Rurrock-Festival: Auf den mauen Auftakt folgt ein starker Sonntag

Von: Anneliese Lauscher
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Musikalische Schwergewichte: Stargast Jürgen Zeltinger (rechts) und sein Bassist T.S. Crusoe hatten die Meute beim Rurrock schon nach wenigen Takten für sich gewonnen. Foto: A. Lauscher
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Voller Einsatz: Frank (links) und Patrick von Jailbreak ließen am Sonntag nichts anbrennen.

Monschau. Zum dritten Mal hieß es: „Die Altstadt rockt!“ Beim Rurrock-Festival wollten die Organisatoren Wolfgang Kaever und Frank Vecqueray es in Monschau so richtig krachen lassen, die Markthalle bot den passenden Rahmen.

Das Pfingstwochenende lockt stets viele Gäste nach Monschau, seit 2011 kommen einige wohl wegen guter, rockiger Livemusik hierher. Mit den Besucherzahlen am Freitag und Samstag konnten die Initiatoren leider nicht zufrieden sein. „Es war wenig los, obwohl wirklich gute Bands auftraten“, resümierte Frank Vecqueray. Wolfgang Kaever ist trotzdem überzeugt: „Es wird sich über Monschau hinaus rundsprechen, was hier geboten wird.“ Auch ein Musikfan, der an allen drei Tagen zum Festival kam, meinte: „Es hat mir gut gefallen, der Abend mit Coconut Butts hat Spaß gemacht und war musikalisch interessant. Auch Metal Daze waren ein echtes Highlight für die Freunde des Heavy Metal. Schade, dass die Halle nicht voll war.“

Am Sonntag sah man dann einen strahlenden Wolfgang Kaever: „Heute wird die Kiste voll, die Mischung aus Jailbreak und Zeltinger zieht.“ Er sollte Recht behalten: Die Rockfans kamen aus dem Umland, Gruppen aus Strauch und aus Schmidt outeten sich als Kenner und Fans von Zeltinger.

Zum Aufwärmen spielte das DJ-Team Starlight Project gute alte Sachen, die die Rockfans lieben. Da hatten Jailbreak es nicht schwer, bei ihrem Heimspiel den Fans gehörig einzuheizen. „Come on everybody“ haute gleich heftig rein, auch die Interpretation von „What’s up“, das die 4 Non Blondes vor Jahren zum Ohrwurm machten, gelang Sänger Patrick mit viel Gefühl. Bei „Johnny B.Goode“ von Chuck Berry entlockte Übbes sogar der Mundharmonika ein paar Töne. Und richtig gut kam „Hey Joe“ von Jimmy Hendrix rüber, man genoss Gitarre und Bass – geradezu perfekt.

Mit Spannung wurde anschließend der „Schwergewichtschampion der kölschen Rockszene“ erwartet, endlich begab er sich die Rampe hoch zur Bühne, in Schwarz gewandet. Begleitet wurde Zeltinger von einer allseits mitgesungenen Hymne, in der es um kölsche Junge geht: „Un wenn mer keijne Klöppel han, dann schlare mer met d´r Fläsch.“ Bedingungslos wurde der Koloss gefeiert, die Fans drängten nach vorne, Jürgen Zeltinger und Band hatten sofort gewonnen. Bei „Leck mich“ fingen einige an zu pogen, auch „Bekloppt“ klang aggressiv, rockig, rau und wild. Bei „Asi mit Niwoh“ tobte die Meute, viele erwiesen sich als textsicher, auch „Sozialamt“ wurde lautstark mitgesungen. Es machte Jürgen Zeltinger offensichtlich richtig Spaß, sich in Monschau zu verausgaben, und seine Fans strengten sich auch an, ordentlich mitzugehen – eine tolle Stimmung, ein heißer Abend.

Was in dieser Leibesfülle an Vitalität und Rhythmus steckt, ist schon erstaunlich. Und Zeltinger ist auf seine Art auch ein Perfektionist: Er gab nicht eher Ruhe, bis er mit der korrekt abgestimmten technischen Mischung zufrieden war. Seine Wut ausdrücken über soziale Schieflagen, seinen Frust über misslungene Beziehungen, seinen Spott über Sommer, Sonne, Herzinfarkt auf Mallorca – das kann der raue Poet in unnachahmlicher Art. „De Plaat“ und seine Band feierten in Monschau einen tollen Erfolg.

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