Riesenbärenklau wieder auf dem Vormarsch

Von: Carmen Krämer
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Der Riesenbärenklau ist nicht
Der Riesenbärenklau ist nicht erwünscht. Udo Thorwesten von der Unteren Landschaftsbehörde und einige Helfer vernichten diesen Bestand bei Kalterherberg. Foto: Carmen Krämer

Kalterherberg. Was aus der Natur stammt, muss auch in die Natur zurück - ein Gedanke, der dem Nationalpark Eifel schnell zum Verhängnis werden könnte. Wer seinen Grünabfall anstatt in die dafür vorgesehenen Container einfach im Wald oder auf Wiesen ablegt, riskiert damit die Ausbreitung des Riesenbärenklaus, einer aus dem Kaukasus stammenden Pflanze mit fataler Wirkung.

So geschehen in Kalterherberg am Ende der Elsenborner Straße auf der ehemaligen Müllkippe, wo in den letzten drei Jahren ein ganzer Wald dieser drei bis fünf Meter hohen Pflanzen gewachsen ist. Hier wurde erst kürzlich wieder Grünabfall abgelegt - ein idealer Nährboden für die Pflanze, die bis zu 50.000 Samen produzieren kann.

Auf 1000 Quadratmeter Fläche

Die Herkulesstaude, wie sie auch genannt wird, ist sehr giftig und führt bei Berührung mit der Haut zu starken Verbrennungen. Die Wirkung, die ungefähr 1000 Mal stärker ist als die einer Brennnessel, hat nicht selten offene Stellen auf der Haut zur Folge. „Nicht nur für Menschen, wie Radfahrer und spielende Kinder beispielsweise, ist das Wachstum dieser Pflanze gefährlich. Auch für die heimischen Pflanzenarten ist der Riesenbärenklau, der sich viel schneller ausbreitet als andere Pflanzen, ein Problem”, erklärt Udo Thorwesten vom Umweltamt der Städteregion Aachen. Mit seinen großen Knollen und seiner aggressiven Verbeitung verdrängt er heimische Pflanzen, „sodass wir, wenn wir nicht aufpassen, in ein paar Jahren statt Narzissen nur noch Riesenbärenklau besichtigen können.”

Gerade in der Nähe von Gewässern, wie es auch in Kalterherberg aufgrund der Nähe zum Heistertbach der Fall ist, müsse sehr gut aufgepasst werden. Über Bäche und Flüsse verteilen sich die Samen schließlich durch die gesamten Eifeltäler und richten dort großen Schaden an. In Kalterherberg sind derzeit Mitarbeiter von Wabe e.V. damit beschäftigt, die circa 1000 Quadratmeter große Fläche von den Herkulesstauden zu befreien. Zunächst muss der Stängel zehn Zentimeter über der Wurzel abgeschnitten werden, bevor man die Wurzel restlos aus dem Boden ausgräbt. Dabei ist jedoch höchste Vorsicht geboten, da sich der hochgiftige und übel riechende Saft im Stängel und der Rübe sammelt. Der Stängel kann liegen gelassen werden, die Rüben und die Blüte müssen jedoch entsorgt werden und zwar im Restmüll. „Diese Reste müssen verbrannt werden, denn das Risiko, dass nicht alles vernichtet wird, ist sonst zu groß”, erklärt Thorwesten. „Auch eine chemische Bekämpfung kommt hier aufgrund der Naturschutzgebiete nicht infrage.”

Er und seine Leute kartieren die Stellen, die ihnen bekannt sind und zählen derzeit über 40 Bestände in der Städteregion. Dazu werden jedoch nur Felder ab einer Größe wie das in Kalterherberg und größer gezählt. Bis zu zehn Jahre lang müssen die Stellen nach dem Entfernen immer wieder kontrolliert werden, um auszuschließen, dass möglicherweise unentdeckte Samen noch keimen könnten.

Bürger sollen Pflanzen melden

Was man gegen die Verbreitung tun kann? „Wir sind dringend auf die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wer die Pflanzen entdeckt, sollte uns direkt Bescheid sagen. Außerdem ist es strengstens verboten und nicht umsonst ein Bußgeldtatbestand, seinen Grünabfall einfach in die Natur zu legen”, betont Thorwesten. Dies bringe schließlich nicht nur das Wachstum des Riesenbärenklaus, sondern auch anderer Schädlinge mit sich. Der Riesenbärenklau ist jedoch vom heimischen Wiesenbärenklau, der tiefer gefurchte Blätter vorweist, zu unterscheiden. Dieser ist harmlos und erfreut das Auge.
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