Nordeifel - Rückblick: Konrad Adenauer im Monschauer Land

Rückblick: Konrad Adenauer im Monschauer Land

Von: rpa
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Zwei Schulkinder begrüßten vor der Konzener Turnhalle den hohen Gast und überreichten ihm einen Blumenstrauß, die örtlichen Honoratioren - unter anderem Monschaus Bürgermeister Walter Scheibler und Landrat Peter Schütt - hießen Dr. Konrad Adenauer in der Eifel herzlich willkommen.

Nordeifel. Eine riesige Menschenmenge strömte aus den Dörfern ringsum nach Konzen, das Ereignis dort werde „mit goldenen Lettern” in der Dorfgeschichte festgehalten, war sich der Chronist sicher.

Das Ereignis damals, das in der ganzen Nordeifel hohe Wellen schlug und heftige Begeisterung auslöste: der Besuch von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer am 27. Mai 1954.

diesem Tag war ihm in Aachen der Karlspreis verliehen worden, auf seiner Heimreise von Aachen, machte er gemeinsam mit Karl Arnold, Ministerpräsident von NRW, in Konzen Halt.

Noch heute erinnert ein Straßennamen an diesen Besuch in Konzen: die Konrad-Adenauer-Straße, die von der Trierer Straße, Ecke Hohe Straße, zur Kirche führt.

Konrad Adenauer, der erste Kanzler der neuen deutschen Republik, ist am Sonntag, 5. August, Thema eines Doku-Dramas (ab 21.45 Uhr) im Ersten. In Spielszenen, Dokumentaraufnahmen und Interviews erzählt der Film aus dem Leben des einst mächtigsten Mannes in Deutschland. Sicher aber ist, der Besuch des Kanzlers am Tag Christi-Himmelfahrt 1954 in Konzen wird in diesem Beitrag keine Rolle spielen. Gleichwohl war der Besuch ein Ereignis, an das diese „Heimat-Geschichte” erinnern will.

„Als der Kanzler ankam, wurde er mit einer so echten und herzlichen Begeisterung begrüßt, dass er immer wieder die Hand zum Gruß hob und den begeistert applaudierenden Eifelern zuwinkte”, berichtete damals der Chronist. Zwei Schulkinder begrüßten den hohen Gast und überreichten ihm einen Blumenstrauß. „Durch das Spalier der klatschenden Schulkinder ging der Kanzler zur Turnhalle, wo ihm Monschaus Bürgermeister Scheibler vorgestellt wurde.”

Landrat Peter Schütt verwies in seiner Ansprache darauf, dass der Kreis Monschau bei der letzten Bundestagswahl die höchste Wahlbeteiligung des ganzen Bundes erreicht habe. An den Kanzler gewandt, betonte der Landrat: „Unsere Treue wird heute belohnt durch Ihren Besuch in unserem stillen Venndörflein”. Und Kanzler Adenauer sah in der Wahlbeteiligung von 95 Prozent einen „Ausdruck des politischen Fortschritts.”

Er sei überzeugt, so betonte er, „dass die Schwierigkeiten der Grenzziehung in absehbarer Zeit behoben sein werden, auch die komische Geschichte mit den Schlagbäumen, hier herein und da heraus.” Um nach Konzen zu kommen, hatten Bundeskanzler Konrad Adenauer und seine Begleiter zwei Schlagbaumsperren passieren müssen: an Fringshaus und an der Bahn in Konzen.

Landrat Peter Schütt bat schließlich den Kanzler, die „neue Kirche zu besuchen, um sich vom Wiederaufbauwillen der Eifelbevölkerung zu überzeugen”. Der Chronist: „Riesiger Beifall empfing den Kanzler auf der Straße zur Kirche, die er sich eingehend erklären ließ. Überaus erstaunt war er über den Opferwillen der Bevölkerung und bewunderte die Pracht der Kirche. Er habe viele neue Kirchen gesehen, aber kaum eine so schöne wie diese. Eingehend betrachtete der Kanzler die alten Skulpturen.

Die Menschenmenge vor und in der Kirche war indes gewaltig durch die Ausflügler angeschwollen. Sie bereiteten dem Kanzler überwältigende Ovationen. Die Wagenkolone setzte sich dann in Richtung Monschau in Bewegung, der Kanzler hatte den Wunsch ausgesprochen, auch in Monschau kurz anzuhalten.

Auf den Straßen, wo man durch die Schilder an den Wagen gleich wusste, wer unterwegs war, jubelten die Ausflügler aus Deutschland, Holland und Belgien dem Kanzler zu. Und an der Kalterherberger Spinne hatten sich viele hundert Menschen eingefunden, an Richters Brücke stauten sie sich so in der Straße, dass der Kanzler kaum mit dem Wagen durchkam.

Die größte Begeisterung aber herrschte am Marktplatz, wo der Kanzler für wenige Augenblicke den Wagen verließ und von einer fast tausendköpfigen Menschenmenge begeistert begrüßt wurde. Die Wagenkolone fuhr dann das Mühlchen hoch nach Imgenbroich. In Imgenbroich wartete wieder eine große Volksmenge, viele hatten ihn vorher schon in Konzen gesehen.

Bei der Weiterfahrt machten es die Simmerather so nett, dass der Bundeskanzler seinem Fahrer anzuhalten befahl. Die Kinder umsäumten an Schröders Eck die Straße, am Krankenhaus spielte die Blasmusik. Die begeisternde Begrüßung war so lebhaft und groß, dass der Kanzler unter immer mehr anschwellendem Jubel ausstieg. Auf Wiedersehen, Herr Bundeskanzler!, riefen die Kinder dem hohen Gast beim Scheiden zu und winkten ihm lange nach.”

In seinem ausführlichen Bericht kommt der Chronist der Lokalzeitung zum Fazit des Besuchs von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer am 27. Mai 1954: „Das war ein Tag, wie ihn die Eifel nie zuvor erlebt hat, den aber auch niemand der Beteiligten vergessen wird.”

1967, also nach dem Tod von Konrad-Adenauer, wurde die Schulstraße in Konrad-Adenauer-Straße umbenannt. Heute gehört die Straße zum Bereich des Dorfplatzes und zum Dorfzentrum mit Schule, MuK, Sparkasse, Gaststätte „Zur Laube” und dem Platz für den Kirmesbaum.
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