Roetgen - Schilder dienen als Zielscheiben

Schilder dienen als Zielscheiben

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Drei Einschusslöcher sind auf
Drei Einschusslöcher sind auf diesem Hinweisschild auf die Vennbahn-Radroute in Roetgen zu sehen. Es sieht aus, als habe der Schütze nicht auf das Fahrrad, sondern auf die Personen gezielt. Foto: Gerhard Müller

Roetgen. „Lebensgefährlich” ist nach Worten von Polizeisprecher Paul Kemen das, was dieser Tage unserem Leser Gerhard Müller aus Eicherscheid auf dem Vennbahn-Radweg in der Nähe von Roetgen aufgefallen ist.

Dort hat sich, wie Müller mit seinem Fotoapparat dokumentierte, ein bisher unbekannter Zeitgenosse seine Zeit damit vertrieben, mit scharfer Munition auf ein blaues Hinweisschild auf den Radweg zu ballern. Dreimal hat er das Schild getroffen. Wie oft er geschossen hat, ist nicht bekannt.

Derlei sinnfreies und lebensgefährliches Tun ist nach Erkenntnissen der Polizei nicht selten und kommt immer wieder vor, wie Polizeisprecher Kemen zu berichten weiß.

Man müsse nur aufmerksam sein und genau hinschauen, um häufiger solche Einschusslöcher zu entdecken.

Ziele seien hauptsächlich die runden Symbole auf einem Schild, wie in diesem Falle die beiden Räder des Fahrrades.

Allein die Tatsache, dass diese Art von Schießübungen nicht selten ist, macht sie deshalb nicht weniger gefährlich. Denn, so Kemen, die Schützen denken offenbar nicht darüber nach, was sie anrichten können, sonst würden sie es lassen. Eine Flinte kann streuen, so dass die Kugel nicht dort landet, wo sie landen soll. Eine Kugel kann unvermutet querschlagen. Eine Kugel kann, ohne Kugelfang, kilometerweit fliegen. Nicht ohne Grund schießen die Jäger von erhöhten Standorten auf das Wild, damit das Geschoss bei einem Fehlschuss in den Waldboden und nicht in weiterer Entfernung sonstwo einschlägt.

Das alles lässt die Schilder-Schützen ungerührt. Sie nehmen in Kauf, dass es zu einer leichten Körperverletzung bis hin zu einer schweren Körperverletzung mit Todesfolge kommt, allesamt Straftaten. Zumal sie sich sicher fühlen können, denn, so Kemen, „ich kann mich nicht erinnern, dass einmal einer dieser Schützen gefasst worden ist”. Doch wie bei allen Dingen im Leben wird es auch dort irgendwann ein erstes Mal geben. Und dann kann es richtig teuer werden. Vor allem allem im zivilrechtlichen Bereich, wenn es um Schmerzensgeld, Renten oder Schadenersatzforderungen geht, sagt der Polizeisprecher.

Wer derlei schießwütiges Treiben in seinem Umfeld beobachtet, der kann sich mit jeder Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
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