Monschau - Respektvoll mit der Kamera genähert

Respektvoll mit der Kamera genähert

Von: P. St.
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In entspannter Atmosphäre wurde im Monschauer KuK die Fotoausstellung des Berliner Fotografen Harry Schnitger (Mitte) eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung sprachen Städteregionsrat Helmut Etschenberg (li.) und der Journalist Peter Stollenwerk (re.). Auch die Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius war zu Gast bei der Vernissage. Links Nina-Mika Helfmeier, die Kulturbeauftragte der Städteregion Aachen und Organisatorin der Ausstellung. Foto: Bert van London

Monschau. Mit einer bemerkenswerten Ausstellung kann in diesem Frühjahr einmal mehr das Monschauer Kunst- und Kulturzentrum (KuK) aufwarten. Noch bis zum 25. Mai sind hier Porträts und Stadtreportagen des Berliner Fotografen Harry Schnitger zu sehen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung vor zahlreichen Gästen erfasste Städteregionsrat Helmut Etschenberg in seinem Grußwort mit einem treffenden Vergleich das Wesen der Aufnahmen. Beim Betrachten der Porträts gewinne man den Eindruck, als wollten die abgebildeten Personen Kontakt mit dem Betrachter aufnehmen. Der Ausstellungstitel „Augenhöhe” ist mit den Bedacht gewählt, denn in der Tat strahlen die Porträts Direktheit, Wärme und Nähe aus.

Harry Schnitger, geboren 1969 in Berlin, ist bekannt für seine kunstvollen, zum Teil sehr einfühlsam arrangierten Künstlerportraits. Selbst als kamerascheu bekannte Regisseurinnen und Schauspielerinnen konnte er für eine Sitzung gewinnen. Diese Begegnungen dauerten oft nur wenige Minuten. Das sieht man den Porträts überhaupt nicht an. Die Personen wirken entspannt, gelassen, und ganz natürlich. Das ist das Geheimnis des Porträtfotografen Harry Schnitger, der es offenbar versteht, sich in kürzester Zeit auf Menschen einzulassen - und umgekehrt.

1986 machte Schnitger erste Bandfotos von Rockabilly Bands und veröffentlichte Fotos aus der Berliner der Musikszene. Seine Stadtreportagen über Berliner Stadtteile zielen nicht darauf ab, ein hässliches oder aggressives Bild der Stadt zu zeigen. Sein Augenmerk liegt viel mehr darauf, sich den Menschen mit Respekt zu nähern ohne die Absicht, deren Unzulänglichkeiten vorzuführen.

Seit 1996 entstanden zahlreiche Porträts von bekannten Schauspielern, Regisseuren und Künstlern wie Peter Fonda, Oliver Stone, Franka Potente, Ben Becker, Jürgen Vogel, Fatih Akin, Sönke Wortmann, Hannelore Elsner oder Heike Makatsch. Einige dieser Porträts sind auch bei der aktuellen Ausstellung im KuK zu sehen.

Helmut Etschenberg erkannte in der Ausstellung das besondere Verhältnis des Fotografen zu seiner Heimatstadt Berlin. Seine Arbeiten seien ebenso berührend wie authentisch. Harry Schnitger gelinge es, auf unspektakuläre Art und Weise die Realität festzuhalten.

Noch besser konnten die Vernissage-Gäste dann Harry Schnitger kennenlernen, als der Journalist Peter Stollenwerk mit dem Fotografen ein erfrischendes Zwiegespräch über seine Auffassung von der Fotografie, seine Person und seine Vorlieben führte, das die Besucher auf kurzweilige Art mit dem sympathischen Künstler vertraut machte.

Unter anderem war dabei zu erfahren, dass Harry Schnitger in seinem kurzen Aufenthalt in Monschau und Umgebung sich schon ein recht konkretes Bild von der Region gemacht hat, und ihn als fotografisches Thema hier die Landwirtschaft reizen würde.

Gefragt war im Anschluss dann auch der zur Monschauer Ausstellung erschienene Katalog, wo in einem hervorragenden Essay von Benjamin Paul das Wesen des Fotografen Harry Schnitger und seiner Arbeit erfasst wird.
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