Roetgener FDP gegen „Kommerzialisierung” des Ehrenamts

Von: heg
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Ob im Musikverein, im Sportver
Ob im Musikverein, im Sportverein oder in sozialen Projekten - wer sich ehrenamtliche engagiert, zum Beispiel bei der Betreuung dieser kleinen Roetgener Musikanten, soll dafür mit der Ehrenamtskarte und den damit verbundenen Vergünstigungen eine Anerkennung erhalten. Foto: H. Schepp

Roetgen. Eine nur kurze Tagesordnung, nichtsdestotrotz eine lange Sitzung hatten die Mitglieder des Roetgener Bildungs-, Jugend-, Sozial- und Sportausschusses zu absolvieren.

Auf großes Interesse war dabei die ausführliche Vorstellung der Pflege- und Wohnberatungsstelle der Städteregion Aachen gestoßen, wie viele Nachfragen zu Details zeigten. Ähnliche Informationen wünschten sich die Ausschussmitglieder in einer der nächsten Sitzungen auch zum Ombudsmann-System für Senioren und zum Bildungsbüro in der Städteregion.

Über 100 Kommunen machen mit

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Einführung der Ehrenamtskarte NRW in der Gemeinde. Die Verwaltung hatte dazu eine umfangreiche Vorlage erarbeitet. Ehrenamtskarten können von Kommunen an Bürger ausgegeben werden, deren ehrenamtliches Engagement festgelegten Kriterien genügt. Den Inhabern werden zahlreiche Vergünstigungen wie z. B. ermäßigter Eintritt in Sportstätten und Freizeiteinrichtungen oder bei kulturellen Veranstaltungen, Nachlass auf Kursgebühren bei Institutionen wie VHS oder Musikschulen oder auch Rabatte in teilnehmenden Geschäften, Restaurants und Dienstleistungsbetrieben gewährt.

Landesweit beteiligen sich bereits über 100 Kommunen. Auch Roetgens Nachbarkommunen Simmerath und Monschau haben die Ehrenamtskarte bereits eingeführt. In der Städteregion haben Eschweiler, Baesweiler und Herzogenrath das Projekt schon erfolgreich umgesetzt.

Ausschussvorsitzender Ronald Bornig (CDU) stellte mit einem Blick in die Runde fest, dass hier viele Ehrenamtler versammelt waren. Er betonte, dass er persönlich die Ehrenamtskarte als Anerkennung für die geleistete Arbeit für eine gute Sache halte, was sein Fraktionskollege Wolfgang Schruff voll unterstützte. Ehrenamtliches Engagement werde allzu oft als selbstverständlich angesehen, bedauerte er.

„Wir sind begeistert”, erklärte auch Frank Knur für die SPD und begrüßte es ausdrücklich, dass sich nun auch die Gemeinde Roetgen auf den Weg machen will, bürgerschaftliches Engagement stärker zu würdigen. Auch Silvia Bourceau (UWG) freute sich, dass neben der Ehrenplakette des Ortskartells, die herausragende Leistungen würdigt, ein weiteres Symbol der Anerkennung auf einer breiteren Basis eingeführt werden soll.

Harsche Ablehnung kam hingegen von Dr. Georg Dittmer (FDP). Er sei strikt gegen eine „Kommerzialisierung” des Ehrenamts - eine Haltung, die Verwunderung auslöste, da es die frühere CDU/FDP-Landesregierung war, die die Weichen zur Einführung der Ehrenamtskarte gestellt hat. „Die Roetgener FDP ist eben schlauer”, kommentierte der Liberale. Mit seiner Gegenstimme wurde die Einführung der Ehrenamtskarte in der Gemeinde Roetgen beschlossen.

Es laufe zwar noch nicht alles rund, erklärte Bürgermeister Manfred Eis zum Stand der Vorbereitungen, so müsse noch kräftig die Werbetrommel gerührt werden, um Betriebe und Institutionen zu finden, die sich beteiligen wollen. Als verantwortliche Koordinatorin in der Verwaltung wird Karina Linzenich die Interessierten in einem Arbeitskreis unter einen Hut bringen, um ein Konzept zu erarbeiten.

Anmeldezahlen

Silvia Bourceau war unzufrieden, dass keine aktuellen Informationen zu den tatsächlichen Anmeldezahlen für Schule und Kindergärten auf der Tagesordnung standen. Sie sollen per Protokoll nachgereicht werden, versprach der Verwaltungschef. Auch zu einem voraussichtlichen Baubeginn für die AWO-Kita und zur Einführung der Gemeinschaftsschule konnte Eis nichts Neues mitteilen, da hier die Gemeinde auf Informationen durch die Verantwortlichen angewiesen sei.

Neuer Platz fürs Zelt

Weil die KG Roetgen alle Fraktionsvorsitzenden zu diesem Thema angeschrieben hatte, gab es auch zur Standortsuche für das Festzelt eine Anfrage. Der angestammte Standort auf dem Wervicq-Platz steht wegen des Schulbaus seit zwei Jahren nicht mehr zur Verfügung. Ob der Ausweichplatz an der Faulenbruchstraße im nächsten Jahr noch genutzt werden kann, scheint den Verantwortlichen fraglich, weil auch hier Baumaßnahmen im Gespräch sind. Bürgermeister Manfred Eis erklärte dazu, dass alle bisher überprüften öffentlichen und privaten Standorte wegen Sicherheits- oder anderer Mängel nicht infrage kommen. Man bleibe jedoch mit der KG im Gespräch, versicherte er - woran die Ausschussmitglieder nicht zweifelten, da sowohl der Bürgermeister als auch der Ausschussvorsitzende Ex-Karnevalsprinzen sind.

Auf einem Ortstermin vor der Sitzung hatten einige Ausschussmitglieder das Haus Schleebach am Kuhberg besichtigt, das der Gemeinde als Übergangswohnheim dient. Zurzeit sind hier 13 Personen untergebracht. Das Haus mache einen guten und geordneten Eindruck und es herrsche eine angenehme Atmosphäre, wurde berichtet. Dafür sei einem engagierten Hausmeister zu danken, der von einem interessierten Asylbewerber unterstützt wird.
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