Riesiges Wespennest kommt jetzt ins Museum

Von: ag
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Kaum zu fassen: Egon Hürtgen aus Rurberg mit dem außergewöhnlich großen Wespennest, das auf einem Speicher gefunden wurde. Foto: privat
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Diese Stelle auf dem Speicher eines Hauses in Rurberg, hatten sich die Wespen für ihr Nest ausgesucht. Foto: privat

Rurberg. Von einer regelrechten Wespenplage war im vergangenen Sommer die Rede. Wenn man nun die Ausmaße dieses Nestes sieht, könnte man den Eindruck haben, dass ein Großteil der Insekten wohl auf einem Speicher in Rurberg zu Hause gewesen sein muss.

Eine Frau aus Rurberg hatte im Sommer Wespen auf dem Speicher ihres Hauses an der Dorfstraße bemerkt und sich an Egon Hürtgen gewendet. Gemeinsam nahmen sie den Speicher in Augenschein und bemerkten ein riesiges Wespennest. „Ich bin fast in Ohnmacht gefallen. So etwas hatte ich noch nie gesehen“, sagt Hürtgen. Die Dimension des Nestes war ihm dann doch eine Nummer zu groß. „Eine Umsiedlung des Nestes wäre im Sommer viel zu gefährlich gewesen“, sagt der 67-jährige Rurberger. Daher wurde beschlossen, das Nest zu einem späteren Zeitpunkt im Herbst oder Winter umzusiedeln, wenn die Wespen gestorben sind.

Vor wenigen Tagen rief Egon Hürtgens Bekannte erneut an und erinnerte ihn daran, dass es auf ihrem Speicher noch etwas zu erledigen gibt. Also machte er sich mit einem langen Brotmesser ans Werk.

Das riesige Wespennest wird nun einen Platz im Museum der Kreisjägerschaft „Lernort Natur“ in Monschau finden. Hermann Carl vom „Lernort Natur“ hat es inzwischen bei Egon Hürtgen abgeholt. „Das können wir gut gebrauchen. Das kommt in unsere Bienenecke“, sagt Carl. Dort gibt es auch ein Hornissennest und das Nest einer Heckenwespe zu bestaunen. Im Sommer können die Besucher auch lebende Insekten studieren, zum Beispiel in dem eigens eingerichteten Bienenhotel.

Um ein Nest zu bauen, zerkauen die Insekten Holz und bilden aus der papierartigen Masse ihr Zuhause. Wenn das Gebilde fertig ist, ist die Außenhülle bis auf das Einflugsloch geschlossen.

Wespennester hat Hermann Carl schon einige gesehen, aber nur einmal ein ähnlich großes. „Wespennester gibt es auf fast jedem Hochsitz“, sagt Carl. Meistens seien sie aber nur einen Sommer lang bewohnt. In den Herbst- und Wintermonaten würden die Insekten von allein sterben und immer weniger werden. Übrig bleibe dann meist nur eine junge Königin, die sich zum Überwintern oftmals einen neuen Platz suche. Das Nest sei dann leer. Von daher sei Hürtgens Aktion kein großer Eingriff in die Natur. „Anders wäre das während der Brutzeit im Sommer“, sagt Carl. Denn auch die Wespen erfüllen eine wichtige Funktion für das Ökosystem. Sie bestäuben Pflanzen und fressen andere Insekten. Die Larven etwa werden ausschließlich mit dem Fleisch toter oder erbeuteter Tiere gefüttert.

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