„Schlachtfeld” am Rurufer-Radweg

Von: Jan Mönch
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Panoramablick auf die Verwüst
Panoramablick auf die Verwüstung: Die tiefe Pfütze am Fuße des Hangs ist genau da zu finden, wo eigentlich der Rureifel-Radweg ist. Radfahren ist dort natürlich erst einmal nicht mehr möglich, um Wassersport zu treiben, ist die Pfütze wiederum nicht tief genug.

Monschau. So viel vorweg: Rübezahl war nicht am Werk. Wer sich in letzter Zeit auf den Sattel seines Fahrrads gesetzt und aufgemacht hat Richtung Rurufer-Radweg, konnte auf genau die Idee allerdings leicht kommen: Zwischen Grünental und Kluckbachbrücke gleicht der Weg nach umfangreichen „Holzeinschlagsarbeiten” in weiten Teilen einem Schlachtfeld.

60 bis 80 Fichten wurden gefällt, und dass diese sich schlecht auf dem Luftwege abtransportieren lassen, sieht man dem Radweg leider allzu deutlich an.

Der katastrophale Zustand hat auch schon bei der Stadt Monschau für Gesprächsstoff gesorgt, unter anderem im Bauausschuss, wo im April eine entsprechende Beschwerde behandelt wurde. Obwohl die große Fällaktion auf Grund und Boden der Stadt Monschau stattfand, sind ihr hier allerdings die Hände gebunden. Bürgermeisterin Margareta Ritter macht allerdings deutlich, dass ihr an der Wiederherrichtung des „touristischen Premiumprodukts” sehr gelegen ist und die Stadt entsprechende Bemühungen anstellt.

Tief in den Waldboden

Kein Wunder: Schon wer gut zu Fuß ist, muss durchaus akrobatisches Geschick mitbringen, um den Abschnitt trockenen Fußes zu bewältigen. Radfahren indes ist schlechterdings unmöglich. Denn es waren Reifen ganz anderen Kalibers auf dem Radweg unterwegs, und die haben sich tief in den Waldboden gedrückt. Hangaufwärts zeigt sich eine große Fläche an Überresten gefällter Fichten.

Auch aus einem Geländer, dass den Weg in Richtung Rur absichern soll, machten die eingesetzten Maschinen im Vorbeifahren offenbar das gleiche wie aus den Fichten: Kleinholz.

Die Fällarbeiten wurden vom Landesbetrieb Wald und Holz durchgeführt, genauer, vom Forstbetrieb Rott. Und dessen Leiter Walter Pilgram hatte für die Fällarbeiten gute Gründe. Einerseits nämlich seien die Fichten faul gewesen: „Beim nächsten größeren Sturm hätten die sowieso da gelegen.” Zu kommerziellen Zwecken sei das geschlagene Holz indes noch brauchbar gewesen, und bei den aktuellen Holzpreisen („so hoch wie noch nie”) habe eben alles für das Fällen des ohnehin „standortfremden” Gewächses gesprochen - vollendet waren die Arbeiten bereits am 11. April.

Zum Einsatz kam dabei ein sogenannter Kranrückezug. Zig Tonnen schwer, steht das Fahrzeug auf extra breiten Reifen, um den Waldboden zu schonen. Gegen Ende der Arbeiten habe allerdings das Wetter umgeschlagen, wie Josef Kaiser, Leiter des Regionalforstamts Rureifel-Jülicher Börde, erläutert. Die tiefen Spuren am Ort des Geschehens machen jede weitere Erklärung überflüssig.

Wann der Radweg wieder hergerichtet sein wird, steht und fällt dementsprechend mit der Witterung. „Es bringt schließlich nichts, Matsch hin und her zu schieben”, sagt Walter Pilgram. Bis zum Sommer, gibt er unumwunden zu, müssten die hiesigen Radsportler sich mit Sicherheit noch gedulden.
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