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Schreibwerkstatt: Werke aus der Perspektive eines Kugelschreibers

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Konzentriert: Teil der Übungen während der Lit.Eifel-Schreibwerkstatt in der Akademie Kloster Steinfeld war es, die eigenen Geschichten vorzulesen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Kall-Steinfeld. „Die Atmosphäre im Kloster Steinfeld ist klasse. Stressfaktoren aus dem Alltag bleiben hier draußen, man kann einfach abschalten und sich aufs Schreiben konzentrieren“, sagte Esther Breuer. Im Rahmen der Lit.Eifel und in Kooperation mit der Akademie Kloster Steinfeld leitete sie im Salvatorianerkloster eine kreative Schreibwerkstatt.

Zwölf Teilnehmer nutzten drei Tage lang die Ruhe, um Ideen zu entwickeln und sich im Schreiben zu üben. Von Esther Breuer, die seit neun Jahren das Kompetenzzentrum Schreiben an der Universität zu Köln leitet, lieferte dazu theoretisches Hintergrundwissen, etwa zu der Frage, wie der Plot einer Geschichte aufgebaut sein muss, um zu funktionieren. Mit praktischen Übungen gab sie außerdem Anstöße, das Gelernte umzusetzen.

In einer der ersten Übungen lag die Aufgabe der Teilnehmer darin, sich auf dem Klostergelände eine Figur oder ein Foto zu suchen und sich in den (fiktiven) Charakter hineinzuversetzen. Aus dieser Sicht sollten sie die ersten Passagen einer Geschichte entwickeln – und kamen dabei zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

„Es ist immer spannend, was die Schreibenden produzieren, welche Ideen sie haben und welche Gefühle sie damit auslösen“, sagte Esther Breuer, die in Vergangenheit auch im Lektorat gearbeitet hat. Wichtig sei es auch, sich in der Runde die Geschichten gegenseitig vorzulesen, um zu erfahren, wie eine Erzählung bei den Zuhörern ankommt – und vor allem, ob sie nachvollziehbar ist. Andere Übungen waren zum Beispiel Assoziationsspiele und Perspektivenwechsel.

Außerdem setzten sich die Teilnehmer des Lit.Eifel-Schreibseminars mit dem Erzähler auseinander – wie funktioniert er und was macht er eigentlich? Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Schreiben sei auch, so Esther Breuer, aus sich selbst herausgehen zu können. Im Free-Writing hatten die Schreibenden deshalb die Aufgabe, sich selbst aus der Perspektive ihres Schreibgerätes, also zum Beispiel eines Kugelschreibers, zu charakterisieren.

Während ein Großteil der Kursteilnehmer die Gelegenheit nutzte, sich im kreativen Schreiben auszuprobieren, waren auch einige dabei, die ihre eigenen Projekte zum Seminar mitbrachten. Diese konnten die Zeit während der Schreibübungen nutzen, um ihre Erzählungen, Figuren und Ideen mit der Kursleiterin zu besprechen.

Für Esther Breuer war es bereits die vierte Schreibwerkstatt im Rahmen der Akademie Kloster Steinfeld. Für sie macht die Faszination am Schreiben aus, dass sie sich selbst besser kennenlernt: „Das Schreiben kann man auch beim Denken benutzen – so kann ich viele Sachen im Kopf für mich sortieren.“

Gleichzeitig sei das Schreiben immer auch eine Form, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Esther Breuer: „Das sind Gefühle, die raus müssen.“

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