Roetgen - Roetgener Windpark vom Tisch

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Roetgener Windpark vom Tisch

Von: ag
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Roetgen. Die Gemeinde Roetgen wird keine eigene Windkonzentrationszone im Münsterwald ausweisen. Das hat der Bauausschuss der Gemeinde am Dienstagabend beschlossen. Der Antrag von SPD und Grünen wurde mit einem Stimmenverhältnis von 6:8 abgelehnt.

Zur Energiewende müsse jeder seinen Beitrag leisten – auch die Gemeinde Roetgen, begründete Gerd Pagnia, Fraktionsvorsitzender der Grünen, den Antrag. Er verwies auf die Pläne der Nachbarkommunen, denn auch in Monschau und Simmerath seien Windkonzentrationszonen im Wald geplant. Dort freue man sich bereits auf die zu erwartenden Einnahmen.

„Was ist da wesentlich anders als im Münsterwald“, fragte Pagnia. In Roetegen würden CDU, UWG und FDP „ihre heile Welt verteidigen“. Das Ergebnis werde sein, dass Roetgen von Windparks umzingelt sei, die Nachteile in Kauf nehmen müsse, allerdings ohne finanziell davon zu profitieren. „Das klingt wie ein Schildbürgerstreich“, sagte Pagnia.

Klaus Onasch (SPD) fand es „fatal“ den Windpark grundsätzlich abzulehnen, „obwohl klar ist, dass Aachen bauen wird“.

Georg Dittmer (FDP) erkannte „eine gewisse Bosheit der Stadt Aachen, so nah an die Grenze zu gehen“. Er sah den Tourismus gefährdet und erinnerte an das Tor zur Eifel, den Eifelsteig und die Ravelroute. Dittmer regte eine Kooperation mit der Stadt Monschau und der Gemeinde Simmerath an.

„Wir waren gegen den Aachener Windpark, deshalb müssen wir auch gegen den Roetgener sein“, sagte Stephan Speitkamp (CDU). Im Münsterwald werde eine massive Abholzung nötig sein. Das wahre Ausmaß wolle er lieber gar nicht sehen.

„Man muss auch mal den Mut haben gegen die Ökonomie und für die Ökologie zu sein“, sagte Speitkamp. Der Standort sei laut Gutachten nur mäßig geeignet und der Stadt Aachen stehe noch ein Zielabweichungsverfahren ins Haus, die Zustimmung der Bezirgsregierung sei noch nicht sicher.

Außerdem habe sich die Stadt Aachen einen Abstand zu Gebäuden im Außenbereich von 500 Metern auferlegt. „Das schaffen sie nicht, da können sie sich auf den Kopf stellen“, sagte Speitkamp.

Frank Martin (SPD) wunderte sich über die CDU und fragte sich, was im internen Austausch mit den Kollegen in Aachen (die sich für Windräder im Münsterwald aussprechen) schief laufe. Klaus Onasch warf Speitkamp falsche Behauptungen vor: „Lassen Sie sowas, mit solchen Behautungen zu spielen.“

Auch Silvia Borceau (UWG) verwies auf den laut Gutachten „mäßig guten Standort“. Wenn mit solchen Standorten geplant werde sei die Energiewende unerreichbar. Vielmehr gelte es sich innerhalb der Städteregion zusammen zu setzen und nach Lösungen zu suchen.

„Aber wo war die Städteregion?“, fragte Borceau. Sie sah die Ratsvertreter in der Pflicht alle Punkte umfangreich überprüfen zu lassen und Subventionen richtig einzusetzen. Ein Normenkontrollverfahren sei deshalb aus ihrer Sicht unerlässlich.

Am Ende zeigte sich Bürgermeister Manfred Eis sehr betroffen. Eigentlich hatte er noch ein Acht-Punkte-Programm in der Tasche, das er dann aber doch lieber stecken ließ. „Ich tue es mir nicht an und erspar es mir“, sagte Eis. Damit ist ein eigener Windpark der Gemeinde Roetgen erstmal vom Tisch.

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