„Roetgener Mädchen“ will nach Bolivien

Von: Günther Sander
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Hat eine spannende Zeit vor sich: Birthe Billmeier geht nach dem Abitur für ein Jahr nach Bolivien. Foto: Günther Sander

Roetgen/Schmithof. Zwei große Ziele hat sie fest vor Augen: Erst das Abitur am Einhard-Gymnasium in Aachen bestehen, dann ab nach Bolivien. Dort wird die 18-jährige Birthe Billmeier ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Ein Jahr lang in einem anderen, fremden Land, eine Jahr ohne Familie und Freunde. Da werden zum Abschied viele, viele Tränchen fließen, auf beiden Seiten.

Zurzeit aber sprüht das „Roetgener Mädchen“, das jetzt in Schmithof wohnt, voller Zuversicht. Ein ganzer Tisch voller Literatur über das südamerikanische Land ist vor ihr ausgebreitet, sie möchte sich auf das „große Abenteuer“ bestens vorbereiten. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Aber ich wollte immer schon etwas Neues, etwas Eigenes in Angriff nehmen“, sagt Birthe Billmeier begeistert. Weg vom nur Europäischen, andere Kulturen und Menschen kennen lernen.

Darin ist sie nicht ganz unerfahren, war sie doch schon in den USA. „Aber das ist nicht Südamerika“, lacht sie und erzählt, dass ihr Bruder Arne (23) in Ecuador ein freiwilliges soziales Jahr gemacht hat. Birthe Billmeier aber geht nach Bolivien, nach El Alto, eine Einwandererstadt auf 4100 Metern Höhe. Früher war El Alto ein Stadtteil der Hauptstadt La Paz, der größten indigenen Stadt Südamerikas. In ihrer neuen Umgebung arbeitet die junge Dame, die später einmal Politik studieren will, im Projekt „Kürmi“, der Stiftung „Fundase“ in El Alto.

„Ich beschäftige mich im Kinderhort Regenbogen, in dem Einwandererkinder betreut werden, schwerpunktmäßig mit der umfassenden Unterstützung.“ Dazu gehöre, dass die Kinder regelmäßig warmes Essen bekommen, duschen können und vor allem sollen sie in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert werden. Die spanische Sprache werde zwar neu und „spanisch“ für sie sein, aber nicht ganz fremd, denn auf dem Gymnasium habe sie Spanisch gelernt, ergo leichte Vorteile.

Im Internet ist sie auf das Projekt in Bolivien aufmerksam geworden. Dort ist sie derzeit via Internet mit einer jungen Dame aus Bayern in Kontakt, die dann in die Heimat zurückkehrt, wenn die „Neue“ in Bolivien ankommen wird. Von ihr habe sie nur Positives erfahren. „Ich möchte für die bolivianischen Kinder einen kleinen Beitrag leisten, ich bin sehr gespannt, was mich dort erwartet.“

Birthe Billmeier findet bei einer Gastfamilie Aufnahme, da sei es sicher leicht, Anschluss zu finden, Kultur und Leute kennenzulernen. Zuvor gibt es noch in Aachen ein Treffen mit Vertretern der Bolivien-Brücke. Dann schließlich erfolgt am 23. Juli ab Brüssel der Abflug über Madrid nach Bolivien. Ihre Familie, aber auch Freunde und Bekannte werden „ihre Birthe“ sehr vermissen. „Aber ich komme ja wieder.“

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