Scheitern der Ortsumgehung als neue Chance

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Mal mehr, mal weniger: Der Ver
Mal mehr, mal weniger: Der Verkehr fließt weiter durch Kesternich. Die Pläne für eine Ortsumgehung werden nicht weiter verfolgt. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Eine Ortsumgehung der Bundesstraße 266 für Kesternich ist vom Tisch. Nachdem die Landesregierung die Maßnahme im Herbst vergangenen Jahres bei der Aktualisierung des Straßenbedarfplans in den nachrangigen Bedarf eingestuft hat, geht man auch in Kesternich davon aus, dass das Projekt keine ernsthaften Chancen mehr auf Realisierung hat.

Das Thema Ortsumgehung stand auch im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes am Montagabend in der Gaststätte Jousten; etwa 20 Parteifreunde beteiligten sich an einer lebhaften Bedatte über diesen Dauerbrenner.

Der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck hatte zuvor erläutert, dass die Abstufung der Ortsumgehung in den nachrangigen Bedarf auch für den Landesbetrieb Straßenbau als planende Behörde bindend sei. Hilsenbeck räumte ein, dass man in der Bevölkerung Hoffnungen geweckt habe, „die nicht erfüllbar sind.” Es wäre nun unredlich, etwas anderes zu verkünden.

Auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns orientierte sich an diesem Sachstand der Neubewertung von Straßenbauprojekten durch die Landesregierung, und nahm Bezug auf ein aktuell geführtes Gespräch mit dem NRW-Verkehrsministerium. Demnach würden „im Normalfall” laufende Arbeiten noch fertiggestellt. Dies würde im Falle der Umgehung Kesternich einen Vorschlag für die Trassenführung (Linienbestimmungsverfahren) bedeuten.

Anschließend werde das Verfahren dann „ruhend gestellt”, um Planungskapazitäten einzusparen. Eine Bürgerbeteiligung (für die es laut Bürgermeister Hermanns bereits einen Termin gab) würde dann nicht meht stattfinden. Obwohl noch eine Petition vorliege, wonach die Linienbestimmung für Kesternich abzuschließen sei, tendiere auch die Landesregierung dazu, keine Bürgerneteiligung mehr durchzuführen. Karl-Heinz Hermanns sieht in einer Ortsumgehung aber nach wie vor einen Sinn, wobei es allerdings gelte, die Interessen aller Anwohner zu berücksichtigen.

Bernd Goffart, Kesternicher CDU-Ratsvetreter und Vorsitzender des Gemeindeverbandes, meinte, dass man sich nun der Realtität stellen sollte, denn auf absehbare Zeit werde es keine Ortsumgehung für Kesternich geben. Jetzt sollte man nach alternativen und innerörtlichen Lösungen zur Verkehrsentlastung Ausschau halten. Wie auch der Umgehungsstraße, werde man dabei keiner Lösung zustimmen, „die das Problem nur verlagert.”

Allerdings sah Goffart im Zusammenhang mit der Rückstufung des Projektes auch die Tatsache, dass die Landesregierung ein Projekt zu Lasten des ländlichen Raumes gestrichen habe.

Im Verlauf der Diskussion wiesen Kritiker einer Umgehung darauf hin, dass das Verkehrsaufkommen in Kesternich rückgängig sei. Außerdem sei davon auszugehen, dass eine Umgehungsstraße nicht von 2300 sondern lediglich von 1300 Fahrzeugen täglich benutzt werde.

Ortsvorsteher Ulrich Offermann resumierte, dass trotz der vielen Kontroversen und Meinungsunterschiede um die Ortsumgehung der Dorffriede nicht gefährdet sei. Im übrigen sollte man sich stets im Klaren darüber sein, dass solche Projekte von oben entschieden werden.”

Nicht mehr als Straßenbauprojekte weiter verfolgt werden auch für Pläne für mögliche Ortsumgehungen der B 258 in Konzen/Imgenbroich und Roetgen, zumal in den betroffenen entsprechende Ratsbeschlüsse vorliegen.

Von entscheidender Bedeutung für die Pendler ist dagegen die weitere Ausbauplanung der B 258 von Kalkhäuschen bis zur Autobahnzufahrt Lichtenbusch. Auch auf diesem Stück dürften die Wünsche der Eifeler für eine bessere Anbindung an das Oberzentrum Aachen aber nicht alle in Erfüllung gehen. Stellvertretender Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck berichtete, dass der Mobilitätsausschuss der Stadt Aachen sich gegen einen drei- bzw- vierspurigen Ausbau ausgesprochen habe.

Nach aktueller Sachlage solle der Abschnitt zwischen Kalkhäuschen und Pascalstraße in Oberforstbach unberührt bleiben. Der Landesbetrieb Straßenbau sei stattdessen aufgefordert worden, nach Lösungsmöglichkeiten für den Abschnitt Pascalstraße-Autobahn zu suchen. Hier für Entlastung zu sorgen, müsse das Ziel sein.

„Nicht umsetzbar” ist laut Hilsenbeck derzeit wohl eine Entschärfung der Verkehrssituation in Fringshaus, da die Pläne einer großzügigen Einfädelspur von Lammersdorf gesehen auf die die B 258 bei den belgischen Eigentümern auf kein Entgegenkommen stoßen würde. Aber: „Es wird weiter verhandelt.”

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert