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Ritual aus prähistorischer Zeit auf der Bodenplatte der Feuerwache

Von: Heiner Hautermans
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Legten bei der Grundsteinlegun
Legten bei der Grundsteinlegung Hand an: Niederlassungsleiter Uwe Steinfeld, Feuerwehrchef Jürgen Wolff, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, OB Marcel Philipp, Polier Achim Eberhardt (v.l.) Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bei Grundsteinlegungen herrscht normalerweise eitel Sonnenschein: Das Haus ist geplant, finanziert, der Bau beginnt. An der Stolberger Straße schien zwar die Sonne vom Himmel, doch im Laufe der kleinen Reden wurde deutlich, dass es weiter knirscht in der Städteregion, auch wenn es „nur” um den Neubau der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr Aachen und der Städteregionalen Leitstelle ging.

Dennoch gelang es den Verantwortlichen, einen Sack mit Münzgeld, Baupläne, eine aktuelle Tageszeitung und die Spritze eines C-Rohres als Plombe in einem vorbereiteten Mauergeviert zu versenken.

Oberbürgermeister Marcel Philipp war es, der die Eifersüchteleien ansprach. Man müsse nun in die Zukunft schauen und in der Praxis neue Wege beschreiten. Es gehe nicht darum zu zeigen, wer wem etwas zu sagen habe. Ohnehin sei das Konstrukt kompliziert genug: Rettungswesen und Feuerwehr seien getrennt zu betrachten, der Katastrophenschutz sei dann noch ein weiteres Thema. Dazu geselle sich die Besonderheit, dass die Gebäude jede Sekunde genutzt werden können müssen, natürlich auch während der Umzugszeit.

Aachens Feuerwehrchef Jürgen Wolff erläuterte die gegenwärtige Situation im vertiefenden Gespräch mit den „Nachrichten”. Noch nicht ausbaldowert seien die neuen Aufgabenstellungen im Katastrophenschutz, der qua Gesetz der Städteregionalen Leitstelle zugeordnet worden sei. Und auch bei der Brandbekämpfung seien noch Fragen offen, besonders im ehemaligen Kreisgebiet. Doch er wisse um die Kompetenz der Feuerwehren in der Städteregion: „Ich fahre nicht okkupierend durch die Gegend.” Jetzt noch werden die Brandeinsätze über zwei Leitstellen koordiniert: Simmerath für das ehemalige Kreisgebiet und Stolberger Straße für die Stadt Aachen.

Voraussichtlich ab dem dritten Quartal nächsten Jahres soll es dann nur noch die Aachener Leitstelle sei. Sie entscheide über Art und Umfang der Einsatzmittel und schicke die Fahrzeuge los, ab Ausrücken übernehme dann der Einsatzleiter vor Ort. Bis Frühjahr nächsten Jahres wird es voraussichtlich dauern, bis der Sechs-Millionen-Bau an der Stolberger Straße fertiggestellt ist, danach wird sich noch eine dreimonatige Testphase für die Rechner anschließen.

Durch eine zweite Ausschreibung, erläuterte OB Philipp, sei das Projekt etwa sechs Monate in Verzug geraten, das Ergebnis der ersten Ausschreibung sei nämlich zu hoch ausgefallen. Dennoch werde man in dem properen Gebäude die Dienstleistungen sehr gut erbringen können. Und stolz war der erste Bürger Aachens darauf, dass das Gebäude fast Passivhausstand erreiche, etwa durch dreifachverglaste Fenster, Wärmerückgewinnung im Bereich Kühltechnik und Photovoltaik auf Dächern und einer Wand.

Uwe Steinfeld, Niederlassungsleiter der bauausführenden Firma Depenbrock Systembau, schlug den Bogen in die Vergangenheit. Der Brauch der Grundsteinlegung stamme aus prähistorischer Zeit, wo man an unsichtbarer Stelle des Gebäudes ein Bauopfer bringe, um die Geister günstig zu stimmen. Mit einer eigens angefertigten und per Kran herabgelassenen Platte mit der Inschrift „Berufsfeuerwehr Aachen - Grundsteinlegung 2011” wurde der feierliche Akt beendet.
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