Monschau - „Scary Guy”: Unter den Tattoos steckt ein Menschenkenner

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„Scary Guy”: Unter den Tattoos steckt ein Menschenkenner

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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Auch wenn sein Name etwas anderes vermuten lässt: Angst muss man vor „Scary Guy” nicht haben. Das stellten die Schüler der Elwin-Christoffel-Realschule bereits bei seinem Besuch 2010 fest. Foto: R. Flader

Monschau. Scary, also „zum Fürchten” sieht Earl Kenneth Kaufmann in der Tat aus. Um das zu erreichen hat er auch einiges an Aufwand in Kauf genommen. In erster Linie wären da die Tätowierungen, die fast seinen ganzen Körper bedecken, und zwar inklusive des Gesichts.

Dort finden sich außerdem eine ganze Menge Piercings. Soweit der erste, der oberflächliche Eindruck, der aber verflüchtigt sich schnell.

Jedenfalls dann, wenn man Gertrud Faymonville, Leiterin der Grundschule Mützenich, und ihrem Kollegen Peter Groten von der Elwin-Christoffel-Realschule glauben darf. Beide haben den US-Amerikaner bereits kennengelernt, und beide sind sicher, dass weder Kinder noch Kollegen etwas zu befürchten haben, wenn „Scary” kommende Woche die beiden Monschauer Schulen besucht.

Ganz im Gegenteil: Die Schüler sollen sogar eine ganze Menge lernen, und zwar über Vorurteile - um die geht es Kaufmann. Er ist Motivationstrainer, sich selbst bezeichnet er als das „Gesicht der Liebe”, seine „Mission” ist nichts Geringeres als das Beenden „von Hass, Gewalt und Vorurteilen weltweit”.

Das klingt nach einer ziemlich großen Aufgabe für einen einzelnen Mann, egal ob tätowiert oder nicht, und er beginnt sie im Kleinen, bei den Kleinen. Kommenden Montag wird er an der Grundschule Mützenich mit vier Gruppen aller Jahrgänge vier Grundregeln und sieben Versprechen zum gegenseitigen Umgang erarbeiten. Am Dienstag dann werden die Elwin-Christoffel-Realschüler zu „Friedensbotschaftern” ausgebildet.

Mittwoch folgt dann eine Abschlusssitzung. Wer seinen Körper mit bunten Bildchen bedeckt, ist natürlich noch lange nicht in der Lage, gut mit Kindern zusammenzuarbeiten. Und doch spielen die Tätowierungen und Piercings bei seiner Arbeit eine wichtige Rolle: Hat das Gegenüber einmal Vertrauen gefasst, beginnt es, seine erste, womöglich ängstliche Reaktion zu hinterfragen.

„Er will falsches Verhalten nicht bekämpfen, sondern durch das richtige ersetzen”, sagt Gertrud Faymonville. Alles, was aus deinem Mund kommt, ist ein Zeugnis deines Inneren, das sei ein typischer Leitsatz des Amerikaners.

Sowohl die Elwin-Christoffel-Realschule, als auch die Grundschule Mützenich hat Scary schon besucht, bei beiden Schulleitern hat er Eindruck hinterlassen. „Ein herzlicher Mensch, der sehr konsequent mit anderen umgeht”, findet Faymonville. Und Groten fügt hinzu: „Er hat ein sehr gutes Gespür dafür, wie man Kinder erreicht.” Ein Menschenkenner also? Groten: „Das würde ich unterschreiben.”

Der Besuch von „The Scary Guy” wird finanziert durch die Fördervereine beider Schulen, den Lions Club Monschau sowie das Jugendamt der Städteregion.
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