Schlussrechnung für Schulsanierung soll auf den Tisch

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Ein gewissenhafter Wächter ü
Ein gewissenhafter Wächter über die Gemeindefinanzen: Roetgens Bürgermeister Manfred Eis. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Die deutsche Nationalhymne am Ende des stattlichenNeujahrsempfangs von Roetgens Bürgermeister Manfred Eis im Rathaus ist gerade verklungen, da ist der Verwaltungschef schon wieder mitten im Tagesgeschäft.

Sein Ausblick auf das Jahr 2012 ist vor allem geprägt von der Sorge um die kritische Finanzlage der Gemeinde. Das wache Auge auf die Finanzen ist für den Roetgener Bürgermeister von jeher das erste Gebot.

Die lange schuldenfreie Zeit der kleinsten Kommune in der Städteregion (1999 - 2010) ist vorbei, nun muss man sich nach der Decke strecken, d. h. mit den Zwängen und Grenzen eines Haushaltsicherungskonzeptes leben, das Roetgen im dritten Jahr in Folge auferlegt werden dürfte. Diese finanzielle Klemme bedeutet, dass sämtliche Investitionen von der Kommunalaufsicht auf ihr Machbarkeit und Genehmigungsfähigkeit hin überprüft werden müssen.

Um sich aus diesen Zwängen zu befreien, wird Roetgen nun über einen Zeitraum von 10 Jahren ein Konzept vorlegen, in dem man darlegt, wie der Haushalt langfristig wieder ausgeglichen werden kann. Manfred Eis: „Wenn wir das schlüssig darlegen, dann hat die Gemeinde auch wieder mehr Handlungsspielraum.”

Die Prognose wird auf der Basis von Statistiken erstellt, und hier kann Roetgen zumindest in einem Bereich punkten, denn im Gegensatz zum landläufigen Trend wird der Gemeinde langfristig ein Bevölkerungszuwachs von vier Prozent prognostiziert.

Bei allen finanziellen Zwängen ist es für Manfred Eis unabdingbar, dass die Sanierung des Grundschulgebäudes in diesem Jahr zum Abschluss kommt. „Die Baustelle und die Containerlösung für die Schulklassen ist allen Beteiligten nicht länger zumutbar.” Die energetische Sanierung der Schule müsse allerdings auf Folgejahre verschoben werden. Wenn in diesem Jahr Schulsanierung, der Bau der offenen Ganztagsschule und die Sanierung abgeschlossen sind, dann will der Bürgermeister den Kommunalpolitikern die Schlussrechnung auf den Tisch legen. „Da werden wir nicht unter acht Millionen landen”, sieht Manfred Eis das dicke Ende am Schluss und hofft auf die späte Erkenntnis, dass dieses Projekt für die Gemeinde Roetgen, die im gesamte Jahr 2012 ein Investitionsvolumen von 3,2 Millionen Euro aufweist, eigentlich eine Nummer zu groß war. Diese Präsentation verspricht er, „wird ganz bestimmt nicht vergnügungssteuerpflichtig!” Er spricht in diesem Zusammenhang von einem Jahrhundertbauwerk.

Ein Ziel von Manfred Eis für die nahe Zukunft ist der Einbau eines Aufzuges im Rathaus, ein Wunsch, der auch verstärkt aus der Bevölkerung geäußert werde.

Auf einem guten Weg sieht der Verwaltungschef die strukturelle Entwicklung der Gemeinde. An der Greppstraße habe man 36 neue Bauparzellen geschaffen, und er sei sicher, dass die Grundstücke „schnell vermarktet sein werden.” Die Nachfrage sei bereits da, „besonders aus dem südlichen Bereich der Stadt Aachen.”

Ganz wichtig sind für Eis auch die anstehenden Konzessionsverhandlungen um die Stromlieferungen. Hier wolle sich Roetgen eine gute Verhandlungsposition verschaffen.

Schwierige Verhandlungen sieht der Roetgener Bürgermeister auch beim Thema Verkehrssicherungspflicht für den Vennbahnradweg. Hier sei eine klare Regelung der Zuständigkeiten erforderlich, was im übrigen für alle an der Strecke liegenden Kommunen gelte.

Nicht alle Wünsche aus der Bürgerschaft aber können in Erfüllung gehen. Die Dorfumgestaltung in Mulartshütte zur Verbesserung der Verkehrssituation im Ortskern sei vor dem Hintergrund geschätzter Kosten in Höhe von einer halben Million Euro kein Thema, zumal Eis an dieser Stelle im Schnittpunkt zweier Landstraße ohnehin den Landesbetrieb Straßenbau als ersten Ansprechpartner sieht. Doch die Landesbehörde sehe in Mulartshütte derzeit keinen erhöhten Bedarf.

Auf kulturellem Gebiet soll die Gemeinde Roetgen einen Schritt nach vorn machen. Manfred Eis hat das Ziel, das Grenzlandtheater Aachen für regelmäßige Aufführungen im neuen Bürgersaal zu verpflichten. Erste Gespräche, Roetgen als Außenspielort ins Touneeprogramm aufzunehmen, seien bereits geführt worden.

Eine positive Etwicklung erhofft sich Eis auch beim Thema Einrichtung einer Sekundarschule. Zunächst aber müsse die Rolle Roetgens als Nicht-Schulstandort in einem Zweckverband mit Monschau, Simmerath und Hürtgenwald geklärt sein. Zwischen 50 und 70 Prozent der Roetgener Schüler wechseln nach der Grundschule zu einer weiterführenden Schule im Stadtgebiet Aachen.

Bedauerlich findet es Manfred Eis, dass die seit Jahren von den Kommunen geforderte kommunale Finanzreform weiter in Sternen stehe. Er glaube inzwischen nicht mehr an eine Wende. „Der Bund lässt uns allein.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert