner Sauren, Pressesprecher der Monschauer Wehr, mittags im Rathaus. Nicht nur Bürgermeisterin Margareta Ritter ist glücklich, dass dieses Unglück so glimpflich ausgegangen ist. Allgemeine Erleichterung ist im Ratssaal spürbar. Der Busfahrer habe „umsichtig” und „besonnen” gehandelt, fällt das Lob für den Chauffeur angemessen aus. Ritter: „Er hat sich zuerst um die Kinder gekümmert!” Dem pflichtet auch Karlheinz Huppertz, Leiter des Regio Centers in Aachen, bei, denn der Busunternehmer aus Gemünd war im Auftrag der RVE unterwegs. „Zum Glück”, sagt Huppertz, „hat ein Mann am Lenkrad gesessen, der schon auf 30 Jahre Berufserfahrung zurückblickt.”

Der Fahrer hatte nach der Evakuierung des Fahrzeugs noch versucht, mit einem Feuerlöscher die Lage in den Griff zu bekommen, was sich als illusorisch erwies. Die Feuerwehr konnte auch nichts mehr ausrichten. Der Bus, Baujahr 1998 und regelmäßig gewartet (der jüngste Sicherheits-Check war im September), war nicht mehr zu retten. Die Sorge der Wehrmänner um Einsatzleiter Falk Claßen galt darüber hinaus einem nahegelegenen Bauernhof, den sie mit Erfolg vor einem Übergreifen der Flammen schützen konnten.

Weil es unterschiedliche Aussagen über die Rauchgasentwicklung gab, wurden alle betroffenen Schüler vorsorglich vom Ärzrtlichen Dienst der Städteregion untersucht. Wie dessen Leiter D. Jochen Habers berichtete, habe es bei den meisten bis zum Mittag untersuchten Schülern keine Auffälligkeiten gegeben. Einige hätten über diffuse Leiden wie Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl geklagt. In zwei Fällen allerdings müssten Schüler zur stationären Beobachtung ins Krankenhaus. Der Busfahrer sei ebenfalls wohlbehalten.

Zur Brandursache konnte im Rathaus noch niemand Erhellendes beisteuern. Auch Aachens Polizeisprecher Paul Kemen hatte in dieser Hinsicht keine Neuigkeiten zu vermelden. Was vom Schulbus übrig sei, werde sichergestellt und von einem Sachverständigen untersucht.

Überfüllt war der Schulbus nicht, der die Schüler zum Gymnasium, zur Real- und zur Hauptschule kutschieren sollte. Jeder Fahrgast hätte in diesem großen Bus einen Sitzplatz haben müssen, erklärte Karlheinz Huppertz. Diese Aussage deckt sich nicht mit den Beobachtungen der 15-jährigen Alina Jakob aus Kalterherberg, die in dem Bus gesessen hatte. Das Mädchen berichtete: „Wie viele Leute im Bus waren, weiß ich nicht, es waren alle Sitzplätze besetzt und viele Leute mussten stehen.”

Als der Busfahrer nach der Quelle des Rauchs geschaut habe, seien durch die geöffnete Hintertür des Fahrzeuges „dicke Rauchwolken” in den Fahrgastraum gedrungen. Als aller Kinder den Bus verlassen und sich von dem inzwischen brennenden Fahrzeug entfernt hatten, „gab es einen Knall und das Feuer wurde größer”. Etwas zwei Minuten später habe es dann „einen noch größeren Knall” gegeben. Alina Jakob: „Es war alles ganz entspannt.”

Als Schulstadt stelle sich Monschau seiner besonderen Verantwortung und bemühe sich um größtmögliche Transparenz, so Bürgermeisterin Ritter.

Das Schulamt der Stadt bemühte sich, aus diesem Tag noch einen relativ normalen Schultag werden zu lassen. Für die Schüler war es aber wohl doch kein Tag die jeder andere, denn, so Feuerwehrsprecher Sauren auf Nachfrage, „es war knapp”. Wenn die Maschine es Fahrzeuges Feuer fange, dann stehe binnen weniger Minuten das gesamte Fahrzeug in Flammen „wie ein Weihnachtsbaum”. So war es. Sauren: „Wir sind alle sehr froh, dass es so ausgegangen ist!

Als Folge des Feuers im Schulbus werden am Freitag die Haltestellen Kleinbüchel und Weilersbroich vom Schulbus nicht angefgahren. Das Schulamt der Stadt Monschau bittet die Schüler, an der Haltestelle an der Mützenicher Kirche zuzusteigen.
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