Kesternich/Baesweiler - RTL2-Team schraubt und bohrt in Kesternich

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RTL2-Team schraubt und bohrt in Kesternich

Von: Peter Stollenwerk
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Selbst im Kesternicher Rosenmontagszug wurde die große Fernseh-Renovierung aufgegriffen. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich/Baesweiler. „In Kesternich wird‘s bald ganz verrückt, ab Mittwoch baut hier Zuhause im Glück.“ Dieses Wagen-Motto im Kesternicher Rosenmontagszug dürfte so manchem Besucher von außerhalb ein wenig rätselhaft erschienen sein, aber die Kesternicher Bevölkerung war selbstverständlich im Bilde, zumal die Aktivitäten im Ort in den Tagen zuvor nicht zu übersehen waren.

Das Hausbau-Ensemble der RTL2-Doku-Soap „Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben“ hat im Dorf aufgeschlagen und für einen hohen Aufmerksamkeitsfaktor gesorgt. 200 Mal ist diese Sendung bereits seit 2005 ausgestrahlt worden und gehört damit zu den erfolgreichsten Formaten des Senders. Gemeinsam mit dem Fernsehteam soll jeder Hausumbau zum emotionalen Erlebnis werden – mit garantiertem Happy-End.

„Die Sendung ‚Zuhause im Glück‘ erfüllt Menschen, die an ihr Glück schon nicht mehr geglaubt haben, einen Herzenswunsch“, sagen die Macher von RTL2, und sind diesmal in Kesternich fündig geworden. Ausgewählt wurde die an der Bundesstraße lebende Familie Freihöfer. Mutter Astrid lebt hier mit ihren vier Töchtern Viktoria (15), Franziska (17), Rebecca (19) und Angelina (20). Der Vater (54) ist vor Jahresfrist plötzlich verstorben.

Die Situation war deprimierend und aussichtslos. Da entwickelten Viktoria und Angelina spontan die Idee, sich an „Zuhause im Glück“ zu wenden, und nachdem das RTL2-Team sich im Herbst ein Bild vor Ort gemacht hatte, fiel die Entscheidung, dass die 25-köpfige RTL-Handwerkerkolonne nach Karneval das Projekt in Kesternich in Angriff nehmen würde.

Seit knapp einer Woche wird nun das Haus der Freihöfers auf Vordermann gebracht, aber die Renovierung ist höchste Geheimsache, denn erst am Donnerstag findet das große emotionale Finale statt, wenn die Mutter mit ihren vier Töchtern sozusagen „live“ mit Kamerabegleitung in ihr neues Zuhause einziehen wird. Die Familie wurde komplett ausquartiert und abgeschottet und lebt für eine Woche im Hotel Eifelgold in Erkensruhr.

Am Wochenende aber bereits wurde im Kesternicher Sportheim groß gefeiert. Gemeinsam mit den Handwerkern und vielen Helfern aus dem Ort traf man sich zu einem gemütlichen Abend mit Programm, denn ohne die Unterstützung aus dem Dorf heraus wäre das Projekt kaum umsetzbar gewesen. Neben vielen Freunden war es vor allem die Karnevalsgesellschaft Kester Lehmschwalbe, die rund ein Dutzend Leute aus ihren Reihen als Helfer abstellte, denn schließlich musste das gesamte Haus leergeräumt und das Material an verschiedenen Plätzen im Dorf zwischengelagert werden.

Die organisatorischen Fäden vor Ort liefen in einem Team um Bernd und Claudia Mommertz, sowie Friedel und Ulla Strauch zusammen. Seit zwei Monaten ist man in das Projekt eingebunden, und sorgt dafür, dass das Fernsehteam ohne Hindernisse seine Arbeit verrichten kann. Ohne die große Unterstützung der KG, ist man sich einig, „hätte es nicht funktioniert“.

Auch die Gemeinde Simmerath und die Pfarrgemeinde leisteten laut Bernd Mommertz „alle erdenkliche Hilfe“. Der Schicksalsschlag für die Familie sei so heftig gewesen, dass man gerne und ohne Zögern Hilfe angeboten habe, „damit die Familie neu starten kann“.

KG-Präsident Rolf Schneider war mit seiner Truppe sogleich zu Stelle, vor allem auch, weil Franziska Freihöfer aktiv in der Tanzgarde der KG mitwirkt.

Dass man im Rosenmontagzug der Aktion in Kesternich sogar einen eigenen Wagen gewidmet hatte, habe man mit der Familie abgestimmt. Das „Zuhause im Glück“-Gefährt kam übrigens noch ein zweites Mal zum Einsatz. Am vergangenen Donnerstag fuhren die Handwerker für fernsehwirksame Bilder damit eine Runde.

Bei Astrid Freihöfer steigt inzwischen die Spannung, wie das neue Zuhause wohl auf sie wirken wird. Anfangs sei sie ja geschockt gewesen, nachdem ihre Töchter die Aktion ins Rollen gebracht hatten, „doch inzwischen bin ich begeistert“, sagt die Mutter. Vor allem ist sie froh, dass im Zuge der Renovierung die Wohnung auch behindertengerecht ausgestattet wird, denn Viktoria ist erblindet, und Angelina leidet am Down-Sydrom. Seit 1990 wohnt die Familie in Kesternich, und nun, erzählt die Mutter, „steigt die Spannung Tag um Tag, wie wohl alles geworden ist“.

In diesem Punkt ist Inga Brandt klar im Wissensvorteil. Die Realisatorin der Sendung vom RTL2-Team wird den Schauplatz nach dem Finale am Donnerstag ein wenig vermissen, da man „unglaublich herzlich“ im Ort aufgenommen worden sei: „Das habe ich noch nie erlebt.“ Die helfenden und zuvorkommenden Hände „waren Gold wert“, freut sich die Fernsehjournalistin über die wohlwollende und freundliche Atmosphäre in Kesternich.

Nun wollen natürlich auch alle sehen, was denn aus der mit beträchtlichem Aufwand produzierten Folge geworden ist. Die zweistündige Episode ist aber erst im Herbst auf dem Bildschirm zu sehen. Vorab ist die Bevölkerung aber gerne beim Finale am Donnerstag gesehen, wenn die Familie Freihöfer in ihr neues Zuhause einzieht. Der genaue Termin wird noch bekanntgeben.

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