Roetgen - Roetgens Gemeindewald wächst ins Geld

Roetgens Gemeindewald wächst ins Geld

Von: P. St.
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Gut erholen und gut wirtschaft
Gut erholen und gut wirtschaften: Diese Komibination funktioniert im Roetgener Gemeindewald. Der Forstwirtschaftsplan 2013 weist wieder einen satten Überschuss aus. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Roetgen. Alles läuft nach Plan im Roetgener Gemeindewald - sieht man einmal von den nachlassenden Vermehrungsaktivitäten im Schwarzwildgehege ab.

Wesentlich ist jedoch eine andere Entwicklung, nämlich dass Wald in die Gewinnzone gewachsen ist, und im Forstwirtschaftsplan 2013 ein Überschuss von rund 50.000 Euro kalkuliert wird. Angesichts dieser satten schwarzen Zahlen fiel es dem Roetgener Forstausschuss auch überaus leicht, den Etat einstimmig zu verabschieden.

Zuvor hatte Gemeindeförster Wolfgang Klubert die geplanten Maßnahmen erläutert. So ist für das kommende Jahr ein Gesamt-Holzeinschlag von 6500 Festmetern vorgesehen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Fichten, wenngleich auch die Neuanpflanzung von 17.500 Rotbuchenpflanzen eingeplant ist. 350.000 Euro möchte die Gemeinde allein aus Holzerlösen am derzeit hochpreisigen Markt erwirtschaften.

Investiert wird auch: So sind rund 23.000 Euro für den Wegebau vorgesehen. Und leider müssen auch 5000 Euro eingesetzt werden, um Zerstörungen an Wegen, Einrichtungen und Schildern zu beheben.

Grundlage für wirtschaftliche und forstliche Stabilität im Roetgener Gemeindewald ist das so genannte Forsteinrichtungswerk. Diese langfristige Planung, die bis ins Jahr 2021 datiert ist, wurde vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW durch Manfred Kebbel und Jochen Knodt vorgestellt. Ein langfristiges Ziel ist der Vorratsaufbau im Gemeindewald. Mit einer jährlichen Holzerntemenge in der Größenordnung von 6500 Festmetern kommt mit man diesem Ziel der Nachhaltigkeit nahe.

Auch der Laubholzanteil (derzeit 30 Prozent) soll kontinuierlich gesteigert werden, wenngleich auf den dafür in Frage kommenden Flächen bereits der Baumartenwechsel stattgefunden hat. Die Fichte, machte Kebbel deutlich, bleibe aber auch auf lange Sicht das „wirtschaftliche Rückgrat” des Roetgener Waldes. Ein höherer Anteil der Eiche wäre zwar wünschenswert, aber aufgrund der hohen Verbissschäden sei ein verstärkter Anbau nicht sinnvoll. Die Störung des Wildes, betonte Kebbel, sei der wesentliche Auslösefaktor für Schälschäden. Wichtig seien hier großflächige Konzepte.

Helmut Mulorz (SPD) drängte darauf, den Laubholzanteil trotz aller Schwierigkeiten weiter zu erhöhen, während Stephan Speitkamp (CDU) einen fast in Vergessenheit geratenen Vorschlag wieder zur Diskussion stellte: Ein Aussichtssturm im Hoscheiter Venn würde wesentlich zur Erholungsfunktion des Roetgener Waldes beitragen. Schwierigkeiten mit der Standortwahl hatten das Projekt seinerzeit zum Erliegen gebracht. Das Thema soll jetzt noch einmal aufgegriffen werden.

Bedingt durch Windwurf lagen in diesem Herbst zahlreiche Bäume entlang der Vennbahnlinie im Roetgener Wald danieder. Der Landesbetrieb Wald und Holz entfernte die Bäume und benutzte dabei den soeben neu angelegten Venn-Radweg als Rückegasse. Diese Mitbenutzung des Fahrradweges für Holzrückearbeiten hatte Wolfgang Schruff (CDU) missfallen, was er jetzt auch in der Sitzung des Forstausschusses zum Ausdruck brachte.

Jochen Knodt vom Landesbetrieb sagte, dass solche Aktivitäten nicht zum Regelfall werden sollten. „In Einzelfällen” aber werde es sich nicht vermeiden lassen, dass bei Holzrückearbeiten auch künftig der Vennbahnradweg mit einbezogen werde.
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