Nordeifel - Schulbus fährt vor der Nase weg

Schulbus fährt vor der Nase weg

Von: hes
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Der Bushof in Simmerath ist der zentrale Treffpunkt für den Schulbusverkehr in der Nordeifel. Mehr als einmal sind die Monschauer Kinder, die das Franziskus-Gymnasium in Vossenack besuchen, hier schon stehen geblieben, weil die Anschlussverbindung nach Hürtgenwald (morgens) oder Monschau (mittags) bereits abgefahren war, als sie hier eintrafen, wie nun eine Elterninitiative beklagt. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Normalerweise freuen Kinder sich ja, wenn die Schulferien unvorhergesehen verlängert werden. Bei den Schülerinnen und Schülern des Franziskus-Gymnasiums Vossenack, die in der Stadt Monschau wohnen, ist das etwas anders.

Seit Monaten leiden sie unter massiven Behinderungen bei der morgentlichen Fahrt zur Schule oder bei der Heimfahrt am Nachmittag, zuletzt am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, als die Kinder gleich mal die erste Doppelstunde verpassten, weil der Anschlussbus in Simmerath schon weg war, als der Zubringer aus Monschau dort eintraf.

„Weil wir erleben, dass die unmittelbar verantwortlichen Instanzen offensichtlich nicht gewillt oder in der Lage sind, eine wirklich spürbare Verbesserung des Problems herbeizuführen” haben sich die Eltern nun an Schulträger, Politik, Verbraucher- und Fahrgastverbände sowie die Öffentlichkeit gewandt.

„Wir wissen, dass unsere Kinder keine ÈEngelÇ sind und dass auch ihr Benehmen in den Schulbussen gelegentlich zu wünschen übrig lässt. Die von der RVE und den ihr beauftragten Subunternehmern verursachten und zu verantwortenden Probleme führen jedoch zu Belastungen, die wir als Eltern nicht länger hinnehmen können”, heißt es in einem Schreiben der Gruppe von Eltern an die genannten Institutionen.

Besonders beklagt werden darin wörtlich: „die häufige und keineswegs nur witterungsbedingte Nichteinhaltung notwendiger Anschlusszeiten, insbesondere im Bereich des Bushofs Simmerath, die viel zu enge und knappe Kalkulation von Fahr- und Anschlusszeiten, der Einsatz zu geringer Buskapazitäten, vor allem an Mittwochmittagen, die Abweisung und Nichtbeförderung ganzer Schülergruppen, die einfach stehen gelassen und ihrer Selbstorganisation überlassen werden, der Einsatz von gelegentlich ziemlich desorientierten und fahrlässig handelnden Busfahrern, die dieser verantwortungsvollen Aufgabe menschlich und charakterlich kaum gewachsen sind, und der immer wieder zu beobachtende Einsatz verkehrs- und sicherheitstechnisch mangelhafter, zumindest bedenklicher Fahrzeuge.”

Verspätetes Eintreffen von Bussen am Schulort führe, so beklagen Regine Förster und Dietmar Jordan aus Rohren stellvertretend für die Initiative, „immer wieder zu Unterrichtsversäumnissen und zu Leistungsbeeinträchtigungen - nicht zuletzt bei morgendlichen Klassenarbeiten.”

Alle Bemühungen, im Gespräch und im Kontakt mit der RVE und den von ihr beauftragten Subunternehmen zu Verbesserungen zu gelangen, hätten „nicht zu wahrnehmbaren und zufrieden stellenden Ergebnissen” geführt.

Busgespräch ohne Erfolg

„Dies gilt für die direkten Gespräche betroffener Eltern mit der RVE und mit von ihr beauftragten Unternehmen. Und dies gilt ebenso für die Bemühungen im Rahmen der Schulpflegschaft und eines eigens von ihr angestoßenen Busgespräches”, wie die Eltern bedauern. Statt der Abstellung unhaltbarer Missstände erlebe man „immer wieder Beschwichtigungen, Abwiegelungen und Schuldzuweisungen an die betroffenen Schülerinnen und Schüler oder an die Schule”.

Deshalb behalte man sich als Erstbetroffene nun rechtliche Möglichkeiten gegenüber der RVE vor und habe den Schulträger als unmittelbaren Vertragspartner ersucht, sich für eine wahrnehmbare Verbesserung des Schulbusverkehrs einzusetzen.

„Dabei sollte auch der Einsatz finanzieller Druckmittel gegenüber den Unternehmen in Erwägung gezogen werden. Denn Gelder, die immerhin von uns Eltern aufgebracht werden, könnten wegen nicht erbrachter bzw. mangelhafter Leistungen gekürzt oder zurückgehalten werden”, empfiehlt die Elterninitiative und stellt heraus: „Die Finanzierung des Schulwegs ist für die meisten Eltern und Schüler in NRW eine staatliche und gesellschaftliche Leistung. Für uns ist die Finanzierung der Busfahrten unserer Kinder zum Franziskus-Gymnasium Vossenack eine zusätzliche finanzielle Belastung, die wir im Interesse unserer Kinder erbringen. An beiden Formen der Schulwegfinanzierung verdienen die beauftragten Busunternehmen gutes Geld.”

Daher, so die Eltern abschließend, bestehe aller Anlass, zu prüfen, ob die RVE und ihre Subunternehmen die dafür zu erwartenden Leistungen angemessen erbringen und ihrer öffentlichen Verantwortung in angemessener Weise gerecht werden.”
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